Während der Schwangerschaft und der Geburt lernt man einige Hebammen kennen. Manche flüchtig auf der Station, manche ganz intensiv während der Entbindung und während der Nachsorge. Jede dieser Hebammen hinterlässt einen Fußabdruck in unserem Leben.
Neulich lag ich abends wach und konnte nicht einschlafen. Ich lag da und dachte, meine Gedanken schweiften ab und plötzlich war ich wieder im Krankenhaus. Ich war bei den Momenten vor der Geburt unserer Tochter, vor meinem inneren Auge lief alles noch mal ab.Und dabei dachte ich natürlich auch an die Hebammen, die mich und meine Tochter auf diesem Weg begleitet haben.
Da war zuerst die Hebamme, die uns zur Vor- und Nachsorge betreut hat. Eine sehr liebe Frau mit viel Erfahrung und vielen aufzubrauchenden Worten. Sie quasselte unheimlich viel. Wir mussten manchmal dazwischen grätschen, wenn wir unsere Frageliste abarbeiten wollten. Aber sie strahlte eine große Ruhe und Ausgeglichenheit aus. Sie tat gut.
Während der Zeit im Kreissaal durfte ich 2 Hebammen "näher" kennenlernen.
Ich möchte mit Hebamme 2 beginnen. Die Hebamme der Frühschicht. Sie lernte ich erst kennen, als ich schon eine Nacht im Krankenhaus verbracht hatte, die zweite durchgemachte Nacht...
Ich lag dauerhaft am CTG, mein Kopf dröhnte vor Schmerzen und mein Blutdruck war viel zu hoch. Die Wehen, die über Nacht eingesetzt hatten und mich hoffnungsvoll auf eine baldige Entbindung blicken ließen, waren bis zum Morgen so gut wie wieder weg.
Und da war sie...Hebamme 2. Eine Seele von Mensch, einfühlsam, liebevoll, so freundlich, lächelnd. Sie hat sich gekümmert, mich informiert, mir Mut zugesprochen. Sie tat gut.
Leider war ihre Schicht irgendwann zu Ende.
Und da komme ich nun zu Hebamme 1. Die Hebamme der Spätschicht.
Die junge Frau mit dem eingefrorenen Gesicht hatte uns schon am Abend zuvor in den Kreissaal aufgenommen. Dezent genervt informierte sie uns, dass sie dann gleich das Gel für die Einleitung auftragen würde...? Das war zwischen Arztgespräch und Visite und es war bis dahin noch keine endgültige Entscheidung getroffen wurden, weder von uns noch vom Arzt.
Ich war froh, als ich vorerst auf Station kam und Hebamme 1 erstmal nicht mehr sehen musste.
Doch sie kam wieder, am nächsten Tag, nachdem Hebamme 2 Feierabend hatte.
Inzwischen hatte ich Wehen und die Abstände verkürzten sich rapide. Mein Kopf dröhnte immer noch vom viel zu hohen Blutdruck und den zwei langen Nächten, die hinter mir lagen. Ich lag also da, an Bett und CTG gefesselt und wehte vor mich hin, ich atmete und stöhnte, wie es mir halt gut tat. Und da sagte sie es...den Satz, der sich in mein Gedächtnis eingebrannt hat und mich bis heute, mehr als 16 Monate nach diesem Erlebnis, noch nicht in Ruhe lässt. Ich wehte und atmetet und stöhnte und da sagte sie "das sind aber noch keine richtigen Geburtswehen" ...
Von ihr flaks daher gesagt...von mir bis heute unverdaut.
Ich fühlte mich in dem Moment noch schwacher und hilfloser, als ich mich eh schon fühlte. Bin ich vielleicht gar nicht in der Lage eine Geburt durchzustehen? Bin ich jetzt schon viel zu empfindlich? Reagiere ich über auf das bisschen Gewehe? Ist mein Gestöhne und veratmen übertrieben?
Doch ich fühlte auch ein kleines bisschen Wut in mir aufsteigen. Woher wollte sie wissen, wie sich die Wehen für mich anfühlten? Was gab ihr das Recht über meine Art mit den Wehen umzugehen, zu urteilen? Mir war nach heulen zumute...
Ist diesen Frauen bewusst, wie prägsam sie auf uns wirken? Ist ihnen klar, dass sich ein Erlebnis wie eine Geburt in das Gedächtnis einer Frau einbrennt? Die Worte von den Hebammen um uns, wir nehmen sie vielleicht nur halb wahr, und doch reagieren wir auf sie und speichern Gesagtes ab.
Ich werde diese Frau und ihre Worte nie vergessen und das tut nicht gut.
Habt ihr ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Ich freue mich auf eure Kommentare.
Eure
Ein Blog über den langen Weg des Kinderwunsches, bis hin zur Erfüllung des Traumes und nun über das Leben mit Kindern, als Familie.
Mittwoch, 26. Oktober 2016
Dienstag, 25. Oktober 2016
#14 Strampeln was die Beine hergeben
03.05.2016
Heute wollen wir die Insel Mljet per Fahrrad erkunden. Wir nehmen 12 Uhr die Fähre auf die Insel. Da sich der Nationalpark Mljet im Süden der Insel, 30 km entfernt vom Fähranleger, befindet, verzichten wir darauf und schauen uns lieber den Norden der Insel an.Der Himmel hängt voller schwerer Wolken, doch zum Glück behalten die ihren Regen heute mal bei sich.
Der Matzel-Papa hat eine Rundtour ausgesucht, die wir abradeln wollen. Die Straßen sind sehr wenig befahren doch es geht sehr viel und steil bergauf. Wir schnaufen uns die Berge hoch und werden schnell mit einem tollen Ausblick belohnt.
Wir biegen dann nach rechts ab und kommen so auf einen sehr ruhigen Waldweg, der an der Küste auf der Rückseite der Insel entlang führt. Es ist total einsam und wunderschön. Das Gelände ist leider nicht so toll zum fahren, so dass wir nur sehr langsam voran kommen. Die immer wieder vorhandenen Steigungen rauben uns die Kräfte.
Leider ist zusätzlich das Matzel nicht so gut drauf. Sie jammert und meckert in ihrem Anhänger rum. Alle 2 Minuten halten wir an und versuchen herauszufinden, was ihr nicht gefällt. Erst als wir die Gurte sehr locker machen, die Seitenfenster aufmachen und ihr die Picknickdecke in den Rücken stopfen scheint sie zufriedener. Sie kann nun besser raus schauen und kommt an ihre Utensilien wie Trinkflasche, Spielzeug etc. heran.
Nach gefühlt vielen geradelten Stunden und etlichen Bergen erreichen wir das Örtchen Babino Polje. Ein kleines verschlafenes Dorf, immerhin mit einem Supermarkt. Wir kaufen Kekse und Trinkjoghurt...ich habe Hunger und brauche Energie. Vor dem örtlichen Campingplatz, der noch geschlossen hat, machen wir noch mal Rast und essen unsere letzten Vorräte auf. Das Matzel bekommt noch einen leckeren Obst-Getreide-Brei und kann mal wieder ein bisschen rumkrabbeln.
Von nun an gehts bergab.
Da die Zeit nun doch schon ziemlich fortgeschritten ist, machen wir uns zügig auf den Rückweg zur Fähre. Wir wissen ja nicht, was uns noch an Steigungen erwartet. Doch der Rückweg zur Fähre ist mehr als angenehm. Erstens kommt endlich die Sonne heraus und wärmt unsere müden Glieder und zweitens geht es bergab. Wir kullern quasi die restlichen 10 km bergab und genießen die Landschaft um uns herum. Das Matzel schläft.
Mit reichlich Zeitpuffer erreichen wir die Fähre und genießen in der Hafenkneipe noch ein Getränk sowie die letzten Sonnenstrahlen. Pünktlich 19 Uhr steigen wir wieder auf die Fähre. Auf der Rückfahrt werden wir mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt. Ca. 1 Stunde später erreichen wir den Campingplatz - erschöpft aber glücklich und zufrieden!
Eure
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Standort:
Mljet, Kroatien
Montag, 24. Oktober 2016
#13 Regen, Regen stört uns nicht, tropft er uns auch ins Gesicht...
02.05.2016
Der sowieso schon sehr trostlos wirkende Campingplatz in Prapratno bekommt durch den Dauerregen und die tiefhängenden grauen Wolken ein noch unschöneres Bild.In einer kleinen Regenpause machen wir einen kleinen Spaziergang zum Strand direkt vorm Campingplatz und dem nahegelegenen Fähranleger.
Der Strand sieht furchtbar aus, nie und nimmer würde ich hier ein Kind im Sand spielen lassen. Alles ist über und über mit Müll bedeckt: Plasteflaschen und was der Wind sonst noch so aus dem Meer an die Küste treibt. Grauselig und traurig, einfach nur traurig!
Mit der Fähre kann man zur Insel Mljet fahren, auf der sich ein Nationalpark befindet. Wir schauen uns um und orientieren uns etwas, denn voraussichtlich morgen wollen wir mal da rüber fahren.
Nach dem Mittagessen hält es uns nicht mehr im Auto. Wir packen uns in Regenklamotten und das Matzel in den Fahrradanhänger und radeln nach Ston, was ca. 6km entfernt liegt und eine sehr schöne alte Stadtmauer hat.
| Natürlich geht uns auch noch unser einziger Regenschirm kaputt! |
Schließlich wird es einfach nur ungemütlich und kalt und wir radeln zurück zum Auto. Alles bei Dauerregen versteht sich. Das Matzel hat es zum Glück schön gemütlich und trocken in ihrem Anhänger. Leider gefällt es ihr nicht so besonders bei geschlossenem Verdeck zu fahren...schließlich sieht man so bedeutend weniger von der Welt.
Nach einer heißen Dusche machen wir es uns in der Kuschelarea gemütlich.
Bis bald,
Eure
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Elternzeit
Standort:
20230, Prapratno, Kroatien
Freitag, 21. Oktober 2016
#12 Chillen und bummeln
30.04.2016
Heute heißt es Abschied nehmen. Abschied von dem schönen Campingplatz Male Ciste, der tollen Lage am Meer und von Oma und Opa, aber das nur vorerst.Nach einem gemeinsamen Frühstück haben wir überhaupt keine Eile. Die Sonne strahlt so wie nur sie es kann von einem blauen Himmel. Also suchen wir uns erstmal noch eine einsame Bucht und planschen, sonnen und chillen.
Erst am frühen Nachmittag haben wir genug in der Sonne geaalt und somit starten wir weiter Richtung Süden. Ein konkretes Ziel gibt es erstmal nicht...
Irgendwann während der Fahrt entscheiden wir uns nach Dubrovnik zu fahren. Wir erreichen die Halbinsel Babinkuk, auf der sich der einzige Zeltplatz in Dubrovnik befindet, am frühen Abend. Die Sonne scheint noch herrlich und wir genießen einen ruhigen Abend.
01.05.2016
Oh nein...grauer Himmel, Nieselregen. Mit mäßiger Laune packen wir zusammen und quälen uns mit dem Auto in die Innenstadt, die nach einem Marathon komplett verstopft ist. Doch letztendlich finden wir noch einen Parkplatz in Nähe der Altstadt.Mit Regenjacken und dem Matzel in der Kraxe stapfen wir etwas planlos durch die Altstadt. Hier ne Kirche, da ne Kathedrale, viele hohe Mauern, enge Gassen und erstaunlich viele Touristen, trotz früh im Jahr und schlechtem Wetter.
Mittagessen genießen wir einem schönen und trockenem Restaurant und das Matzel erobert alle Herzen um uns herum im Sturm.
Den Gang über die Stadtmauer sparen wir uns, wir wären dort oben dem Regen komplett schutzlos ausgeliefert.
Am frühen Nachmittag haben wir uns genug nasse Füße geholt und weiter geht die Fahrt. Erst wieder etwas nordwärts, dann biegen wir links ab auf die Halbinsel Peljesac. Gegen Abend erreichen wir bei Regen und Sturm den eher nicht so schönen Campingplatz in Prapratno.
Bis bald, Eure
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Dubrovnik,
Elternzeit
Standort:
Dubrovnik, Kroatien
Montag, 12. September 2016
#11 Unterschätzt!
29.04.2016
Den gestrigen Tag haben wir einfach nur die Seele baumeln lassen. Wir haben ganz viel Zeit mit Oma und Opa verbracht, waren am Strand, haben Steine ins Wasser geworfen und die Füße gebadet. So was halt...und sonst nichts.Doch heute rufen die uns Berge. Die Wettervorhersage verspricht nicht zu warmes doch sonniges Wetter. Wir wollen den Velika Kapela besteigen. Der Velika Kapela ist 1155m hoch. Klingt jetzt nicht so viel, doch wenn man bedenkt, dass wir uns auf dem Campingplatz auf Meereshöhe, sozusagen auf 0m, befinden, dann ist es doch allerhand.
Viel zu spät kommen wir los...erst 11 Uhr ist alles gepackt und das Matzel in der Kraxe verstaut. Doch egal, der Tag ist jung und es wird ja spät dunkel.
Wir laufen zuerst in das Bergdorf hinauf, biegen dann Richtung Informationstafel ab und halten uns dann rechts, wo wir vor 2 Tagen links gegangen sind.
Zuerst folgen wir den Wegmarkierungen auf einem schmalen Pfad. Irgendwann sehen wir keine Wegmarkierungen mehr und die von den Kühen ausgetretenen Pfade werden immer schmaler und unwegsamer. Na super, das geht ja gut los.Wir haben uns also verirrt. Stapfen durch hohes Gras, kriechen durch dichtes Gebüsch, kämpfen uns hohe Böschungen hinauf.
Zum Glück hat der Matzel-Papa das GPS-Gerät bei der Hand. So sehen wir immer den Weg, auf den wir zurück müssen und wo wir gerade sind. Also weiter vorwärts kämpfen. Das Matzel hat anfänglich gut geschlafen, doch das unwegsame Gelände holt selbst sie in ihrer Sänfte aus dem Schlaf. Doch sie ist gut gelaunt, kommentiert alles mit ihrem Babygeplapper und bestaunt neugierig die Umgebung.
Schließlich kommen wir wieder auf einen guten Wanderweg mit zahlreichen Markierungen. Jucchhuuu....von nun an wird immer erst die nächste Wegmarkierung gesucht, bevor wir weiter gehen! Das Gelände wird ja immer steiler und da möchte ich mich nicht noch mal verirren!
Der Weg wird nun schnell sehr steil und doch schneller als gedacht erreichen wir den Grat auf 1000m. Das erhellt die Stimmung ungemein, denn die letzten 150hm können ja nun nicht mehr so schlimm werden. Wir machen eine Rast in der Scharte und genießen die Aussicht auf die andere Seite der Bergkette. Wahnsinn, überall seichte spitze Hügel, dahinter ansteigende rauhe Bergketten, einfach ein schöner Anblick. Wir lassen das Matzel ein bisschen rumkrabbeln, natürlich permanent an der Hand!! Hier geht es überall steil hinab.
Von nun an kann man nicht mehr von einem Weg sprechen. Es geht über Geröllfelder mal steil bergauf, mal eben, mal bergab. Die Wegmarkierungen dienen zur groben Orientierung, von Weg ist hier keine Spur. Teilweise ist es ziemlich ausgesetzt, geht direkt neben dem Weg hinab. Der Ausblick ist genial, doch irgendwie haben dafür wenig Sinn.
Das Gestolper über den Grat zieht und zieht sich. Inzwischen geht es auf 15 Uhr zu und noch kein Gipfel in Sicht. Uns wird immer unbehaglicher und wir überlegen zwischenzeitlich, ob es nicht besser wäre umzukehren. Doch eigentlich ist umkehren nicht wirklich eine Alternative. Also stolpern und klettern wir weiter über das Gestein.
Zum Glück ist das Matzel immer noch super drauf. Sie mumpelt Kekse, plabbert fröhlich rum, erzählt mit dem Papa und beobachtet neugierig ihre Umgebung.
Wir kämpfen uns weiter und mir stehen Anstrengung und Ängste nun förmlich ins Gesicht geschrieben. Doch da....ein Steinhaufen mit der Beschriftung "Sutvid 1155m" - der Gipfel - ENDLICH! Es ist inzwischen schon 16 Uhr.
Da das Matzel gerade wieder eingeschlafen ist, verweilen wir nur kurz für ein Gipfelfoto und machen uns direkt an den Abstieg.
Der Abstieg gestaltet sich anfänglich sehr steil und geht ebenso über Geröllfelder wie schon der Aufstieg. Doch nun sind wir besser gelaunt und ein wenig euphorisch, dass wir das nun auch noch schaffen. Schnell wird das Gelände etwas seichter und es geht in zahlreichen Serpentinen bergab. Inzwischen schmerzen die Knie und erst recht die Füße. Ab und an legen wir eine kurze Rast ein, in der wir uns die restlichen Müsliriegel und Kekse teilen.
Schließlich erreichen wir die Wegquerung zu dem stillen Bergdorf, in dem wir abgebogen sind. Auf dem breiten Weg mitten durch einen sehr alten Olivenhain legen wir noch mal eine ausführliche Rast ein. Wir essen alles was wir noch haben und lassen das Matzel die örtlichen Steine und Grasbüschel erkunden.
Im Stechschritt geht es dann zügig voran und gegen 19.30Uhr erreichen wir den Campingplatz, wo wir schon mit sorgenvollem Blick von Oma und Opa erwartet werden.
Dann noch eine große Portion Nudeln, eine herrliche Dusche und schon gehts ab in die Kuschelarea!
Zurückblickend war es wirklich eine sehr schöne Wanderung, bei tollem Wetter, wundervoller Aussicht. Wir haben den Weg über den Grat in Länge und Anspruch komplett unterschätzt! Doch wir haben es geschafft und darauf können wir stolz sein. Und noch viel stolzer können wir auf unser Matzel sein. Meine Nerven lagen zwischenzeitlich schon etwas blank und wenn das Matzel dann noch Probleme mit ihrer Situation gehabt hätte...ich wäre eventuell ein wenig durchgedreht. Doch sie hat super durchgehalten, hat kaum mal gemeckert, gar nicht geweint. Einfach ganz groß unsere Kleine!!
| Ein spannender Tag geht zu Ende! |
Eure
Donnerstag, 8. September 2016
#10 pro Tag eine gute Tat....
27.04.2016
Leider strahlt die Sonne heute nicht so herrlich wie gestern. Doch wir lassen uns davon nicht die Laune verderben und machen uns auf, die Bergwelt zu erkunden.Wir packen das Matzel in die Kraxe und marschieren eine schmale Bergstraße zu einem kleinen, sehr hübschen und ursprünglichem Bergdorf hinauf.
Leider sehen wir rechts und links von der Straße immer wieder absolut schockierende Müllhalden. Bauschutt und alles mögliche andere an Müll wird einfach wahllos im Hinterland abgeladen. Das macht uns echt traurig, denn die Landschaft hier ist so schön und wird so wenig geachtet.
Das kleine Bergdorf wirkt sehr verlassen und ist herrlich ruhig. Doch hier und da schaut mal ein Bewohner aus seinem Häuschen und beäugt uns neugierig. Mitten im Dorf geht ein Weg rechts ab ins Grüne. Und dort steht doch tatsächlich eine Informationstafel mit Wanderwegen. Wir verschaffen uns einen Überblick und entscheiden uns dafür, eine mit 45 Minuten ausgeschriebene Wanderung zu einer kleinen Kapelle zu gehen.
Gleich hinter der Informationstafel befindet sich ein Brunnen. Der Matzel-Mann schaut sich das genauer an (normale männliche Neugierde an schwarzen Löchern?) und sieht, dass da drin eine Schlange schwimmt. Da wir davon ausgehen, dass es sich nicht um eine Wasserschlange handelt und sie sich selbst diesen kargen Ort zum verweilen ausgesucht hat, suchen wir ein Hilfsmittel zur Schlangenrettung. Ein langer Stock scheint uns geeignet. Wir angeln nach der Schlange und legen sie auf dem Brunnenrand ab. Da liegt sie nun, von dem kalten Wasser ganz steif. Wir beäugen sie eine Weile und wandern dann weiter. Hoffentlich fällt die Schlange nicht wieder in den Brunnen.
Der Weg führt uns nun bald sehr steil in zahlreichen Serpentinen über steiniges Gelände den Berg hinauf. Ich schnaufe wie sonst was, dabei hab ich gar nichts weiter zu tragen. Aber die Vorschwangerschafts-Ausdauer ist noch längst nicht wieder erreicht. Matzel-Mann mit Matzel in der Kraxe läuft voraus, locker und leicht, als würde er auf einer Ebene spazieren. Immerhin schwitzt er etwas.
Man erkennt schnell den Grat, auf dem die Kapelle stehen soll.
Und wirklich, nach ca. 45 Minuten erreichen wir die Reste der sicherlich mal sehr schönen gewesenen Kapelle Sv. Petar. Eine kleine Madonnenfigur lässt noch erahnen, dass hier mal eine Kapelle stand.
Wir machen hier Rast, lassen das Matzel mal ein paar Steinhügel erklimmen. Sie bekommt gar nicht genug vom Herumklettern und Berge besteigen. Sie streckt dazu ihr Bein waagerecht nach vorn und hofft dann einfach, dass die Arme, die sie halten, sie den Berg hochziehen.
Für den Abstieg wählen wir einen gemütlichen längeren Weg, der uns an etlichen verlassenen Häusern, Ruinen und alten Olivenhainen vorbei führt.
Endlich kommen wir wieder im Tal und auf dem Campingplatz an, wo wir schon aufgeregt von Oma und Opa erwartet werden. Die haben sich nämlich von unserer Beschreibung des tollen Campingplatzes herlocken lassen.
Bis bald, eure
Dienstag, 6. September 2016
#9 Ein perfekter Tag
26.04.2016
Sonne satt und blauer Himmel wecken uns schon zeitig. Heute frühstücken wir draußen und das genießen wir nach dem langen Regen sehr.Bald nach dem Frühstück hält uns nichts mehr an Ort und Stelle. Wir müssen raus und die Gegend erkunden. Also packen wir einen Snack in den Rucksack und das Matzel in die Trage und auf gehts. Eigentlich wollen wir immer an der Küste entlang, doch sehr steiniges Küstengelände zwingt uns dazu ein Stück auf der Straße zu laufen.
Doch nach kaum 200 m kommen wir wieder an die Küste und erleben endlos lange Kiesstrände, ein ruhiges Meer, herrliche Weitsicht und weit und breit keine Menschenseele. Wir sind komplett allein.
Die zahlreichen und auch sehr großen Campingplätze mit den unzähligen "Mobile-Homes" sind alle noch geschlossen. Alles liegt verlassen.
Wir wandern die Küste entlang bis zur nächsten Mini-Ortschaft. Hier gibt es doch tatsächlich mal keinen Einkaufsladen, wer hätte das gedacht. Dafür Ferienwohnungen und Apartmenthäuser dicht an dicht. Im Hochsommer möchte ich das hier wahrlich nicht unbedingt erleben.
Wir lassen das schlafende Örtchen hinter uns und kommen auf einen wunderschönen Wanderweg, der uns die Steilküste hinauf führt. Was für eine Aussicht. Und es ist so warm. Das tut so gut nach den kühlen verregnten Tagen. Fast schon wieder zu warm...
Wir folgen dem Weg bis zur nächsten Bucht. Leider erreichen wir die nicht, da an dem Weg fleißig gebaut wird und wir an der Baustelle umkehren müssen. Ach ja...da waren Menschen. Ortsansäßige, die alles für den Touristenansturm vorbereiten.
Doch egal, eine Bucht ist so schön wie die andere. Also gehen wir den Weg zurück zu der anderen Bucht. Am absolut einsamen Kiesstrand lassen wir uns nieder und lassen einfach nur die Seele baumeln.
Das Matzel hat kaum Zeit sich um den leckeren Babybrei zu kümmern. Schließlich gibt es hier unzählbar viele Steine, die alle betrachtet, gekostet, geworfen, geschoben und umgewühlt werden wollen.
Die Sonne scheint so warm, dass wir getrost die Füße in die Adria stecken können. Hach, so kann es gern bleiben!
Irgendwann machen wir uns dann doch wieder auf den Weg Richtung Campingplatz. Diesmal wollen wir es entlang der Küste versuchen. Am Ende ist es alles machbar, wenn auch mit der ein oder anderen Klettereinlage und nassen Füßen, was aber bei den inzwischen gefühlt sehr warmen Temperaturen eher angenehm und erfrischend ist.
Hoffentlich bleibt uns die Sonne jetzt ein wenig erhalten!
Eure
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