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Montag, 20. März 2017

Mamalila - Erfahrungsbericht

Eine Tragejacke - ein Erfahrungsbericht

Schon vor der Geburt unseres Matzels war für mich klar, dass ich eine Tragemama sein möchte. Das Matzel ganz dicht an der Brust oder später auch auf dem Rücken tragen, das war für mich selbstverständlich. Tragen an sich bietet zahlreiche Vorteile, auf die an unzähligen Stellen schon ausführlich eingegangen wurde...und ich mir das somit hier erspare.
Ich liebe das Tragen und das Matzel hat sich immer gern tragen lassen. Am Anfang im Tuch vorn und später in einer Trage vorn am Bauch und auf dem Rücken.
Selbst jetzt würde ich sie gern immer mal wieder tragen, doch die erneute starke Wölbung in meiner Körpermitte lässt das leider nicht mehr zu.

Das Matzel ist im Juni geboren, somit stand die Frage einer Jacke lange nicht im Raum. Erst mit Beginn des Herbstes fing ich an mich mit Tragejacken zu beschäftigen. Ich habe mich mit Freundinnen unterhalten und im Internet belesen. Schnell war mir klar, dass es ein "Allrounder" sein sollte.
Eine reine Regenjacke kam für mich nicht in Frage, da sie nicht nur vor Nässe sondern auch vor Wind und vor Kälte bis zu einem gewissen Grad schützen sollte.

Dann hat mich erstmal der Preis erschrocken...für so eine Jacke kann man einiges an Kohle lassen. Doch als ich dann die Mamalila Softshelljacke das erste mal gesehen und probiert habe, war ich eigentlich schon überzeugt und der Preis schien mir absolut gerechtfertigt.

Warum will ich kurz erläutern:
1. Sie ist schick.
Auch für Mamas ist es ab und an wichtig nicht wie ein Lumpensack rumzulaufen. Die Mamalila Softshelljacke gibt es in tollen Farben, sie ist schmal geschnitten (trägt somit nicht auf, wie manch andere Tragenjacken, deren Umfang einfach nur vergrößert wurde) und hat viele kleine Details, die Freude machen.

2. Sie ist ein "Allrounder".
Im Prinzip ist die Softshelljacke für fast alle Wetter geeignet. Für Regen, Wind und auch bei kaltem Winterwetter hält sie noch gut warm...Fleecejacke drunter und schon ist man auch dafür gut gerüstet.

3. Sie ist vielseitig ohne Ende.
Selbst ohne Tragling trage ich die Jacke fast täglich, wenn das Wetter es verlangt. Durch den schmalen Schnitt ist sie auch ohne Trageeinsatz sehr schön anzusehen und durchaus tragbar.
Die Vielseitigkeit äußert sich weiterhin durch die 2 Einsätze und die 2 Tragemöglichkeiten.

2 Einsätze bedeutet, man bekommt zur Jacke einen Babyeinsatz und einen Schwangereneinsatz dazu. Somit ist die Jacke in fast allen Lebenslagen tragbar - schwanger, unschwanger, mit und ohne Tragling.

2 Tragemöglichkeiten bedeutet, der Babyeinsatz ist auf dem Bauch und auf dem Rücken einsetzbar. Man öffnet den Reißverschluss entweder am Bauch oder auf dem Rücken, zieht den Babyeinsatz ein und fertig. Somit kann man die Jacke wirklich lange tragen, auch wenn der Tragling schon an Größe und Gewicht zugelegt hat, so dass ein Tragen am Bauch nur noch schwer möglich ist.

Klar, es bedarf etwas an Übung und/oder Unterstützung für das Anziehen der Jacke mit dem Tragling auf dem Rücken, aber mit der Zeit bekommt man das gut hin.

4. Zahlreiche funktionelle und schicke Details.
Mamajacke:
Der zusätzliche Stehkragen hält am Hals gut warm. Die Kapuze ist verstellbar, so dass sie auch bei Regen am Kopf nicht verrutscht und gut trocken hält. Die Kaupze ist abnehmbar, was beim Tragen auf dem Rücken auch zu empfehlen ist, da der Tragling sonst immer die Kapuze im Gesicht hat. Am Ärmelsaum befindet sich ein zusätzliches Bündchen, welches zusätzlich gut vor Wind schützt. Die großen Taschen bieten Platz für allerhand Kleinkram, den man als Mama immer griffbereit haben muss. Sie sind auch mit Reißverschlüssen verschließbar...da kann somit nichts verloren gehen. Der Reißverschluß am Rücken ist gut abgedeckt, so dass es auch dort nicht reinregnen kann.
Ein Kordelzug am Saum verhindert Zugluft von unten.
Am Ärmelsaum befindet sich ein aufgesticktes Mamalila-Logo, sehr dezent und schick.

Babyeinsatz:
Der Babayeinsatz verfügt ebenfalls über einen Stehkragen und eine Kapuze. Der Stehkragen hat einen Kordelzug, so dass man um den Kopf des Traglings alles gut zuziehen kann, damit es nirgends rein zieht. Die Kapuze kann in der Größe verstellt werden. Somit ist sie auch schon von kleinen Traglingen gut tragbar.
Die Jacke lässt sich auch mit Tragling gut anziehen, da der Babyeinsatz komplett geöffnet werden kann.

Schwangereneinsatz:
Der Schwangereneinsatz kann vorn in den Reißverschluß eingezogen werden und erweitert somit die Jacke im nötigen Bereich. Das schöne an dem Einsatz ist, dass auch hier auf schmalen sportlichen Schnitt geachtet wurde. Es ist sozusagen nicht nur ein großer breiter Streifen, sondern der Streifen ist nur dort breiter, wo in der Schwangerschaft Bedarf besteht...in der Körpermitte. Der Halsausschnitt bleibt schmal und somit ist man weiterhin gut vor Wind und Regen geschützt.


Matzel mit 11 Monaten auf dem Rücken
Hier ist das Matzel gerade mal 4 Monate

Fazit:
Für mich ist die Jacke ein absoluter Zugewinn und ich möchte sie nicht mehr missen. In der Übergangszeit gehört sie fest zu meiner Alltagskleidung und ich fühle mich damit immer gut angezogen. Der Preis ist meiner Meinung nach absolut in Ordnung, das Preis-Leistungs-Verhältnis ist absolut stimmig.
Meine Empfehlung habt ihr also!

Vielen Dank an Maria für die Idee zu diesem Beitrag.

Eure

Mittwoch, 8. Februar 2017

"Die Geschichte deines Lebens"

Heute gibt es mal eine Buchempfehlung von mir. Aber es handelt sich nicht um ein Buch im klassischen Sinne, denn bevor man drin lesen kann, muss man es selbst füllen.

Ich war auf der Suche nach einem Buch, in das ich wichtige Ereignisse im Leben des Matzels eintragen kann, auch über das 1. Lebensjahr hinaus. Die meisten "Juchhu das Baby ist da"-Bücher enden mit dem 1. Lebensjahr. Das fand ich total schade, denn auch nach dem 1. Geburtstag passiert noch so viel... laufen lernen, sprechen lernen, so viele "erste-Male" und auch "letzte-Male"...und ganz viele andere spannende Dinge. Andere Dinge ändern sich, Schlafgewohnheiten, Lieblingsessen, Lieblingsspielzeug.
Als dann meine Tante meinte, ich solle immer alles schön aufschreiben...für später..., kam in mir die Frage auf...ja schon, aber wohin schreiben?

Ich bin also in einen großen namenhaften Buchladen gegangen und hab gestöbert. Zuerst war ich etwas enttäuscht, denn das Angebot beinhaltete natürlich zum Großteil Bücher für das 1. Lebensjahr. Die spannende Entwicklung eines Kindes ist doch mit dem 1. Lebensjahr nicht zu Ende!

Doch dann fiel mir ein schönes Buch in die Hände, verschlossen mit einem Strick, großes Format, Titel "Die Geschichte deines Lebens". Das klang interessant.


Es beginnt natürlich mit Mama und Papa, der Schwangerschaft, der Geburt. Wie verlief die Schwangerschaft, wie war die Kennenlernzeit, das nach-Hause-kommen, die ersten Besucher, was war gerade in den Nachrichten zum Zeitpunkt der Geburt. 


Für jedes Lebensjahr gibt es eigenes Kapitel mit sich ähnelnden Seiten. Es gibt einige leere Seiten, die es ermöglichen Fotos einzukleben, zu malen, zu schreiben und ebenso gibt es viele Seiten, die konkrete Fragen stellen. Das finde ich persönlich richtig gut, denn es erleichtert das Eintragen für mich immens. Es wird nach den schönsten Momenten, nach Schreckmomenten, nach tollen Erlebnissen, nach Reisen, nach Lieblingsessen, Lieblingsbuch, nach Zu-Bett-Geh-Ritualen uvm. gefragt.


Das Design ist schlicht, nicht zu bunt, in dezenten Pastellfarben. Klein Stichworte helfen als Denkanstöße der Kreativität etwas auf die Sprünge.


Die Entwicklung hinsichtlich Sprache und Motorik kann auch festgehalten werden. 


Am Ende jedes Lebensjahres gibt es natürlich eine Geburtstagsparty. Diesem Event ist eine extra Seite gewidmet: für Fotos, Gästelisten und allem was sonst an so einem Tag wichtig ist.


Was ich besonders schön finde, ist der kleine Briefumschlag in jedem Lebensjahr-Kapitel. "Was ich dir sagen möchte" gibt die Möglichkeit für einen Brief, eine persönliche Botschaft, liebe Worte...alles was einem so wichtig ist und beim resümieren des letzten Jahres durch den Kopf geht.


Das Buch endet mit dem 18. Lebensjahr, der Volljährigkeit. Es folgen noch Seiten für eigene Einträge des Kindes und Platz für Familienrezepte.


Die Vorstellung, meinem Matzel zum 18. Geburtstag dieses Buch schenken zu können, erfüllt mich mit großer Freude. Es soll gefüllt sein mit vielen schönen Anekdoten, mit Bildern, Andenken an gemeinsame Unternehmungen und Reisen, mit gemeinsam erstellten kreativen Höchstleistungen, auch mit den nicht so schönen Erinnerungen ("worauf hätte man letztes Jahr verzichten können?") oder ehrlichen Rückblicken ("was würde man rückblickend anders machen?").

Fazit: Ein sehr schönes Buch mit viel Platz zum selbst ausfüllen, aber auch mit guten Anregungen zum ausfüllen. Sehr schön gestaltet, stabil gebunden. Eine lohnenswerte Anschaffung für alle, die auch nach dem 1. Lebensjahr Entwicklungsschritte ihrer Kinder festhalten möchten. Auch der Preis dafür ist meiner Meinung nach absolut in Ordnung.

Ich hoffe, ich werde auch weiterhin noch Zeit finden, das Buch zu pflegen und mit wertvollen Erinnerungen füllen.

Eure

Dienstag, 7. Februar 2017

Uhrwerke? Kleine Maschinen?

Funktionieren Kinder wie Uhrwerke? Müssen wir sie nur gut genug lenken und steuern, damit sie laufen wie eine gut geschmierte Maschine? Brauchen sie nur klare Regeln und Befehle, nach denen sie sich richten müssen?
Oder sind Kinder Menschen wie du und ich? Sind sie Menschen mit verschiedenen Stimmungen und Launen? Mit guten und nicht so guten Tagen? Mit Freud und Leid? Menschen, die mal besser und mal nicht so einfach in den Schlaf finden?
Das Matzel liegt ungefähr jeden Abend zur selben Zeit im Bett, plus minus...
Aber gerade unter der Woche, wo wir am nächsten Tag alle früh raus müssen und sie für die KiTa fit sein sollte, achten wir schon darauf. Es hat sich inzwischen auch ein recht festes Ritual eingespielt, welches in den Grundzügen jeden Abend wiederholt wird.

An vielen Tagen läuft das richtig gut. Nach dem Vorlesen und Lied singen möchte sie in ihr Bett und dann braucht man nicht neben dem Bett sitzen bleiben, dann kann sie allein noch ein Buch anschauen oder mit ihrem Teddy erzählen bis sie einschläft.
Nun ist es aber so, dass wir an manchen Tagen stark vom üblichen Ritual abweichen. Dann braucht sie noch was zu trinken, muss noch mal Pippi machen, möchte noch mal auf Mamas Schoß geschaukelt werden, möchte noch ein Buch vorgelesen haben....und und und...da kann es schon mal über eine Stunde dauern, bis sie zur Ruhe kommt und in den Schlaf findet.

Natürlich bin ich dann bei ihr und versuche, so gut ich kann, ihr zu helfen zur Ruhe zu kommen. Ich nehme sie auch zum dritten Mal aus ihrem Bettchen, schaukel sie auf meinem Schoß und singe in Dauerschleife La Le Lu. Schließlich wird es einen Grund für ihr Aufgewühltsein geben. 
Vielleicht das viele toben mit Papa vorm zu Bett gehen, oder in der KiTa war es besonders aufregend, oder die Zähne tun weh...oder oder oder.

Klar, gerade an Tagen, wo ich selber müde und kaputt bin, bedarf es da schon eine ganze Menge an Geduld... Aber ist das nicht das was Erwachsensein ausmacht? Der Unterschied zwischen Kind und Erwachsenen? Dass wir in der Lage sind, Gefühle zu kontrollieren und auf andere Menschen einzugehen, einfühlsam zu sein? Kinder sind ihren Emotionen vollkommen wehrlos ausgesetzt, sie können sie noch nicht steuern, sie können nur darauf reagieren...danach handeln...

Wie ist es nun mit dem Uhrwerk, den gut geschmierten Maschinen?
Braucht das Matzel die Nähe, Geborgenheit und  Aufmerksamkeit? Oder braucht es klare Grenzen, wo Schluss ist mit vorlesen, schaukeln und im Bett spielen? Braucht es eine klare Ansage, dass jetzt Schluss ist und liegen geblieben wird?

Ich sage Nein! Zumindest nicht so krass, wie ich es beschrieben habe. 
Natürlich gibt es auch mal eine Ansage wie "nach dem Toilettengang geht es aber gleich wieder ins Bett" oder "wenn du das Buch fertig angeguckt hast, mach ich das große Licht aus" oder "Leg dich mal hin, ich singe dir was vor". Aber niemals würde ich ihr die Bitte nach Nähe und Geborgenheit verweigern.

Wenn das Matzel abends allein im Bett liegt und mich braucht, nach Mama ruft oder weint, dann gehe ich natürlich zu ihr hin und versuche ihr zu helfen, für sie da zu sein. Was lernt sie denn, wenn ich nicht hin gehe? Dass Kommunikation zwecklos ist? Dass sie sagen kann, wenn sie ein Problem hat und es aber keinen interessiert?

Ich werde mich kaum erdreisten, zu behaupten, ich hätte Ahnung vom Einschlafen von Kindern, oder ich könne sogar Ratschläge dazu erteilen. Da gibt es genug sogenannte Fachleute, die schon einen Berg Bücher dazu verfasst haben (z.B. das umstrittene Buch "Jedes Kind kann schlafen lernen"), von denen ich nicht ein einziges gelesen habe. Das einzige worauf ich an solchen Abenden höre ist mein Bauch...und natürlich mein Herz!

Bildquelle: Kinderherzgedanke
In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Tag und einen ebenso schönen Abend!
Eure
 

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Das Matzel außer Haus

Irgendwann ist es einmal so weit....zwischen all den vielen "zum ersten Mal", die im Leben eines Babys und Kleinkindes ja quasi eigentlich jeden Tag passieren, gibt es auch ein "zum ersten Mal außer Haus"...also über Nacht meine ich.
Ein Feiertag stand an und Matzel-Papa und ich planten einen Tag nur für uns Zwei: gemütliches Frühstück und Saunatag. Eine herrliche Vorstellung.
Dann hatte ich plötzlich die Idee 'Warum den Tag für Zwei nicht schon am Abend vorher beginnen lassen?' !
Wir könnten gemeinsam essen gehen...und ins Kino...ungeahnte Möglichkeiten, was man ohne Kind alles unternehmen könnte, spielten sich zwischen all den Ängsten, die sich damit ebenfalls in meinen Kopf schoben, vor unseren Augen ab. Die Idee reifte zum Plan, die Ängste und Sorgen blieben.
Müssen nur noch Oma und Opa mitspielen. Natürlich war der Oma sofort die Sorge 'oh je...schaffen wir das' ins Gesicht geschrieben, aber trotzdem wagten sie sich an dieses Experiment und willigten ein.

Der Tag rückte näher. Der Tisch im Restaurant wurde reserviert, die Kinokarten gekauft.

Dann kam die Nacht vor 'außer Haus'...
In mir wuchs ein mulmiges Gefühl heran und Fragen wie "ist es nicht zu früh?"..."ist das Matzel nicht noch zu klein?"..."was wenn sie nach Mama ruft?"...trieben mich um, ebenso wie ein bisschen ein schlechtes Gewissen von wegen "abschieben".

 Die Nacht vor der Oma+Opa-Nacht war natürlich mega anstrengend. Das Matzel war ziemlich häufig wach und hat nach Mama gerufen, nichts konnte sie beruhigen außer im Wackel-Stuhl sitzen und kuscheln. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit schlief sie wieder ein und mein Sorgen-Kloß im Hals wurde dicker.

Am frühen Nachmittag packte ich die Sachen von dem Matzel, schrieb eine Gute-Tipps-Liste und es fühlte sich arg seltsam an. Es fühlte sich nach eine großen Kind an, dass immer selbstständiger wird, nicht nach einem Baby, was mein Matzel doch noch ist, oder?

Oma und Opa kamen, holten die Tasche und die guten Tipps ab und machten sich auf den Weg zur KiTa um auch das Matzel abzuholen. Ich verdrückte eine kleine Träne und schluckte den dicken Kloß im Hals einfach runter....vorerst.

Später am Nachmittag kam der Matzel-Papa nach Hause...ohne das Matzel...ein wirklich komisches Gefühl. Aber wir sind frohgemut, schließlich zeigten die letzten Statusnachrichten von Oma und Opa ein gut gelauntes Matzel, und so machten wir uns auf den Weg ins Restaurant. Nur wir Zwei...das fühlte sich mal wieder nach Paar an, ein schönes Gefühl...was in letzter Zeit viel zu kurz gekommen ist.
18:50 Uhr kommt die Nachricht, dass der Opa gerade das Matzel ins Bett bringt. Ok...schön!
19:00 Uhr schreibt der Opa "Matzel schläft"
WIE BITTE??? Das ging ja flott...so schnell schläft sie zu Hause von 50 Nächten vielleicht einmal ein! Das fängt ja sehr gut an. Der dicke Sorgen-Kloß schrumpft ein minikleinesbisschen.


Nach dem Essen gehen wir ins Kino und schicken eine letzte Nachricht, ab wann wir wieder erreichbar sind, Richtung Oma und Opa.
Als der Film zu Ende ist, schaue ich hektisch aufs Handy...nichts, keine Nachricht...und Oma und Opa schlafen mit Sicherheit schon.

Ich lege das Handy auf meinen Nachttisch und lasse es auf Vibration, damit ich auch ja keinen Notruf verpasse!

Am nächsten Morgen erwache ich gegen 7:30 Uhr weil eine Nachricht reinvibriert kommt. Darin steht "Guten Morgen, das Matzel hat super geschlafen und war kurz nach 6 Uhr wach. Jetzt frühstücken wir und dann geht der Opa mit dem Matzel auf den Spielplatz. Schönen Tag euch!"
Oh wie schön...ein großer Stein fällt mir vom Herzen und so kann ich ganz beruhigt den Wellness-Tag mit dem Matzel-Papa genießen!

Und die Moral von der Geschicht'....was bei Mama und Papa wird zum Problem, kann bei Oma und Opa locker gehn ;-)

Eure

Donnerstag, 24. November 2016

Nächtliche Gedanken

Heute morgen 4 Uhr....das Matzel schreit wie am Spieß in ihrem Bettchen. Ich laufe in ihr Zimmer, hebe sie aus ihrem Bettchen und da ist erstmal wieder Ruhe. Ich trage sie im dunkeln durchs Wohnzimmer, sie zeigt mir den Mond "Da....Moooon", den Wäscheständer auf dem Balkon "Daaaa" und den Peziball hinterm Esstisch "Ballll". Ich setze mich da mit ihr drauf und hüpfe ein wenig auf und ab. Sie kuschelt sich an meine Brust und schaut aus dem Fenster....ein Moment der keine Worte braucht.

Doch mir werden Beine und Arme schwer, meine Augenlider zieht es nach unten, ich bin so müde. Ich frage das Matzel, ob sie mit zu Mama und Papa ins Bett möchte. Sie nimmt den Nucki raus "Papaaa?". Wir gehen ins Schlafzimmer. Ich lege sie in unsere Mitte, sie fängt an zu weinen und macht das Zeichen für 'trinken'. Ich biete ihr die Trinkflasche mit Tee an. Sie weint und schiebt sie weg. "Möchtest du eine Milchflasche?" "Ja!"
Also trage ich sie in die Küche und mache ihr eine Flasche mit Milch warm. Sie zeigt voller Vorfreude auf die Flasche und sagt ihren Namen. Wieder in unserem Bett nuckelt sie die Flasche leer und weint wieder als sie leer ist. Sie zeigt Richtung Küche, denn dort gibt es schließlich noch mehr Milch. Schließlich beruhigt sie sich, wälzt sich hin und her und setzt sich auf um sich letztendlich ganz eng an mich ran zu kuscheln und nach einem zärtlichen "Mama" endlich ruhiger zu werden. Ich singe ganz leise, fast flüsternd "La le lu....".

Da liegt sie, dieser so kleine und hilflose, warme Körper ganz dicht an meinen gekuschelt, ich halte sie im Arm, spüre wie sich ihr Körper beim atmen hebt und senkt, wie ihr Atem immer gleichmäßiger wird. Während ich müde und doch schlaflos ihrem Atem lausche und ins Dunkel starre, denke ich an einen Post, den ich neulich gelesen habe: "Schlaflos".

Egal, wie müde man ist, egal wie erschöpft, wenn unser Kind uns nachts braucht, sind wir da...ohne Fragen, ohne Klagen, einfach da. Wir tragen, wir wiegen, wir singen, wir streicheln, wir sind einfach da. Wenn sich dann dieses kleine Wesen an mich kuschelt, zärtlich ein "Mama" nuschelt, da habe ich einfach nur ein Lächeln auf meinem Gesicht und fühle eine unbeschreiblich große Wärme in meinem Herzen!!

Eure müde


Donnerstag, 10. November 2016

"Ihr werdet euch umgucken..."

Neulich war abends eine Freundin zu Besuch, zum gemütlichen Filmabend, vorher natürlich lecker essen und bisschen schwatzen...ein richtiger Frauenabend eben.
Natürlich kommt unser Gespräch auch zu meiner Schwangerschaft...und da fällt der Satz, der mir seit diesem Gespräch immer wieder im Kopf herumgeistert "Ihr werdet euch ganz schön umgucken, wenn erst das zweite Baby da ist. Ein Kind ist gar nichts, aber zwei und dann auch noch in so kurzem Abstand...das ist absolut stressig."
Ist ja grundsätzlich keine so verkehrte Aussage...aber erklärend sollte ich vielleicht hinzufügen, dass meine Freundin kinderlos ist. Auch nicht unbedingt gewollt, doch aber kinderlos.

Wenn ich den Satz jetzt aufschreibe, klingt er gar nicht mehr so hart. Aber warum beschäftigt er mich dann schon seit Tage immer wieder?

Vielleicht weil es meine eigenen Ängste benennt? Vielleicht weil ich mir wirklich einen Kopf mache, ob ich unserem Wunder-Wunschkind dann noch gerecht werden kann, oder ob ich dem Winzling die Aufmerksamkeit nebem dem Wunder-Wunschkind geben kann, die es braucht? Vielleicht weil ich jetzt schon manchmal so müde bin und mich dann frage, wie das erst mit zwei Kindern werden soll? Oder vielleicht nervt es auch nur, dass ich kluge Ratschläge und Hinweise bekomme, von jemanden der auch nur von anderen gehört hat? Warum lass ich mich von so einem blöden Kommentar so umtreiben? Warum kommt es nicht einfach ins Schubfach "gehört und gut"?

Ich habe nichts weiter geantwortet, außer "ich bin immer der Meinung, dass es auch ein wenig Einstellungssache ist, ob man etwas als Stress empfindet oder nicht".

Niemand kann vorher sagen, wie etwas werden wird. Außer Nostradamus vielleicht, aber selbst der lag nicht immer richtig.
Unser Wunder-Wunschkind war / ist ziemlich unkompliziert, hatte kaum mal Bauchweh, ist auch sonst nicht weinerlich sondern mehrheitlich gut drauf...ein "einfaches" Kind. Somit sind wir da eventuell ein wenig verwöhnt. Mit dem Winzling kann es alles anders werden, das ist mir klar. Doch als Mutter ist man doch Anpassungsfähig und erst recht stark wie ein Elefant. Man schafft viel mehr, als man sich selbst zugetraut vorher hätte. Außerdem sind wir (zumindest in den meisten Fällen) nicht allein.
Wir haben Männer, die Väter sind und ihren Anteil an Fürsorge leisten.
Wir haben Eltern, Omas und Opas, die sich auf die Enkel freuen und helfen, wenn sie gebraucht werden.
Wir haben Freunde, die einem gerade in der Eingewöhnung unterstützend unter die Arme greifen.

Sicherlich wird es eine Umstellung werden, klar, wäre auch komisch, wenn nicht. Doch deshalb freuen wir uns nicht weniger auf den Winzling und wir alle, und vor allem ich als Mutter, werden unser Bestes tun, um mit dieser neuen Herausforderung zu wachsen und sie zu meistern!

Ihr lieben Mehrfach-Mamis....wie habt ihr das Ankommen eines neuen Familienmitgliedes empfunden? Was haben euch für Gedanken während der Schwangerschaft begleitet? Waren da nur Freude und Liebe oder auch Ängste vor der neuen Herausforderung? Ich würde mich freuen, von euch zu lesen!

Eure


Donnerstag, 3. November 2016

Nebenher

Hey...wusstet ihr schon...ich bin wieder schwanger. Der Weg zum 2. Wunschkind war bisher bei weitem nicht so steinig wie der zum 1. Wunschkind.
Die Geburt unserer Tochter war ja (leider) ein Kaiserschnitt und so mussten wir ein Jahr warten, bevor eine neue Schwangerschaft ohne die Gefahr, dass die Narbe aufgehen könnte, möglich ist.
Erst kam es uns arg lang vor, ein ganze Jahr warten zu müssen. Schließlich haben wir schon so lange auf das Matzel gewartet, wer weiß, wie lange wir auf Wunschkind 2 warten müssen. Und jünger werden wir ja auch nciht mehr. Wir wollten so schnell wir möglich mehr Kinder um uns herum haben.
Doch schlussendlich war es gar nicht so schlecht das Jahr zu warten. Wie sagt man so schön..."das sind die Zwerge aus dem gröbsten raus".
Wir haben also (ungefähr) das Jahr gewartet und sind dann schon zeitnah wieder in die KiWu-Klinik gegangen. Und ganz schnell ist man wieder im alten Rhythmus, Tage zählen, Ultraschalltermine, Transfer, wieder Tage zählen und warten, Bluttest. Zum Glück hatten wir noch Eisbärchen, so dass mir die Hormonspritzerei erspart blieb.
Tja und dann....tadaaa, schon nach dem 2. Transfer war der Schwangerschaftstest dick und fett positiv.


Inzwischen bin ich schon in der 14. SSW und so langsam wölbt sich der Bauch und Übelkeit und Müdigkeit lassen langsam nach.

Doch um zum eigentlichen Thema dieses Posts zu kommen...nebenher.
Der Lebensmittelpunkt bei der 1. Schwangerschaft war die Schwangerschaft, zumindest war das bei mir so. Meine Gedanken drehten sich so gut wie ständig um das kleine Wesen, was ich unter meinem Herzen trug. Geht es ihm gut? Mach ich alles richtig? Hört es mich? Spürt es meine Hand auf dem Bauch? Hoffentlich mach ich nichts, was ihm schadet! usw. usf.

Der Lebensmittelpunkt nun bei der 2. Schwangerschaft ist das Matzel. Natürlich denke ich jetzt auch an das süße kleine Wesen in meinem Bauch und frage mich, ob es ihm gut geht. Doch wenn dann eher abends, im Bett, wenn es ruhig um mich herum wird, wenn das Matzel schläft, der Haushalt so weit erledigt ist, aufgeräumt ist, der nächste Tag vorbereitet ist...dann wandern meine Hände auf meinen Bauch und ich horche in mich zum Winzling hinein.

Manchmal plagt mich ein bisschen das schlechte Gewissen deswegen. Schon ungeboren bekommt der Winzling weniger Aufmerksamkeit als die große Schwester. Und das tut mir leid.
Aber ich denke auch, dass das wahrscheinlich einfach so ist. Der Alltag läuft weiter, das Matzel fordert uns und wir kümmern uns.
Ich denke, mit wachsendem Bauch wird der Winzling sich wortwörtlich mehr Platz in unserem Leben einräumen und ein weiterer Teil unserer Familie werden.

Wie seht ihr das? War / ist das bei euch ähnlich? Wie geht ihr damit um? Ich freue mich auf eure Kommentare.

Eure

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Bleibender Eindruck

Während der Schwangerschaft und der Geburt lernt man einige Hebammen kennen. Manche flüchtig auf der Station, manche ganz intensiv während der Entbindung und während der Nachsorge. Jede dieser Hebammen hinterlässt einen Fußabdruck in unserem Leben.

Neulich lag ich abends wach und konnte nicht einschlafen. Ich lag da und dachte, meine Gedanken schweiften ab und plötzlich war ich wieder im Krankenhaus. Ich war bei den Momenten vor der Geburt unserer Tochter, vor meinem inneren Auge lief alles noch mal ab.Und dabei dachte ich natürlich auch an die Hebammen, die mich und meine Tochter auf diesem Weg begleitet haben.

Da war zuerst die Hebamme, die uns zur Vor- und Nachsorge betreut hat. Eine sehr liebe Frau mit viel Erfahrung und vielen aufzubrauchenden Worten. Sie quasselte unheimlich viel. Wir mussten manchmal dazwischen grätschen, wenn wir unsere Frageliste abarbeiten wollten. Aber sie strahlte eine große Ruhe und Ausgeglichenheit aus. Sie tat gut.

Während der Zeit im Kreissaal durfte ich 2 Hebammen "näher" kennenlernen.
Ich möchte mit Hebamme 2 beginnen. Die Hebamme der Frühschicht. Sie lernte ich erst kennen, als ich schon eine Nacht im Krankenhaus verbracht hatte, die zweite durchgemachte Nacht...
Ich lag dauerhaft am CTG, mein  Kopf dröhnte vor Schmerzen und mein Blutdruck war viel zu hoch. Die Wehen, die über Nacht eingesetzt hatten und mich hoffnungsvoll auf eine baldige Entbindung blicken ließen, waren bis zum Morgen so gut wie wieder weg.
Und da war sie...Hebamme 2. Eine Seele von Mensch, einfühlsam, liebevoll, so freundlich, lächelnd. Sie hat sich gekümmert, mich informiert, mir Mut zugesprochen. Sie tat gut.
Leider war ihre Schicht irgendwann zu Ende.

Und da komme ich nun zu Hebamme 1. Die Hebamme der Spätschicht.
Die junge Frau mit dem eingefrorenen Gesicht hatte uns schon am Abend zuvor in den Kreissaal aufgenommen. Dezent genervt informierte sie uns, dass sie dann gleich das Gel für die Einleitung auftragen würde...? Das war zwischen Arztgespräch und Visite und es war bis dahin noch keine endgültige Entscheidung getroffen wurden, weder von uns noch vom Arzt.
Ich war froh, als ich vorerst auf Station kam und Hebamme 1 erstmal nicht mehr sehen musste.
Doch sie kam wieder, am nächsten Tag, nachdem Hebamme 2 Feierabend hatte.
Inzwischen hatte ich Wehen und die Abstände verkürzten sich rapide. Mein Kopf dröhnte immer noch vom viel zu hohen Blutdruck und den zwei langen Nächten, die hinter mir lagen. Ich lag also da, an Bett und CTG gefesselt und wehte vor mich hin, ich atmete und stöhnte, wie es mir halt gut tat. Und da sagte sie es...den Satz, der sich in mein Gedächtnis eingebrannt hat und mich bis heute, mehr als 16 Monate nach diesem Erlebnis, noch nicht in Ruhe lässt. Ich wehte und atmetet und stöhnte und da sagte sie "das sind aber noch keine richtigen Geburtswehen" ...

Von ihr flaks daher gesagt...von mir bis heute unverdaut.

Ich fühlte mich in dem Moment noch schwacher und hilfloser, als ich mich eh schon fühlte. Bin ich vielleicht gar nicht in der Lage eine Geburt durchzustehen? Bin ich jetzt schon viel zu empfindlich? Reagiere ich über auf das bisschen Gewehe? Ist mein Gestöhne und veratmen übertrieben?
Doch ich fühlte auch ein kleines bisschen Wut in mir aufsteigen. Woher wollte sie wissen, wie sich die Wehen für mich anfühlten? Was gab ihr das Recht über meine Art mit den Wehen umzugehen, zu urteilen? Mir war nach heulen zumute...

Ist diesen Frauen bewusst, wie prägsam sie auf uns wirken? Ist ihnen klar, dass sich ein Erlebnis wie eine Geburt in das Gedächtnis einer Frau einbrennt? Die Worte von den Hebammen um uns, wir nehmen sie vielleicht nur halb wahr, und doch reagieren wir auf sie und speichern Gesagtes ab.
Ich werde diese Frau und ihre Worte nie vergessen und das tut nicht gut.

Habt ihr ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Ich freue mich auf eure Kommentare.

Eure

Donnerstag, 25. August 2016

Lichtpunkte

So ein normaler Tag mit Arbeit, Haushalt, Einkauf und Kind ist anstrengend. Da könnt ihr mir sagen, was ihr wollt. Egal, wie genau so ein Tag gestaltet ist, abends ist man einfach ko.
Und wenn ich mich dann gegen 19.00 Uhr mit dem Matzel ins Bett lege, wir ein Buch anschauen und dann bis zum einschlafen kuscheln, dann aber gegen 20 Uhr beim Matzel immer noch kein Schlaf in Sicht ist, dann zieht es mir schon längst die Augen zu und ich überlege, ob ich nicht einfach mit liegen bleibe.

Worauf ich eigentlich hinaus möchte, sind die kleinen Lichtpunkte an solch anstrengenden Tagen. In meinen Tagen gibt es eigentlich immer solche Lichtpunkte. Momente, die mich zum lachen bringen, Dinge, auf die ich mich freue, Highlights an denen ich mich durch den Tag hangeln kann.

Wie sehen solche Highlights aus?
Heute Morgen: das erste Highlight des Tages war gegen 5.44 Uhr. Das Matzel sitzt in ihrem Bett, schaut ins Babyphone und ruft "Mama" - da erblüht mein Herz, auch zu so einer Zeit.

Die Kusshände, die das Matzel mir zuwirft, wenn ich zur Arbeit los muss - lindert Trennungsschmerz. 

Meistens fahre ich mit dem Fahrrad zur Arbeit. Ich fahre dann an einem Fluss entlang, durch Wiesen und Felder, oft sehe ich Rehe und spüre die Wärme der Sonne - absolutes Highlight.

Buch lesen in der Bahn. Wann kommt man denn zu hause mal dazu ein Buch zu lesen? 5 Minuten vorm einschlafen vielleicht. In der Bahn kann ich immerhin 15 Minuten lesen - ich lese, also bin ich!

Wellness. Ich gehe nicht duschen, ich mache Wellness. Das lässt noch mal ein paar Kräfte in den müden Körper zurück kommen. Das Matzel schläft endlich und ich kann (hoffentlich) ungestört Wellness machen - mehr als Körperpflege!

Zusätzlich zu diesen "auf mich bezogenen " Highlights, gibt es natürlich all die unzählbar vielen wundervollen Momente mit dem Matzel jeden Tag. Diese Lichtpunkte erhellen den Tag noch um einiges mehr!

Und ihr? Habt ihr Lichtpunkte in eurem Alltag?

Eure Webril