Wart ihr schon einmal auf einer polnischen Hochzeit? Ich sag euch....wenn nicht, dann habt ihr absolut was verpasst! Es war ja "nur" eine deutsch-polnische Hochzeit, doch das reichte schon aus, um es zur besten Hochzeit zu machen, auf der ich bisher gewesen bin.
Doch der Reihe nach.
Irgendwann Anfang September bekam ich meine Tage (so viel zu "im Urlaub" und "einfach mal enstpannen" Ha! ich krieg mich nur grade so wieder ein vor lauter Lacherei...) und damit ging es an Zyklustag 3 mit der Spritzerei wieder los. Kaum eine Woche nach Beginn der Spritzerei waren wir zu besagter Hochzeit eingeladen. Ich also versucht rauszufinden (gaaaaanz unauffällig), ob in der Pension, wo wir anschließend nächtigen sollten, ein Kühlschrank auf dem Zimmer ist. Nein....nur ein Bett und eine Kleiderstange...ganz einfach. Hmpf...und nun? Die Medikamente müssen kühl gelagert werden, zumindest wird es einem in der Apotheke immer so gesagt ("du wollen Kühlakku kaufen??"). Aber ich bin ja nich aufn Kopp gefallen...ich hab also mal den Beipackzettel studiert. Und dort steht drin, dass es nicht über 25°C gelagert werden soll und keinem direkten Sonnenlicht ausgsetzt werden soll. Ha! Sache geritzt...damit reichte also die Kühltasche mit Kühlakku völlig aus.
Wie gewohnt rannte ich schön alle 2 Tage zum Folli-TV und ließ die Gebärmutterschleimhaut und meine Eierstöcke begutachten. Es entwickelte sich alles prächtig, es waren allerhand Follikel zu erkennen. Diesmal arbeiteten sogar beide Eierstöcke eifrig mit. In Summe waren wir wohl so bei 14 sichtbaren Follikeln, die alle mehr oder weniger gleichmäßig wuchsen. Fette Ausbeute.
Doch nun zum eigentlichen Thema.
Ich also mitten in der Stimu und dann zur polnischen Hochzeit. *hach* war det schön! Die Trauung fand in Deutschland statt, war schön und emotional (welche Trauung ist das auch nicht?) und direkt im Anschluss ging es dann zum Ort der Feierlichkeit, nach Polen.
Im Festsaal waren 5 lange Tafeln aufgebaut und schön geschmückt. Kaum traf das Hochzeitsppar ein, ging es los mit der Feierei. Es wurde Essen aufgetischt, noch und nöcher...alle ausgehungert, stopften Lebensmittel in sich hinein. Doch nach dem "ersten Gang" war noch lange nicht Schluß. Es kam Essen über Essen, immer wieder anderes, immer wieder lecker. Man konnte also aufstehen, tanzen, reden, feiern und man hatte nicht das Gefühl "wann gibts eigentlich wieder was zu essen" oder "hab ich jetzt einen Gang verpasst?". Es stand einfach immer alles zum Verzehr bereit.
Eine andere "Leckerei" war der Vodka, der in Strömen floss. Auf jeder Tafel standen im Abstand von ca. 1m Vodka-Flaschen, an jedem Platz ein Gläschen und wenn eine Flasche leer war....da kam natürlich gleich eine neue, gut gekühlte Flasche. Mit fortschreitender Stunde wurde die Feier immer ausgelassener.
Zwischendurch habe ich mal panisch auf die Uhr geschaut, nur um festzustellen, dass ich schon "über die Zeit" war...ich also schnell aufs Zimmer und zu dem Vodka im Blut noch ne Portion Gonal in den Bauchspeck gespritzt.
Um das mal zusammenzufassen: es war ein rauschendes Fest, wir haben getrunken, gelacht, gefeiert, getanzt (ich hab ordentlich meine dicken Eierstöcke auf der Tanzfläche rumgewirbelt)...es war einfach nur ein toller Abend...eine tolle Nacht. Gegen 4:30Uhr machte der DJ plötzlich die Musik aus und meinte "ich hab keine Lust mehr"...da blieb uns nichts anderes übrig, als noch einen Schlummertrunk zu nehmen und ins Bett zu gehen.
Nur um ca. 6:30Uhr von den ersten Kindern auf dem Gang geweckt zu werden...tja, wer feiern kann usw. ;-)
Ich grüße euch lieb!
Mensch jetzt hätte ich es beinahe vergessen...es gab auch einen Schokobrunnen *hmmmm* LECKER! :-)
Ein Blog über den langen Weg des Kinderwunsches, bis hin zur Erfüllung des Traumes und nun über das Leben mit Kindern, als Familie.
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Mittwoch, 19. November 2014
Mittwoch, 12. März 2014
4. Folli-TV: let things grow
Ich war inzwischen schon 4 mal beim Folli-TV und alles wächst und gedeiht.
Am rechten Eierstock sind es ca. 2 Follis, einer 12 mm und einer 16 mm. Zitat der lieben Ärztin "der rechte hält sich diesmal raus".
Am linken Eierstock sind es ca. 7 Follis, von 12 mm bis 18 mm ist alles dabei.
Sie wachsen diesmal alle recht unterschiedlich, was ich nicht so toll finde. Aber es ist gut zu wissen, dass sie nicht von allein hüpfen können und wir so auch auf die Nachzügler noch warten können.
Am Montag wird wahrscheinlich die Punktion sein und bis dahin heißt es noch durchhalten und fein weiter wachsen.
Körperlich geht es mir gut und ich merke fast nichts.
Aber die ganze Behandlung macht mir diesmal viel mehr zu schaffen als die1. ICSI. Ich bin emotional total unausgeglichen und durcheinander. Ich kann mich selbst nicht ausstehen, bin weinerlich und kratzbürstig. Mir ist alles zu viel, ich schlafe schlecht, habe Kopfschmerzen, mir geht alles auf den Keks, ich stelle alles in Frage....
Dabei wollte ich doch, dass mich das diesmal minimal tangiert. Aber so ist das nun mal mit dem wollen und nicht wollen.
Ich mache 3 Kreuze, wenn ich mit der Spritzerei durch bin. Aber dann geht die Warterei los...auch nicht wirklich besser.
Ach ja und wir haben die Diagnose von der Genetik: wir haben einen Brief bekommen. Juchhuu...es ist alles in Ordnung!
Am rechten Eierstock sind es ca. 2 Follis, einer 12 mm und einer 16 mm. Zitat der lieben Ärztin "der rechte hält sich diesmal raus".
Am linken Eierstock sind es ca. 7 Follis, von 12 mm bis 18 mm ist alles dabei.
Sie wachsen diesmal alle recht unterschiedlich, was ich nicht so toll finde. Aber es ist gut zu wissen, dass sie nicht von allein hüpfen können und wir so auch auf die Nachzügler noch warten können.
Am Montag wird wahrscheinlich die Punktion sein und bis dahin heißt es noch durchhalten und fein weiter wachsen.
Körperlich geht es mir gut und ich merke fast nichts.
Aber die ganze Behandlung macht mir diesmal viel mehr zu schaffen als die1. ICSI. Ich bin emotional total unausgeglichen und durcheinander. Ich kann mich selbst nicht ausstehen, bin weinerlich und kratzbürstig. Mir ist alles zu viel, ich schlafe schlecht, habe Kopfschmerzen, mir geht alles auf den Keks, ich stelle alles in Frage....
Dabei wollte ich doch, dass mich das diesmal minimal tangiert. Aber so ist das nun mal mit dem wollen und nicht wollen.
Ich mache 3 Kreuze, wenn ich mit der Spritzerei durch bin. Aber dann geht die Warterei los...auch nicht wirklich besser.
Ach ja und wir haben die Diagnose von der Genetik: wir haben einen Brief bekommen. Juchhuu...es ist alles in Ordnung!
Mittwoch, 5. März 2014
1. Folli-TV: kleine Enttäuschung
Die letzten 4 Tage habe ich mir jeden Abend pünktlich 22Uhr meine Dosis verpasst. Alles kein Problem, keine Überwindung mehr nötig...man kennt sich ja inwzischen aus.
Da wir ja versuchen ein paar mehr Eizellen als beim letzten Versuch reifen zu lassen, haben wir mit einer höheren Dosis schon angefangen zu stimulieren.
Dementsprechend gespannt bin ich heute auf den Ultraschall.
Wie jeden Tag quäle ich mich gegen 6Uhr aus dem Bett und frühstücke mit meinem Mann. Heute allerdings mal im Schlafanzug, denn ich habe noch Zeit. Mein Termin ist erst 9Uhr.
So kann ich noch in aller Ruhe einiges fürs Abendessen vorbereiten, denn wir bekommen heute Gäste. Außerdem schaffe ich es noch ein bisschen zu häkeln, die beste Ablenkung überhaupt. Darüber vergesse ich alles...ein neues Projekt und ich bin hin und weg. Im Moment häkle ich Mutperlenbeutel für die örtliche Kinderonkologie. Ein wirklich schönes Projekt an dem sich noch ganz viele andere Frauen beteiligen. Sie nähen, häkeln, stricken was das Zeug hält...doch das ist eine andere Geschichte.
Zurück zum Ultraschalltermin.
Heute mal wieder beim Herrn Doktor...doch ich habe keine Angst mehr...wir haben bei der letzten ICSI und dem Talk über gleiche Urlaubsziele unseren Frieden miteinander gemacht.
Nach keinen 5 Minuten Wartezeit werde ich ins Untersuchungszimmer gerufen. Der Herr Doktor fragt mich ob alles in Ordnung ist und ob ich mit der Spritzerei zurecht komme. Ich sage ihm, dass es mir gut geht, dass ich noch gar nichts spüre und dass das Spritzen kein Problem sei.
Dann schaut er nach und dann bin ich irgendwie enttäuscht. Rechts sehe ich nur einen Leitfollikel, aber dahiner können sich noch weitere versteckt haben. Links sehen wir 5 gleichmäßig wachsenden Follikel. Hmm, ich hatte mit einer größeren Ausbeute gerechnet...aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend.
Er aktualisiert meinen Spritzenplan, die Dosis wird weiter erhöht. Dann meint er noch, dass wir wohl wieder so auf 8 - 10 Follikel kommen werden und dass wir uns am Freitag wieder sehen.
Ich frage noch schnell, ob Sauna und schwimmen ok sind. Er nickt und antwortet: "wenn Sie nicht ertrinken!". Spaßiger Typ....nach einigen traumatischen Untersuchungen im letzten Jahr, freunden wir uns jetzt doch langsam an.
Erst war ich richtig enttäuscht. Wir haben extra mit einer höheren Dosis angefangen um eine höhere Ausbeute zu erreichen...und dann? Alles wie beim letzten Mal...kaum mehr....vielleicht sogar nur genauso viel.
Doch was solls....Enttäuschung ändert gar nichts daran. Damit kann ich keine 3 oder 5 Eier mehr an die Eierstöcke zaubern. Es bringt mir gar nichts, wenn ich mich darüber ärgere...nur schlechte Laune. Ich muss alles, was mein Körper bereit ist mir zu geben, hinnehmen und akzeptieren.
Also mach ich das auch...wenn es so ist!
Fotoreihe kommt demnächst ;-)
Da wir ja versuchen ein paar mehr Eizellen als beim letzten Versuch reifen zu lassen, haben wir mit einer höheren Dosis schon angefangen zu stimulieren.
Dementsprechend gespannt bin ich heute auf den Ultraschall.
Wie jeden Tag quäle ich mich gegen 6Uhr aus dem Bett und frühstücke mit meinem Mann. Heute allerdings mal im Schlafanzug, denn ich habe noch Zeit. Mein Termin ist erst 9Uhr.
So kann ich noch in aller Ruhe einiges fürs Abendessen vorbereiten, denn wir bekommen heute Gäste. Außerdem schaffe ich es noch ein bisschen zu häkeln, die beste Ablenkung überhaupt. Darüber vergesse ich alles...ein neues Projekt und ich bin hin und weg. Im Moment häkle ich Mutperlenbeutel für die örtliche Kinderonkologie. Ein wirklich schönes Projekt an dem sich noch ganz viele andere Frauen beteiligen. Sie nähen, häkeln, stricken was das Zeug hält...doch das ist eine andere Geschichte.
Zurück zum Ultraschalltermin.
Heute mal wieder beim Herrn Doktor...doch ich habe keine Angst mehr...wir haben bei der letzten ICSI und dem Talk über gleiche Urlaubsziele unseren Frieden miteinander gemacht.
Nach keinen 5 Minuten Wartezeit werde ich ins Untersuchungszimmer gerufen. Der Herr Doktor fragt mich ob alles in Ordnung ist und ob ich mit der Spritzerei zurecht komme. Ich sage ihm, dass es mir gut geht, dass ich noch gar nichts spüre und dass das Spritzen kein Problem sei.
Dann schaut er nach und dann bin ich irgendwie enttäuscht. Rechts sehe ich nur einen Leitfollikel, aber dahiner können sich noch weitere versteckt haben. Links sehen wir 5 gleichmäßig wachsenden Follikel. Hmm, ich hatte mit einer größeren Ausbeute gerechnet...aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend.
Er aktualisiert meinen Spritzenplan, die Dosis wird weiter erhöht. Dann meint er noch, dass wir wohl wieder so auf 8 - 10 Follikel kommen werden und dass wir uns am Freitag wieder sehen.
Ich frage noch schnell, ob Sauna und schwimmen ok sind. Er nickt und antwortet: "wenn Sie nicht ertrinken!". Spaßiger Typ....nach einigen traumatischen Untersuchungen im letzten Jahr, freunden wir uns jetzt doch langsam an.
Erst war ich richtig enttäuscht. Wir haben extra mit einer höheren Dosis angefangen um eine höhere Ausbeute zu erreichen...und dann? Alles wie beim letzten Mal...kaum mehr....vielleicht sogar nur genauso viel.
Doch was solls....Enttäuschung ändert gar nichts daran. Damit kann ich keine 3 oder 5 Eier mehr an die Eierstöcke zaubern. Es bringt mir gar nichts, wenn ich mich darüber ärgere...nur schlechte Laune. Ich muss alles, was mein Körper bereit ist mir zu geben, hinnehmen und akzeptieren.
Also mach ich das auch...wenn es so ist!
Fotoreihe kommt demnächst ;-)
Dienstag, 22. Oktober 2013
vom Folli-TV bis zum Transfer
Donnerstag:
Ahhh, sehr gut, ich kann heute etwas länger schlafen, denn ich habe meinen Termin zum Ultraschall erst 9:45 Uhr. Und was mache ich mit dem angebrochenen Morgen nach dem ich meinen Mann zur Arbeit geschickt habe? Ich setze erstmal Quittengelee an. Alle Quitten zerteilen und gut einkochen, das kann dann schön ziehen bis heut Abend.
Nun aber los zum Ultraschall.
Das Wartezimmer ist schön leer und ich komme schnell dran. Links habe ich einen Leitfollikel von knapp 18mm Größe. Mein innerer Zähler läuft sofort an und rechnet mit Transfer in der kommenden Woche so ca. am Mittwoch. Doch die Ärztin hat andere Vorstellungen: "wir lösen heut Abend gleich aus, dann können wir Montag den Transfer machen." Ui, so schnell schon. Na gut, von mir aus.
Die Schwester an der Rezeption gibt mir alles nötige mit, Spritze und die Anweisungen für Montag. In dem Moment als sie mir den Zettel geben will, wo drauf steht, was ich am Montag alles mitbringen muss (Nachthemd, Hausschuhe...) sagt sie zu mir "eine medizinische Studie hat ergeben, dass das hinlegen nach dem Transfer keinerlei Einfluss auf die Schwangerschaft hat. Also müssen sie das nicht machen, außer sie wollen es."
Ich bin etwas verunsichert. Sonst immer ein HickHack mit direkt danach auf den Bauch legen und 20 Minuten so liegen bleiben, und nun plötzlich gar nichts mehr?? Wo ist der Haken? Müssen Ressourcen eingespart werden, sind keine Betten mehr frei? Ihre Antwort auf meine Zweifel: "medizinische Tests haben das ergeben." Aha....na dann eben nicht mehr hinlegen danach.
Freitag:
Zwischen 13 und 14 Uhr darf ich anrufen und fragen, wann ich am Montag zum Transfer kommen soll. Früher steht der OP-Plan noch nicht endgültig. 10 Minuten nach 14 Uhr fängt mein Herz anzurasen...ich habe vergessen anzurufen!! Oh je, was nun? Werden meine Eisbärchen gar nicht erst aufgetaut? Müssten die mich dann nicht anrufen, wenn ich nicht anrufe? Ich rufe mit zitternden Händen an....Anrufbeantworter. Klar, Freitag ist 14 Uhr Schluss mit Kinderwunsch. Vielleicht ist das Büro ja noch besetzt, ich schreibe eine Email. Keine Antwort. Also los, rein in ein langes Wochenende voller Ungewissheit, wann und ob ich überhaupt am Montag zum Transfer kommen kann.
Montag:
7:55 Uhr rufe ich in der Klinik an, Anrufbeantworter. 7:57 Uhr rufe ich nochmal in der Klinik an. Ich bin völlig überrascht, als es klingelt und nach kurzer Zeit tatsächlich jemand den Hörer abnimmt. Aha, ja ok, da komm ich dann 9:45 Uhr in die Klinik, vielen Dank, Tschüß.
Noch allerhand Zeit, schön. Ich fange an das Bad zu putzen, ich muss spontan erhaltene freie Zeit immer effektiv nutzen.
9:30 Uhr, ich mache mich auf den Weg. Ich radel gemütlich zur Klinik und bin frohen Mutes. Gleich bekomm ich meine Babys wieder. Direkt nach der Anmeldung darf ich zur Kasse gehen und die Rechnung bezahlen. Ja, da sind sie immer schnell.
Dann darf ich nochmal im Wartezimmer Platz nehmen, wie freundlich. Dort sitze ich dann für die nächsten 2 (!!) Stunden. Inzwischen war ich 3 mal auf der Toilette und bekomm langsam echt Hunger. Auf so eine lange Wartezeit war ich wirklich nicht eingestellt. Meine Laune sinkt mit jeder Minute weiter in den Keller.
Dann werden wir 3 Kryo-Frauen (eine davon erkenne ich vom letzten Versuch wieder) in den Flur vor den OP gerufen, um dort noch ein wenig weiter zu warten. Klar machen wir ja gern...wir haben ja eh nichts anderes vor (grrrr).
Endlich werde ich aufgerufen. Ich mach mich untenrum frei und schon sitze ich auf dem Stuhl. Der Biologe steht schon bereit um mir Auskunft zu geben.
Wir haben nur noch 2 Eisbärchen im Gefrierfach gehabt...beide haben das auftauen überlebt, einer hat sich dann aber nicht weiter entwickelt. Mir friert mein Gesicht ein. Ich bin zutiefst enttäuscht. Klar damit muss man immer rechnen, doch wenn es dann wirklich so ist, trifft es einen hart. Den anderen schau ich mir gleich noch mal an, meint der Biologe.
Die Ärztin schiebt den Katheder durch meinen Muttermund in meine Gebärmutter. Dann kommt der Biologe mit dem kleinen Kämpfer in einer Kanüle. Es ist ein schöner 6 Zeller. Na immerhin was. Der Kämpfer wird in meine Gebärmutter entlassen und dann heißt es "Viel Glück" und bis in 2 Wochen.
Ich ziehe mich wieder an und gehe draußen an den wartenden Frauen mit den Worten "Ich sage nicht auf Wiedersehen sondern nur Tschüß und viel Glück" vorbei.
Kaum bin ich draußen, kullern schon die Tränen. Ein kleiner Eisbär hat es nicht geschafft. Auch das gibt es also. Stimmt, das hatten wir ja noch nicht und wir nehmen schließlich alles mit...warum auch nicht, wenn schon denn schon.
Ich bin traurig für unser verlorenes Eisbärchen, was gar nicht erst die Chance bekommen hat, bei mir einzuziehen.
Aber: ich setze alles auf unseren kleinen Kämpfer. Es ist wie es ist und wir können es nicht ändern.
Hallo Warteschleife....
Ahhh, sehr gut, ich kann heute etwas länger schlafen, denn ich habe meinen Termin zum Ultraschall erst 9:45 Uhr. Und was mache ich mit dem angebrochenen Morgen nach dem ich meinen Mann zur Arbeit geschickt habe? Ich setze erstmal Quittengelee an. Alle Quitten zerteilen und gut einkochen, das kann dann schön ziehen bis heut Abend.
Nun aber los zum Ultraschall.
Das Wartezimmer ist schön leer und ich komme schnell dran. Links habe ich einen Leitfollikel von knapp 18mm Größe. Mein innerer Zähler läuft sofort an und rechnet mit Transfer in der kommenden Woche so ca. am Mittwoch. Doch die Ärztin hat andere Vorstellungen: "wir lösen heut Abend gleich aus, dann können wir Montag den Transfer machen." Ui, so schnell schon. Na gut, von mir aus.
Die Schwester an der Rezeption gibt mir alles nötige mit, Spritze und die Anweisungen für Montag. In dem Moment als sie mir den Zettel geben will, wo drauf steht, was ich am Montag alles mitbringen muss (Nachthemd, Hausschuhe...) sagt sie zu mir "eine medizinische Studie hat ergeben, dass das hinlegen nach dem Transfer keinerlei Einfluss auf die Schwangerschaft hat. Also müssen sie das nicht machen, außer sie wollen es."
Ich bin etwas verunsichert. Sonst immer ein HickHack mit direkt danach auf den Bauch legen und 20 Minuten so liegen bleiben, und nun plötzlich gar nichts mehr?? Wo ist der Haken? Müssen Ressourcen eingespart werden, sind keine Betten mehr frei? Ihre Antwort auf meine Zweifel: "medizinische Tests haben das ergeben." Aha....na dann eben nicht mehr hinlegen danach.
Freitag:
Zwischen 13 und 14 Uhr darf ich anrufen und fragen, wann ich am Montag zum Transfer kommen soll. Früher steht der OP-Plan noch nicht endgültig. 10 Minuten nach 14 Uhr fängt mein Herz anzurasen...ich habe vergessen anzurufen!! Oh je, was nun? Werden meine Eisbärchen gar nicht erst aufgetaut? Müssten die mich dann nicht anrufen, wenn ich nicht anrufe? Ich rufe mit zitternden Händen an....Anrufbeantworter. Klar, Freitag ist 14 Uhr Schluss mit Kinderwunsch. Vielleicht ist das Büro ja noch besetzt, ich schreibe eine Email. Keine Antwort. Also los, rein in ein langes Wochenende voller Ungewissheit, wann und ob ich überhaupt am Montag zum Transfer kommen kann.
Montag:
7:55 Uhr rufe ich in der Klinik an, Anrufbeantworter. 7:57 Uhr rufe ich nochmal in der Klinik an. Ich bin völlig überrascht, als es klingelt und nach kurzer Zeit tatsächlich jemand den Hörer abnimmt. Aha, ja ok, da komm ich dann 9:45 Uhr in die Klinik, vielen Dank, Tschüß.
Noch allerhand Zeit, schön. Ich fange an das Bad zu putzen, ich muss spontan erhaltene freie Zeit immer effektiv nutzen.
9:30 Uhr, ich mache mich auf den Weg. Ich radel gemütlich zur Klinik und bin frohen Mutes. Gleich bekomm ich meine Babys wieder. Direkt nach der Anmeldung darf ich zur Kasse gehen und die Rechnung bezahlen. Ja, da sind sie immer schnell.
Dann darf ich nochmal im Wartezimmer Platz nehmen, wie freundlich. Dort sitze ich dann für die nächsten 2 (!!) Stunden. Inzwischen war ich 3 mal auf der Toilette und bekomm langsam echt Hunger. Auf so eine lange Wartezeit war ich wirklich nicht eingestellt. Meine Laune sinkt mit jeder Minute weiter in den Keller.
Dann werden wir 3 Kryo-Frauen (eine davon erkenne ich vom letzten Versuch wieder) in den Flur vor den OP gerufen, um dort noch ein wenig weiter zu warten. Klar machen wir ja gern...wir haben ja eh nichts anderes vor (grrrr).
Endlich werde ich aufgerufen. Ich mach mich untenrum frei und schon sitze ich auf dem Stuhl. Der Biologe steht schon bereit um mir Auskunft zu geben.
Wir haben nur noch 2 Eisbärchen im Gefrierfach gehabt...beide haben das auftauen überlebt, einer hat sich dann aber nicht weiter entwickelt. Mir friert mein Gesicht ein. Ich bin zutiefst enttäuscht. Klar damit muss man immer rechnen, doch wenn es dann wirklich so ist, trifft es einen hart. Den anderen schau ich mir gleich noch mal an, meint der Biologe.
Die Ärztin schiebt den Katheder durch meinen Muttermund in meine Gebärmutter. Dann kommt der Biologe mit dem kleinen Kämpfer in einer Kanüle. Es ist ein schöner 6 Zeller. Na immerhin was. Der Kämpfer wird in meine Gebärmutter entlassen und dann heißt es "Viel Glück" und bis in 2 Wochen.
Ich ziehe mich wieder an und gehe draußen an den wartenden Frauen mit den Worten "Ich sage nicht auf Wiedersehen sondern nur Tschüß und viel Glück" vorbei.
Kaum bin ich draußen, kullern schon die Tränen. Ein kleiner Eisbär hat es nicht geschafft. Auch das gibt es also. Stimmt, das hatten wir ja noch nicht und wir nehmen schließlich alles mit...warum auch nicht, wenn schon denn schon.
Ich bin traurig für unser verlorenes Eisbärchen, was gar nicht erst die Chance bekommen hat, bei mir einzuziehen.
Aber: ich setze alles auf unseren kleinen Kämpfer. Es ist wie es ist und wir können es nicht ändern.
Hallo Warteschleife....
Freitag, 13. September 2013
Informatives zum Folli-TV
Eigentlich bin ich gut drauf heut morgen. Schließlich kann ich dank des Arzttermines fast eine ganze Stunde länger schlafen. Die hab ich auch gebaucht nach dem Dirty Dancing-Abend gestern ;-) !
Ich fahr also zur Klinik und kaum betrete ich Diese und stehe in der Schlange zur Anmeldung, da überkommt sie mich...die Welle der Überlaunigkeit und Frustration.
Mit einem mal bin ich sowas von genervt von dieser ganzen Situation, wieder dort zu stehen, Follikel zu messen, hoffen, dass der Zeitpunkt klappt, Tage zählen, Spritzen , Utrogest, Termine...es nervt mich grad sowas von.
Dann verpass ich auch noch knapp meine Bahn, die nächste fällt aus...irgendwann komm ich dann endlich im Büro an, viel zu spät.
Es lebe Freitag der 13.!
Naja, nun zu den "wichtigen" Informationen:
Der Leitfollikel ist 15mm groß. Ich werde am Montag spät abends den Eisprung per Spritze auslösen.
Am Mittwoch werden dann unsere Eisbärchen aufgetaut. Und nächsten Freitag ziehen sie dann bei mir ein.
Ach ja...und dann bin ich heut auch noch zum 4. Mal Tante geworden!
So viel dazu.
Tschüssss
Ich fahr also zur Klinik und kaum betrete ich Diese und stehe in der Schlange zur Anmeldung, da überkommt sie mich...die Welle der Überlaunigkeit und Frustration.
Mit einem mal bin ich sowas von genervt von dieser ganzen Situation, wieder dort zu stehen, Follikel zu messen, hoffen, dass der Zeitpunkt klappt, Tage zählen, Spritzen , Utrogest, Termine...es nervt mich grad sowas von.
Dann verpass ich auch noch knapp meine Bahn, die nächste fällt aus...irgendwann komm ich dann endlich im Büro an, viel zu spät.
Es lebe Freitag der 13.!
Naja, nun zu den "wichtigen" Informationen:
Der Leitfollikel ist 15mm groß. Ich werde am Montag spät abends den Eisprung per Spritze auslösen.
Am Mittwoch werden dann unsere Eisbärchen aufgetaut. Und nächsten Freitag ziehen sie dann bei mir ein.
Ach ja...und dann bin ich heut auch noch zum 4. Mal Tante geworden!
So viel dazu.
Tschüssss
Dienstag, 20. August 2013
Déjà-vu
Das hatten wir doch schon mal...an diesem Punkt war ich schon mal und doch ist es diesmal anders.
Ich habe einen Termin zur Nachuntersuchung. Mit gemischten Gefühlen mache ich mich auf den Weg zur Klinik. Auf der einen Seite freu ich mich, dass es nun wieder weiter geht, ich nicht mehr stumm und still der Dinge harren muss, der Dinge, die kommen wie sie sollen und so arg mein Sein bestimmen.
Auf der anderen Seite kommen all die "Erinnerungen" wieder hoch. Vielleicht klingt das einen Ticken zu theatralisch, aber doch so ist es, irgendwie.
Ich stehe an der Anmeldung und warte. Vor mir gibt eine junge Frau ihren Spritzenplan der Schwester an der Anmeldung. Das hatten wir schon...auch das Ergebnis in Form von Trauer und Enttäuschung hatten wir schon. Vielleicht bleibt es ihr ja erspart.
In den letzten Wochen hatte ich es scheinbar doch geschafft, ein wenig Abstand zu "all dem" zu bekommen. Der Termin heute wirft mich emotional zurück.
Nach nur kurzer Wartezeit ruft mich meine liebe Frau Ärztin rein und schaut nach, ob meine Eierstöcke wieder das tun, was sie sollen und gesund aussehen. Im Großen und Ganzen ist alles wieder gut, nur ein wenig langsam sind sie. Der Eisprung lässt arg auf sich warten. Na super, Zeit ist ja das was wir ohne Ende haben [/Ironie aus].
Dann besprechen wir die weitere Vorgehensweise. Sie meint, wir (ach sie auch?) geben die Hoffnung auf keinen Fall auf. Wir haben ja noch die Eisbärchen (also so hat sie es natürlich nicht gesagt, das ist frei zitiert / interpretiert) und damit noch 2 Versuche. Außerdem käme der Ablauf bei einem Kryo-(=Eis, eingefrorene Eizellen)versuch dem Eintreten einer normalen Schwangerschaft viel näher, da der Körper nicht so arg durch die Stimulation strapaziert ist. Ja ja....red nur weiter...am Ende müssen wir ganz allein alles durchstehen...naja sie meint es ja nur gut.
Sie rät uns zum sogenannten Assisted Hatching.
Zusatzinfo Assisted Hatching (= unterstütztes Schlüpfen):
Damit wird versucht, dem heranwachsenden Embryo das Verlassen der Zona pellucida (seiner Hülle) zu erleichtern. Der Embryo muss diese Hülle verlassen um sich einnisten zu können. Dazu wird die Hülle angeritzt oder ausgedünnt. Diese Methode wird unter anderem bei kryokonservierten Eizellen empfohlen, da die Hülle bei diesen Eizellen härter ist.
Dies kann zum Beispiel mittels eines Lasers (so wird es in unserer Klinik auch gemacht) gemacht werden. Diese Technik ist die sicherste, da der Defekt, der in der Glashaut erzeugt wird, sehr gezielt gesetzt werden kann und auch auch die Größe und Tiefe des Defekts ist exakt einstellbar. Verletzungen des Embryos sind praktisch ausgeschlossen.
Ich, für meine Teil, greife nach jedem Strohhalm und bin für jedes kleines Prozentchen auf der Wahrscheinlichkeitsskala dankbar. Zusätzliche Kosten hin oder her...
Am Ende des Gesprächs bekomme ich noch den sogenannten "Kryobogen". Wir müssen wieder allerhand Entscheidungen treffen.
Wie viele Embryonen möchten Sie eingesetzt bekommen?
Wenn Embryonen das auftauen nicht überleben, ab wie vielen Überlebenden sollen weitere Embryonen aufgetaut werden?
Wie viele sollen ihnen nach dem Auftauen weiterer Embryonen eingesetzt werden?
Warum kann man sowas nicht entscheiden, wenn es soweit ist? Sie tauen 2 auf (die gibts nur in 2er Päckchen), eins überlebt vielleicht nicht, dann rufen sie mich an und wir entscheiden dann was getan werden muss. Just-in-Time quasi. Das ist wie über ungelegte Eier sprechen, würde meine Mutter sagen.
Aber ja, ich versteh schon...die können dann einem nicht ewig hinterher telefonieren, die müssen handeln.
Über diese Fragen machen wir uns nach der nächsten Mens Gedanken. Aber bis dahin haben wir bestimmt noch 3 Wochen Zeit, Zeit zum durchatmen und Kraft tanken.
Nächsten Zyklus geht es dann weiter. Mit unseren Eisbärchen...ich freue mich auf euch!
Ich habe einen Termin zur Nachuntersuchung. Mit gemischten Gefühlen mache ich mich auf den Weg zur Klinik. Auf der einen Seite freu ich mich, dass es nun wieder weiter geht, ich nicht mehr stumm und still der Dinge harren muss, der Dinge, die kommen wie sie sollen und so arg mein Sein bestimmen.
Auf der anderen Seite kommen all die "Erinnerungen" wieder hoch. Vielleicht klingt das einen Ticken zu theatralisch, aber doch so ist es, irgendwie.
Ich stehe an der Anmeldung und warte. Vor mir gibt eine junge Frau ihren Spritzenplan der Schwester an der Anmeldung. Das hatten wir schon...auch das Ergebnis in Form von Trauer und Enttäuschung hatten wir schon. Vielleicht bleibt es ihr ja erspart.
In den letzten Wochen hatte ich es scheinbar doch geschafft, ein wenig Abstand zu "all dem" zu bekommen. Der Termin heute wirft mich emotional zurück.
Nach nur kurzer Wartezeit ruft mich meine liebe Frau Ärztin rein und schaut nach, ob meine Eierstöcke wieder das tun, was sie sollen und gesund aussehen. Im Großen und Ganzen ist alles wieder gut, nur ein wenig langsam sind sie. Der Eisprung lässt arg auf sich warten. Na super, Zeit ist ja das was wir ohne Ende haben [/Ironie aus].
Dann besprechen wir die weitere Vorgehensweise. Sie meint, wir (ach sie auch?) geben die Hoffnung auf keinen Fall auf. Wir haben ja noch die Eisbärchen (also so hat sie es natürlich nicht gesagt, das ist frei zitiert / interpretiert) und damit noch 2 Versuche. Außerdem käme der Ablauf bei einem Kryo-(=Eis, eingefrorene Eizellen)versuch dem Eintreten einer normalen Schwangerschaft viel näher, da der Körper nicht so arg durch die Stimulation strapaziert ist. Ja ja....red nur weiter...am Ende müssen wir ganz allein alles durchstehen...naja sie meint es ja nur gut.
Sie rät uns zum sogenannten Assisted Hatching.
Zusatzinfo Assisted Hatching (= unterstütztes Schlüpfen):
Damit wird versucht, dem heranwachsenden Embryo das Verlassen der Zona pellucida (seiner Hülle) zu erleichtern. Der Embryo muss diese Hülle verlassen um sich einnisten zu können. Dazu wird die Hülle angeritzt oder ausgedünnt. Diese Methode wird unter anderem bei kryokonservierten Eizellen empfohlen, da die Hülle bei diesen Eizellen härter ist.
Dies kann zum Beispiel mittels eines Lasers (so wird es in unserer Klinik auch gemacht) gemacht werden. Diese Technik ist die sicherste, da der Defekt, der in der Glashaut erzeugt wird, sehr gezielt gesetzt werden kann und auch auch die Größe und Tiefe des Defekts ist exakt einstellbar. Verletzungen des Embryos sind praktisch ausgeschlossen.
Ich, für meine Teil, greife nach jedem Strohhalm und bin für jedes kleines Prozentchen auf der Wahrscheinlichkeitsskala dankbar. Zusätzliche Kosten hin oder her...
Am Ende des Gesprächs bekomme ich noch den sogenannten "Kryobogen". Wir müssen wieder allerhand Entscheidungen treffen.
Wie viele Embryonen möchten Sie eingesetzt bekommen?
Wenn Embryonen das auftauen nicht überleben, ab wie vielen Überlebenden sollen weitere Embryonen aufgetaut werden?
Wie viele sollen ihnen nach dem Auftauen weiterer Embryonen eingesetzt werden?
Warum kann man sowas nicht entscheiden, wenn es soweit ist? Sie tauen 2 auf (die gibts nur in 2er Päckchen), eins überlebt vielleicht nicht, dann rufen sie mich an und wir entscheiden dann was getan werden muss. Just-in-Time quasi. Das ist wie über ungelegte Eier sprechen, würde meine Mutter sagen.
Aber ja, ich versteh schon...die können dann einem nicht ewig hinterher telefonieren, die müssen handeln.
Über diese Fragen machen wir uns nach der nächsten Mens Gedanken. Aber bis dahin haben wir bestimmt noch 3 Wochen Zeit, Zeit zum durchatmen und Kraft tanken.
Nächsten Zyklus geht es dann weiter. Mit unseren Eisbärchen...ich freue mich auf euch!
Mittwoch, 10. Juli 2013
Follikel messen
Oh man, ich bin so aufgeregt, ich weiß kaum noch, wie ich still sitzen soll, geschweige denn mich konzentrieren.
Heute ist noch mal eine letzte Kontrolle vor der Punktion. Die Ärztin ist hellauf begeistert....und ich erst ;-) !
Die GMSH ist bei 12 (!!) mm, das ist echt super klasse. Alle relevanten Follikel sind bei 19 - 21 mm., also auch alle super schön ausgereift. Perfekte Voraussetzungen würde ich mal sagen.
Ich frage die Ärztin noch ein paar Details zur Punktion und Befruchtung ab. Mir werden also alle Eizellen entnommen, alle befruchtet und dann die 2 besten wieder zurückgegeben. Der Rest wird eingefroren für weitere Versuche ohne Stimulation.
Die Punktion wird der Herr Doktor übernehmen, von mir aus, da schlaf ich ja ;-) ! Den Transfer wird auch der Doktor machen, denn meine Ärztin hat Urlaub. Ich wünsche ihr einen schönen Urlaub. "Wir sehen uns" meinte sie...ich hoffe nicht so schnell wieder...
Heut Abend soll ich mir den Rest aus dem Spritzenpen pünktlich 18Uhr spritzen. Dan pünktlich 20:15Uhr soll ich per Spritze den Eisprung auslösen. Durch diese Spritze wird das Ei in dem Follikel darauf vorbereitet, dass es Diesen demnächst verlassen wird. Das muss genau 36 Stunden vor der Punktion passieren. Diese Spritze darf mein lieber Mann mir wieder geben, denn die ist länger und dicker und beinhaltet viel mehr Flüssigkeit. Das schaff ich nicht allein...
Alles organisatorische bespricht die Schwester mit mir.
Ich bekomme allerhand Listen und Fragebögen (wieder mal). Am Freitag 7:30Uhr sollen wir da sein. Ich darf 12 Stunden vorher nichts essen, 6 Stunde vorher nichts trinken...kein Bonbon, kein Kaugummi...nichts. Oha...
Ich bin viel zu aufgeregt um zu wissen, ob ich irgendeine Frage gerade vergesse zustellen. War da noch was? Ich habe nicht die geringste Ahnung...
Zusatzinfo Punktion:
Bei der Punktion werden alle Eizellen aus den Follikeln entnommen. Dabei werden entsprechende Werkzeuge eingeführt und durch die Scheidenwand "gebohrt". Per Ultraschall sieht der Herr Doktor, wo sich die Eizellen befinden und kann diese dann absaugen. Es wird nichts aufgeschnitten und es muss nichts genäht werden. Das ganze wird unter Vollnarkose gemacht.
Ich bin aufgeregt, ich bin aufgeregt....äh nein falsch....ich bin gaaanz ruhig und entspannt... (das wird mein neues Mantra).
So denn, ich meld mich Freitag...bestimmt.
Heute ist noch mal eine letzte Kontrolle vor der Punktion. Die Ärztin ist hellauf begeistert....und ich erst ;-) !
Die GMSH ist bei 12 (!!) mm, das ist echt super klasse. Alle relevanten Follikel sind bei 19 - 21 mm., also auch alle super schön ausgereift. Perfekte Voraussetzungen würde ich mal sagen.
Ich frage die Ärztin noch ein paar Details zur Punktion und Befruchtung ab. Mir werden also alle Eizellen entnommen, alle befruchtet und dann die 2 besten wieder zurückgegeben. Der Rest wird eingefroren für weitere Versuche ohne Stimulation.
Die Punktion wird der Herr Doktor übernehmen, von mir aus, da schlaf ich ja ;-) ! Den Transfer wird auch der Doktor machen, denn meine Ärztin hat Urlaub. Ich wünsche ihr einen schönen Urlaub. "Wir sehen uns" meinte sie...ich hoffe nicht so schnell wieder...
Heut Abend soll ich mir den Rest aus dem Spritzenpen pünktlich 18Uhr spritzen. Dan pünktlich 20:15Uhr soll ich per Spritze den Eisprung auslösen. Durch diese Spritze wird das Ei in dem Follikel darauf vorbereitet, dass es Diesen demnächst verlassen wird. Das muss genau 36 Stunden vor der Punktion passieren. Diese Spritze darf mein lieber Mann mir wieder geben, denn die ist länger und dicker und beinhaltet viel mehr Flüssigkeit. Das schaff ich nicht allein...
Alles organisatorische bespricht die Schwester mit mir.
Ich bekomme allerhand Listen und Fragebögen (wieder mal). Am Freitag 7:30Uhr sollen wir da sein. Ich darf 12 Stunden vorher nichts essen, 6 Stunde vorher nichts trinken...kein Bonbon, kein Kaugummi...nichts. Oha...
Ich bin viel zu aufgeregt um zu wissen, ob ich irgendeine Frage gerade vergesse zustellen. War da noch was? Ich habe nicht die geringste Ahnung...
Zusatzinfo Punktion:
Bei der Punktion werden alle Eizellen aus den Follikeln entnommen. Dabei werden entsprechende Werkzeuge eingeführt und durch die Scheidenwand "gebohrt". Per Ultraschall sieht der Herr Doktor, wo sich die Eizellen befinden und kann diese dann absaugen. Es wird nichts aufgeschnitten und es muss nichts genäht werden. Das ganze wird unter Vollnarkose gemacht.
Ich bin aufgeregt, ich bin aufgeregt....äh nein falsch....ich bin gaaanz ruhig und entspannt... (das wird mein neues Mantra).
So denn, ich meld mich Freitag...bestimmt.
Dienstag, 9. Juli 2013
Follikel zählen Klappe die Vierte
Ich komme abgehetzt in der Klinik an, da ich irgendwie doch schon spät dran bin. Aber egal, vor mir stehen eh erstmal noch allerhand Frauen an der Anmeldung. Dann steh ich ganz vorn und schau die Schwester an und dann kommts..."Komm Sie ruhige ran, Frau XY"....sie spricht mich mit Namen an ohne vorher in meine Akte geschaut zu haben. Hmm, einerseits freu ich mich natürlich, dass die Schwester so nett zu mir ist, aber andererseits...will man das? Will man in der Kinderwunschklinik mit Namen angesprochen werden. Es gibt einem ein Gefühl von "du bist zu oft hier" und "so häuslich werden willst du hier nun wirklich nicht". Auf jeden Fall bin ich jetzt also Frau XY in der Klinik und jeder kennt mich...toll oder nicht oder wie auch immer.
Kaum dass ich sitze und meine ständig arbeitenden Gehirnwindungen in ein Nachrichtenmagazin vergraben habe, ruft mich die Ärztin auch schon auf. Ich erzähle ihr gleich von meiner Unsicherheit, dass ich kaum noch etwas von meine Eierstöcken spüre. Sie meint, sie hätte das schon mehrfach von Frauen gehört und das wäre kein Grund zur Sorge.
Also rauf auf den Stuhl und nachgeschaut. Wow, die GMSH sieht super aus, 10mm...ein schönes weiches Polster.
Dann sehen wir rechts 3 schöne große Follikel, so um die 18 - 19mm groß, und einen Kleineren bei 15mm.
Links sehen wir 4 Follikel, alle so um die 15 - 17mm groß. Links braucht also noch etwas und rechts wartet derweil.
Die rechten Follikel sind schon recht groß mit 19mm und eigentlich schon sprungreif, so dass ich Angst habe, dass die Eier bis Freitag (Punktion) hüpfen. Aber das können sie nicht unter dem Nasenspray, meint die Ärztin. Mein Körper kann unter dem Nasenspray sozusagen gar nichts allein. Ich brauche ein anderes Hormon, welches ebenfalls künstlich zugeführt werden muss, um den Eisprung auszulösen. Aber dazu am Mittwoch mehr.
Ich spritze also noch 2 Tage weiter die gleiche Dosis wie bisher und somit können die noch nicht ganz so reifen Follikel noch schön nachreifen!
Erleichtert verlasse ich das Sprechzimmer. Ich muss noch Blut abgeben für einen HIV- und Hepatitis-Test. Oh nein, die Schwester, die mich letztes mal so zerstochen hat, hat heut Dienst...aber mit etwas gutem Willen und Konzentration bekommt sie das heut besser hin...zum Glück, es ist schließlich T-Shirt-Wetter!
Termin für Mittwoch ist gemacht, da wird dann zusätzlich zum Folli-TV alles weitere zur Punktion am Freitag besprochen.
Jetzt gönn ich mir erstmal ein leckeres Eis und chille in der Sonne...ich bin zuversichtlich und gut gelaunt...alles wird gut!
Freitag, 5. Juli 2013
Follikel zählen Klappe die Dritte
Jetzt bin ich doch ein wenig enttäuscht. Doch der Reihe nach.
Heut morgen mach ich wieder fleißig Budenschwung, bevor ich zu meinem Ultraschalltermin gehe. Gemütlich radel ich zur Klinik und bin baff, ab 8Uhr ist Sprechstunde und ich bin 8:05Uhr da: das Wartezimmer ist gerammelt voll, ich bekomm gerade noch so einen Platz.
Leider muss ich heut auch etwas länger warten. Aber was solls, die Apotheke im Erdgeschoss macht ja eh erst 9Uhr auf.
Die Ärztin ruft mich auf und ich bin froh heute wieder ihr mein Intimstes offenbaren zu dürfen. Man wählt ja bekanntlich das geringere Übel...und das ist sie, im Vergleich zum Herrn Doktor.
Um es kurz zu machen: es stagniert etwas und es sind wohl nur 7 Follikel wirklich aktiv weiter gewachsen. Da bin ich jetzt doch etwas enttäuscht, ich hatte schon so mit 10 Follis gerechnet. Aber naja, lieber 7 Eier der Klasse 1a, als 15 der Klasse b. Man muss nehmen was man bekommt.
Aber natürlich versuchen wir, die Follikel, die noch unter 10mm sind, weiter zum wachsen zu bringen. Wir erhöhen die Dosis weiter, diesmal um einen deutlich größeren Sprung als bisher. Montag sehen wir weiter.
Die Ärztin gibt mir noch auf den Weg, ich solle mich schonen, viel trinken, mich wenig bewegen, nur leichten Sport, kein Gehüpfe (schade ;-) ) und nur Radfahren auf ebenen Strecken (da muss ich die Mountainbike-Tour wohl verschieben ;-) ).
Mein nächster Weg führt mich wieder mal zur Apotheke. Nachdem ich 10 Minuten bis zur Öffnungszeit davor rumgehangen habe wie ein Junkie, erkläre ich dem überfreundlichen Apotheker, dass ich 2 Spritzenpens brauche...ja jetzt drehen wir ordentlich auf. Er tütet alles ein, macht ein super Geschäft mit mir und entlässt mich in einen "schönen Tag".
Auf dem Bahnsteig rette ich einen wunderbaren großen braunen Käfer vor den viel zu hastigen und unaufmerksamen Füßen der Fahrgäste.
Damit entlasse ich euch ebenfalls in ein schönes Wochenende. Ich geh weiter brüten.
Heut morgen mach ich wieder fleißig Budenschwung, bevor ich zu meinem Ultraschalltermin gehe. Gemütlich radel ich zur Klinik und bin baff, ab 8Uhr ist Sprechstunde und ich bin 8:05Uhr da: das Wartezimmer ist gerammelt voll, ich bekomm gerade noch so einen Platz.
Leider muss ich heut auch etwas länger warten. Aber was solls, die Apotheke im Erdgeschoss macht ja eh erst 9Uhr auf.
Die Ärztin ruft mich auf und ich bin froh heute wieder ihr mein Intimstes offenbaren zu dürfen. Man wählt ja bekanntlich das geringere Übel...und das ist sie, im Vergleich zum Herrn Doktor.
Um es kurz zu machen: es stagniert etwas und es sind wohl nur 7 Follikel wirklich aktiv weiter gewachsen. Da bin ich jetzt doch etwas enttäuscht, ich hatte schon so mit 10 Follis gerechnet. Aber naja, lieber 7 Eier der Klasse 1a, als 15 der Klasse b. Man muss nehmen was man bekommt.
Aber natürlich versuchen wir, die Follikel, die noch unter 10mm sind, weiter zum wachsen zu bringen. Wir erhöhen die Dosis weiter, diesmal um einen deutlich größeren Sprung als bisher. Montag sehen wir weiter.
Die Ärztin gibt mir noch auf den Weg, ich solle mich schonen, viel trinken, mich wenig bewegen, nur leichten Sport, kein Gehüpfe (schade ;-) ) und nur Radfahren auf ebenen Strecken (da muss ich die Mountainbike-Tour wohl verschieben ;-) ).
Mein nächster Weg führt mich wieder mal zur Apotheke. Nachdem ich 10 Minuten bis zur Öffnungszeit davor rumgehangen habe wie ein Junkie, erkläre ich dem überfreundlichen Apotheker, dass ich 2 Spritzenpens brauche...ja jetzt drehen wir ordentlich auf. Er tütet alles ein, macht ein super Geschäft mit mir und entlässt mich in einen "schönen Tag".
Auf dem Bahnsteig rette ich einen wunderbaren großen braunen Käfer vor den viel zu hastigen und unaufmerksamen Füßen der Fahrgäste.
Damit entlasse ich euch ebenfalls in ein schönes Wochenende. Ich geh weiter brüten.
Mittwoch, 3. Juli 2013
Follikel zählen Klappe die Zweite
Ich hab nun also 2 Tage die nächsthöhere Dosis gespritzt und fein gebrütet ;-) !
Und heut war ich wieder beim Folli-TV.
Es geht mir nach wie vor gut, ich habe nur wenig Nebenwirkungen (leichte Kopfschmerzen, ab und an etwas Übelkeit und Haarausfall), es zieht und ziept weiterhin nur leicht im Unterleib, worüber ich doch recht froh bin. Ich habe vorher gedacht, dass mich die Stimu mehr einschränken oder beeinflussen wird. Aber ich kann alles genauso machen wie sonst auch, nur halt einmal täglich pieken und viermal täglich Nasenspray nehmen.
Ich bin heut morgen also zu selben Zeit wie immer aufgestanden und hatte dann noch ne Stunde Zeit, bis ich zur Klinik musste. Zum Glück ist die Klinik keine 5 Radlminuten von uns entfernt! Also hab ich erstmal das Bad geputzt, freie Zeit effektiv nutzen, sag ich da nur ;-) . Länger schlafen kann ja jeder =) !
Dann bin ich zur Klinik geradelt und nach kaum 5 Minuten Wartezeit werde ich aufgerufen. Eine Schwester bringt mich zum Herrn Doktor, der ne Weile braucht, bis er checkt, dass ich untenrum befreit dastehe und auf sein geschultes Auge warte....
Warum ich heut beim Doktor war? Naja, ich wollte halt einen zeitigen Termin und da war meine liebe Ärztin schon ausgebucht, aber am Freitag dann wieder.
Wenig einfühlsam wird die "Dildokamera" an den Ort ihres Einsatzes gebracht und dann gehts ans Follikel zählen und messen.
Ohne ein Wort zu mir zählt er einfach stupide auf und die Schwester schreibt mit:
"rechts 3+1, 12, 13, 12 ähh, 3+2, 2 unter 10; links 5, 12, 13, 11, 12, 10, noch weitere unter 8, Endo 6mm" Dann zu mir: "Sie können sich wieder anziehen und dann besprechen wir das weitere Vorgehen"
Um das mal zusammen zu fassen: es bleibt bei 8-10 etwa gleichgroßen Follikeln, wenn alle so schön gleichmäßig wachsen. Die GMSH ist immer noch bei 6mm, das sollte noch etwas mehr werden, es soll doch ein schönes weiches Bettchen für die Eizellen geben. Aber das wird schon noch...
Die Dosis wird für heute und morgen erhöht und Freitag schauen wir wieder nach. "Bis Freitag dann" ruft der Doktor mir noch hinterher...
Leicht traumatisiert verlasse ich das Sprechzimmer und erkundige mich nochmal an der Anmeldung, bei wem mein Termin am Freitag ist. Ach bei der Ärztin, na Gott sei Dank!
Und heut war ich wieder beim Folli-TV.
Es geht mir nach wie vor gut, ich habe nur wenig Nebenwirkungen (leichte Kopfschmerzen, ab und an etwas Übelkeit und Haarausfall), es zieht und ziept weiterhin nur leicht im Unterleib, worüber ich doch recht froh bin. Ich habe vorher gedacht, dass mich die Stimu mehr einschränken oder beeinflussen wird. Aber ich kann alles genauso machen wie sonst auch, nur halt einmal täglich pieken und viermal täglich Nasenspray nehmen.
Ich bin heut morgen also zu selben Zeit wie immer aufgestanden und hatte dann noch ne Stunde Zeit, bis ich zur Klinik musste. Zum Glück ist die Klinik keine 5 Radlminuten von uns entfernt! Also hab ich erstmal das Bad geputzt, freie Zeit effektiv nutzen, sag ich da nur ;-) . Länger schlafen kann ja jeder =) !
Dann bin ich zur Klinik geradelt und nach kaum 5 Minuten Wartezeit werde ich aufgerufen. Eine Schwester bringt mich zum Herrn Doktor, der ne Weile braucht, bis er checkt, dass ich untenrum befreit dastehe und auf sein geschultes Auge warte....
Warum ich heut beim Doktor war? Naja, ich wollte halt einen zeitigen Termin und da war meine liebe Ärztin schon ausgebucht, aber am Freitag dann wieder.
Wenig einfühlsam wird die "Dildokamera" an den Ort ihres Einsatzes gebracht und dann gehts ans Follikel zählen und messen.
Ohne ein Wort zu mir zählt er einfach stupide auf und die Schwester schreibt mit:
"rechts 3+1, 12, 13, 12 ähh, 3+2, 2 unter 10; links 5, 12, 13, 11, 12, 10, noch weitere unter 8, Endo 6mm" Dann zu mir: "Sie können sich wieder anziehen und dann besprechen wir das weitere Vorgehen"
Um das mal zusammen zu fassen: es bleibt bei 8-10 etwa gleichgroßen Follikeln, wenn alle so schön gleichmäßig wachsen. Die GMSH ist immer noch bei 6mm, das sollte noch etwas mehr werden, es soll doch ein schönes weiches Bettchen für die Eizellen geben. Aber das wird schon noch...
Die Dosis wird für heute und morgen erhöht und Freitag schauen wir wieder nach. "Bis Freitag dann" ruft der Doktor mir noch hinterher...
Leicht traumatisiert verlasse ich das Sprechzimmer und erkundige mich nochmal an der Anmeldung, bei wem mein Termin am Freitag ist. Ach bei der Ärztin, na Gott sei Dank!
Dienstag, 2. Juli 2013
Follikel zählen Klappe die Erste
Ich bin so aufgeregt, kann mir mal einer sagen, warum ich so aufgeregt bin?
Ich mach mich eine Stunde früher von Arbeit auf den Weg zur Klinik und bin nervös. Warum nur? Zum Folli-TV war ich ja nun inzwischen oft genug, dass sich etwas Routine eingestellt haben könnte. Aber trotzdem ist es diesmal wohl etwas anderes, bedeutenderes. Es scheint mir einfach so surreal, dass da nun plötzlich mehr als der übliche eine oder maximal zwei Follikel in mir wachsen sollen.
Es ziept und zieht schon immer mal leicht, auf beiden Seiten, aber alles noch im Rahmen und nichts unerträgliches. Ich bin neugierig, wie die Stimu angeschlagen hat.
Nach nur wenigen Minuten Wartezeit werd ich aufgerufen. Die Ärztin meint, wir schauen einfach erstmal und besprechen dann das weitere Vorgehen. Gut so, ich will wissen was abgeht in mir.
Sie fragt auch, wie es mir geht, wie ich mich fühle. Die leichten Kopfschmerzen, die Übelkeit, der Kreislauf...ja, das wäre alles auf die Stimu zurückzuführen.
Zuerst misst sie die Gebärmutterschleimhaut (GMSH), die ist schon bei 6mm. Sehr schön. Beim Eisprung sollte sie so bei 10mm sein, das läuft also schon mal gut.
Dann zählt sie rechts 3 Follikel und links 5 Follikel. Macht nach Adam Ries 8 Follikel. Die Ärztin meint dann leicht entschuldigend, dass wir ja mit einer sehr geringen Dosis angefangen haben, da ich ja noch jung (aha) und schlank (oha) bin und somit statistisch zu denen gehöre, die sehr gut auf eine Stimu reagieren. Sie meint, ich soll nicht enttäuscht sein. Bin ich nicht. Lieber langsam rantasten als volle Kanüle und dann abbrechen müssen. Wahrscheinlich hatte sie mehr erwartet. Sie meint dann noch, dass die jetzige Anzahl noch gar nichts über die endgültige Anzahl aussagt. Wir erhöhen die Dosis noch etwas und es können noch weitere Follikel nachziehen. Also noch alles drin.
Ideal wären so zwischen 10 - 15 reife Follikel. Ich bin dahingehend optimistisch, da geht sicher noch was. Noch habe ich Reserven, sagt zumindest mein AMH-Wert.
Zusatzinfo AMH-Wert:
Das Anti-Müller-Hormon kann zur Fertilitäts (Fruchtbarkeits-)diagnostik verwendet werden. Es korreliert mit der Funktion der Eierstöcke. Mit zunehmenden Alter sinkt der AMH-Spiegel der Frau entsprechend dem Verlust ovarieller Funktionsreserve ab. Mit anderen Worten: wenn die Reserve der im Eierstock noch vorhandenen Eizellen abnimmt, sinkt auch der AMH-Wert. Denn wir Frauen bekommen alle Eizellen schon bei der Geburt mit und bilden keine neuen Eizellen nach.
Am Ende des Gesprächs bekomme ich noch ein neues Rezept für einen neuen Spritzen-Pen und schon bin ich wieder draußen. Die Sonne scheint, ich trage (vorerst) 8 reifende Eichen mit mir rum, die Welt ist ok (für heute).
Am Mittwoch geh ich wieder zum Folli-TV. Mal schauen, was wir dann sehen.
Freitag, 28. Juni 2013
Beim ersten mal tats noch weh....
...beim zweiten mal nicht mehr so sehr und heut weiß ich, daran stirbt man nicht mehr.
Nun aber im ernst: ich habe mir gestern meine erste Spritze selbst gesetzt. Doch der Reihe nach.
Pünktlich 21 Uhr hole ich den Pen aus dem Kühlschrank, einen Wattepad und das Desinfektionsspray aus dem Bad. Ich baue alles auf dem Küchentisch auf. Stelle mich theatralisch vor meinen Mann und mache mit den Worten "es geht los" auf mich aufmerksam. Er stellt sich an die Spüle und wäscht ab, mit dem Rücken zu mir quasselt er mich ununterbrochen voll. Ich lese nochmal die Schritt-für-Schritt-Anleitung, informiere meinen Mann darüber, das ich mich nun konzentrieren müsse und führe alle Schritte sorgfältig aus. Ich schraube die Nadel auf den Pen, stelle die Dosierung hinten am Pen ein und ziehe die äußere Hülle von der Nadel.
Ich sprühe ne ordentliche Ladung Desinfektionsspray auf die Gegend links neben meinem Bauchnabel und warte bis es verdunstet ist. Dann ziehe ich die innere Hülle von der Nadel und schau sie mir an...ich hatte sie kürzer in Erinnerung.
Die Haut neben meinem Bauchnabel quetsche ich nun ordentlich zwischen zwei Fingern zusammen. Noch ein letzter kontrollierender Blick hin und her zwischen Bauchfalte und Pen.
Ich denke "hmm und nun? Soll ich bis 3 zählen?" Doch eh ich mich versehe, nimmt meine Hand Anlauf und schon steckt die Nadel in meinem Bauchspeck. Hui...das ging ja leicht. So und nun? Ach ja, hinten das Drehdingens runterdrücken. Also gut, ich drücke und merke nichts, gut so! Ich zähle bissel und dann zieh ich die Nadel wieder raus....geschafft!
Ich tu das meinem immer noch abwaschendem Mann kund. Er freut sich, dass ich es allein hinbekommen hab. Ich bin stolz!
Nun fang ich an zu zittern, aber hinterher ists ja egal.
Gleich noch das Nasenspray hinterher und schon bin ich wieder voll auf "Level".
So gehts nun erstmal weiter und am Montag schauen wir dann das erste mal, wie die Eierproduktion so läuft.
Ich wünsche ein angenehmes Wochenende.
Mittwoch, 8. Mai 2013
Folli-TV: Doppelproduktion
Mein Termin zum Folli-TV ist 8Uhr morgens. Diesmal bin ich arg unsicher, da ich irgendwie nicht so richtig weiß, wo ich im Zyklus bin. Es zwickt und zwackt sowohl links als auch rechts im Unterleib, aber sonst hab ich noch keine weiteren Anzeichen, die auf erhöhte Fruchtbarkeit schließen lassen.
Ich spreche vorher mit meinem Mann alle Varianten durch, da wir ja eigentlich am Donnerstag in Kurzurlaub fahren wollen.
Variante 1: mein Ei ist reif und wir können am Mittwoch die IUI machen und Donnerstag in Kurzurlaub fahren.
Variante 2: mein Ei wird erst Freitag reif sein, wir machen die IUI am Freitag und canceln den Urlaub.
Variante 3: mein Ei wird erst zum Wochenende reif, wir canceln die IUI und machen die Downregulierung für die ICSI schon einen Monat früher als geplant. Dafür müsste ich erst an Zyklustag 20 wieder in die Klinik und wir könnten in Ruhe in Kurzurlaub fahren.
Ok, alles ist besprochen und nichts ist planbar.
Ich radel gemütlich zur Klinik. Es steht mal keine lange Schlange an der Anmeldung, ich bin erstaunt. Nach kaum 10 Minuten Wartezeit gehts zur Untersuchung.
Wir schauen rechts...ein Follikel von ca. 13mm, der hat also ca. noch 4 Tage Zeit. Aber vielleicht ist links ein größerer Follikel. Wir schauen links...noch ein Follikel von knapp 14mm. Ui, was ist das denn? So entstehen Zwillinge meint die Ärztin. Es reifen 2 Eier gleichzeitig heran.
Entweder die zanken noch ums Vorrecht und einer setzt sich durch oder sie wachsen beide weiter. Wir entscheiden uns dafür, die IUI am Freitag zu machen. Da wird ja noch mal Ultraschall gemacht und da können wir sehen, wie es sich entwickelt hat. Falls es dann immer noch 2 Follikel sind, müssen wir unterschreiben, dass wir die IUI trotzdem machen, wegen des erhöhten Risikos einer Zwillingsschwangerschaft.
Und machen wir die IUI dann trotzdem? Obwohl es Zwillinge werden könnten? Klar machen wir es trotzdem. Es sind nur 2, nicht 5. Natürlich kennen wir die Risiken, die eine Zwillingsschwangerschaft mit sich bringt. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass beide befruchtet werden, ist so verschwindend gering, wir lassen den Zyklus nicht ungenutzt.
Bedeuten 2 reife Eier doppelte Chance? Hmm, schwer zu sagen, denn die gleiche Anzahl Schwimmer teilen sich ja so auf 2 Eier auf. Aber sie haben zweimal die Chance ein Ei zu befruchten. Hin wie her, ein befruchtetes würde uns ja schon reichen.
Ach und in Urlaub fahren wir trotzdem, es wird ein verkürzter Kurzurlaub. Freitagnachmittag gehts los!
Ich spreche vorher mit meinem Mann alle Varianten durch, da wir ja eigentlich am Donnerstag in Kurzurlaub fahren wollen.
Variante 1: mein Ei ist reif und wir können am Mittwoch die IUI machen und Donnerstag in Kurzurlaub fahren.
Variante 2: mein Ei wird erst Freitag reif sein, wir machen die IUI am Freitag und canceln den Urlaub.
Variante 3: mein Ei wird erst zum Wochenende reif, wir canceln die IUI und machen die Downregulierung für die ICSI schon einen Monat früher als geplant. Dafür müsste ich erst an Zyklustag 20 wieder in die Klinik und wir könnten in Ruhe in Kurzurlaub fahren.
Ok, alles ist besprochen und nichts ist planbar.
Ich radel gemütlich zur Klinik. Es steht mal keine lange Schlange an der Anmeldung, ich bin erstaunt. Nach kaum 10 Minuten Wartezeit gehts zur Untersuchung.
Wir schauen rechts...ein Follikel von ca. 13mm, der hat also ca. noch 4 Tage Zeit. Aber vielleicht ist links ein größerer Follikel. Wir schauen links...noch ein Follikel von knapp 14mm. Ui, was ist das denn? So entstehen Zwillinge meint die Ärztin. Es reifen 2 Eier gleichzeitig heran.
Entweder die zanken noch ums Vorrecht und einer setzt sich durch oder sie wachsen beide weiter. Wir entscheiden uns dafür, die IUI am Freitag zu machen. Da wird ja noch mal Ultraschall gemacht und da können wir sehen, wie es sich entwickelt hat. Falls es dann immer noch 2 Follikel sind, müssen wir unterschreiben, dass wir die IUI trotzdem machen, wegen des erhöhten Risikos einer Zwillingsschwangerschaft.
Und machen wir die IUI dann trotzdem? Obwohl es Zwillinge werden könnten? Klar machen wir es trotzdem. Es sind nur 2, nicht 5. Natürlich kennen wir die Risiken, die eine Zwillingsschwangerschaft mit sich bringt. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass beide befruchtet werden, ist so verschwindend gering, wir lassen den Zyklus nicht ungenutzt.
Bedeuten 2 reife Eier doppelte Chance? Hmm, schwer zu sagen, denn die gleiche Anzahl Schwimmer teilen sich ja so auf 2 Eier auf. Aber sie haben zweimal die Chance ein Ei zu befruchten. Hin wie her, ein befruchtetes würde uns ja schon reichen.
Ach und in Urlaub fahren wir trotzdem, es wird ein verkürzter Kurzurlaub. Freitagnachmittag gehts los!
Mittwoch, 3. April 2013
Folli-TV und viele Fragen
Wir gehen also diesen Weg erstmal weiter, den Weg der Insemination. Heut war ich beim Ultraschall und auf der linken Seite hat sich ein wunderschöner runder Follikel von 16mm gebildet. Die Ärztin meint, wir könnten die Insemination schon morgen machen, doch das erscheint mir ziemlich früh. Das letzte mal haben wir bei 17mm noch das ganze Wochenende gewartet. Also entscheiden wir uns für Freitag.
Im anschließenden Gespräch wollen wir ein paar Fragen beantwortet haben.
Wie kann es für uns weiter gehen? Ist es sinnvoll den Weg der IUI weiter zu gehen? Können noch andere Dinge untersucht werden, um der Ursache auf den Grund zu gehen? Wie läuft der Übergang zu Level 3 ab? Doch die Ärztin wimmelt uns ab...sie hat pro Patient nur 10 Minuten Zeit und kann in der Zeit nicht auf Fragen eingehen. Wir sollen einen Beratungstermin ausmachen und da kann Sie sich dann auch die Spermiogramme genauer ansehen und uns eine weitere Behandlung empfehlen. Toll, das war ja etwas unbefriedigend.
Wir bekommen einen Termin zur Beratung am 29.4.. Sofort dreht sich in meinem Kopf das Zahlenkarussell....rechne rechne..wann endet eventuell dieser Zyklus...wann wäre der nächste Eisprung...hmm, dann wirds auf keinen Fall etwas im Mai mit einer eventuellen neuen Behandlung. Und dann ist schon das halbe Jahr wieder rum...
Aber eins nach dem anderen: also am Freitag die 5. Insemination und dann am 29.4. das Beratungsgespräch.
Im Mai fängt mein Mann einen Lehrgang an, das heißt, dass er hinsichtlich Termineinteilung nicht mehr ganz so flexibel ist wie im Moment. Kann ja keiner ahnen, dass sich das alles so dermaßen in die Länge zieht. Warum hat man (frau) auch nur einen Eisprung im Monat? Warum kann es nicht mal einfach sein? Warum wir? Warum kann es nicht mal klappen? Warum haben wir nicht einfach mal Glück? Warum Warum...da sind sie wieder, die vielen Warum, in letzter Zeit wieder mehr präsent.
Gedanklich beschäftigen wir uns beide immer intensiver mit Level 3, dem höchsten Level auf der Leiter der künstlichen Befruchtung. Wir haben Angst davor, diesen Schritt wirklich gehen zu müssen. Noch haben wir Angst, doch die Schmerzgrenze sinkt und man wird fähig immer mehr zu ertragen und durchzumachen auf dem Weg zum Wunschkind.
Aber jetzt starten wir erstmal Versuch Nr. 5. Mein armer Mann hatte letzte Woche Fieber, Magen-Darm und ist im Moment noch arg verschnupft...das kann die Qualität der Schwimmer beeinflussen, meint die Ärztin.
Im anschließenden Gespräch wollen wir ein paar Fragen beantwortet haben.
Wie kann es für uns weiter gehen? Ist es sinnvoll den Weg der IUI weiter zu gehen? Können noch andere Dinge untersucht werden, um der Ursache auf den Grund zu gehen? Wie läuft der Übergang zu Level 3 ab? Doch die Ärztin wimmelt uns ab...sie hat pro Patient nur 10 Minuten Zeit und kann in der Zeit nicht auf Fragen eingehen. Wir sollen einen Beratungstermin ausmachen und da kann Sie sich dann auch die Spermiogramme genauer ansehen und uns eine weitere Behandlung empfehlen. Toll, das war ja etwas unbefriedigend.
Wir bekommen einen Termin zur Beratung am 29.4.. Sofort dreht sich in meinem Kopf das Zahlenkarussell....rechne rechne..wann endet eventuell dieser Zyklus...wann wäre der nächste Eisprung...hmm, dann wirds auf keinen Fall etwas im Mai mit einer eventuellen neuen Behandlung. Und dann ist schon das halbe Jahr wieder rum...
Aber eins nach dem anderen: also am Freitag die 5. Insemination und dann am 29.4. das Beratungsgespräch.
Im Mai fängt mein Mann einen Lehrgang an, das heißt, dass er hinsichtlich Termineinteilung nicht mehr ganz so flexibel ist wie im Moment. Kann ja keiner ahnen, dass sich das alles so dermaßen in die Länge zieht. Warum hat man (frau) auch nur einen Eisprung im Monat? Warum kann es nicht mal einfach sein? Warum wir? Warum kann es nicht mal klappen? Warum haben wir nicht einfach mal Glück? Warum Warum...da sind sie wieder, die vielen Warum, in letzter Zeit wieder mehr präsent.
Gedanklich beschäftigen wir uns beide immer intensiver mit Level 3, dem höchsten Level auf der Leiter der künstlichen Befruchtung. Wir haben Angst davor, diesen Schritt wirklich gehen zu müssen. Noch haben wir Angst, doch die Schmerzgrenze sinkt und man wird fähig immer mehr zu ertragen und durchzumachen auf dem Weg zum Wunschkind.
Aber jetzt starten wir erstmal Versuch Nr. 5. Mein armer Mann hatte letzte Woche Fieber, Magen-Darm und ist im Moment noch arg verschnupft...das kann die Qualität der Schwimmer beeinflussen, meint die Ärztin.
Freitag, 1. März 2013
Folli-TV: einmal läuft es wie gewünscht!
Zyklustag 11: Folli-TV
Gestern Abend bin ich mit Ohrstöpseln in den Ohren Hörbuch hörend durch die Wohnung gewuselt und hab alles geputzt was eben geputzt werden musste. Danach lag ich ko auf dem Sofa, eingekuschelt in eine Decke und hab mich vom TV bedudeln lassen. Mein Mann meinte ich solle mich besser aufdecken, damit ich nicht so warm brüte...schließlich soll das Ei noch nicht so reif sein. Scherzkeks.
Kurz vorm zu Bett gehen, hab ich sogar für einen kurzen Moment vergessen, dass ich zum Ultraschall muss. Ich muss mich erinnern, dass ich nicht aus Versehen wie immer auf Arbeit fahre.
Doch heut morgen kommt vergessen gar nicht in Frage. Ich bin aufgeregt und schicke Stoßgebete zum Himmel, dass der Folli doch bitte nicht zu groß ist. Wir besprechen, was wir machen, wenn er zu groß ist um auf Montag zu warten, aber eigentlich noch nicht reif genug ist. Hmm...keinen richtigen Plan, wahrscheinlich würden wir die IUI dann heute machen. Aber sofort kommt das Gefühl hoch "dann klappt es doch aber erst recht nicht".
Mein Magen krampft und ich muss mehrmals auf Klo, ich habe kalte zitternde Hände. Ich habe einfach so Angst, dass der Zeitpunkt wieder nicht ideal ist.
Ich setz mich aufs Rad und radel gemütlich zur Klinik. In der Anmeldung ist schon allerhand los, viele Frauen mit großen Taschen. Punktionen und Transfere stehen an, ich hoffe, das bleibt uns erspart (Level 3).
Auch das Wartezimmer ist schon recht voll, ich nehme mir eine Zeitung und lese was über Wechseljahre und Verdauungsprobleme...meine Hände zittern immer noch.
Dann komm ich recht schnell schon dran, heute fragt mich die Ärztin das erste mal, ob sonst alles ok ist. Scheinbar sieht man mir meine Anspannung doch ganz schön an.
Wir schauen uns per Ultraschall die aktuelle Lage an.
Zuerst die Gebärmutterschleimhaut: 9 mm, die erste Erleichterung. Bei voller Reife hat sie so 10 mm. Dann der Eileiter rechts, nichts zu sehen, nur viele kleine unreife Eibläschen.
Dann der Eileiter links, da ist der Leitfollikel. Zu meinem Erschrecken sieht er schon arg rund aus. Die Ärztin meint nur, ganz ruhig, wir messen erst mal: 17 mm....hach, sehr gut, zweite Erleichterung. Wir schaffen es bis Montag.
Ich freue mich, genau das hatte ich mir gewünscht! Am Sonntagnachmittag werden wir per Auslösespritze den Eisprung auslösen und am Montag machen wir dann ganz in Ruhe mit einem schönen reifen Eichen die IUI. Versuch Nurmmer 4 startet!
Gestern Abend bin ich mit Ohrstöpseln in den Ohren Hörbuch hörend durch die Wohnung gewuselt und hab alles geputzt was eben geputzt werden musste. Danach lag ich ko auf dem Sofa, eingekuschelt in eine Decke und hab mich vom TV bedudeln lassen. Mein Mann meinte ich solle mich besser aufdecken, damit ich nicht so warm brüte...schließlich soll das Ei noch nicht so reif sein. Scherzkeks.
Kurz vorm zu Bett gehen, hab ich sogar für einen kurzen Moment vergessen, dass ich zum Ultraschall muss. Ich muss mich erinnern, dass ich nicht aus Versehen wie immer auf Arbeit fahre.
Doch heut morgen kommt vergessen gar nicht in Frage. Ich bin aufgeregt und schicke Stoßgebete zum Himmel, dass der Folli doch bitte nicht zu groß ist. Wir besprechen, was wir machen, wenn er zu groß ist um auf Montag zu warten, aber eigentlich noch nicht reif genug ist. Hmm...keinen richtigen Plan, wahrscheinlich würden wir die IUI dann heute machen. Aber sofort kommt das Gefühl hoch "dann klappt es doch aber erst recht nicht".
Mein Magen krampft und ich muss mehrmals auf Klo, ich habe kalte zitternde Hände. Ich habe einfach so Angst, dass der Zeitpunkt wieder nicht ideal ist.
Ich setz mich aufs Rad und radel gemütlich zur Klinik. In der Anmeldung ist schon allerhand los, viele Frauen mit großen Taschen. Punktionen und Transfere stehen an, ich hoffe, das bleibt uns erspart (Level 3).
Auch das Wartezimmer ist schon recht voll, ich nehme mir eine Zeitung und lese was über Wechseljahre und Verdauungsprobleme...meine Hände zittern immer noch.
Dann komm ich recht schnell schon dran, heute fragt mich die Ärztin das erste mal, ob sonst alles ok ist. Scheinbar sieht man mir meine Anspannung doch ganz schön an.
Wir schauen uns per Ultraschall die aktuelle Lage an.
Zuerst die Gebärmutterschleimhaut: 9 mm, die erste Erleichterung. Bei voller Reife hat sie so 10 mm. Dann der Eileiter rechts, nichts zu sehen, nur viele kleine unreife Eibläschen.
Dann der Eileiter links, da ist der Leitfollikel. Zu meinem Erschrecken sieht er schon arg rund aus. Die Ärztin meint nur, ganz ruhig, wir messen erst mal: 17 mm....hach, sehr gut, zweite Erleichterung. Wir schaffen es bis Montag.
Ich freue mich, genau das hatte ich mir gewünscht! Am Sonntagnachmittag werden wir per Auslösespritze den Eisprung auslösen und am Montag machen wir dann ganz in Ruhe mit einem schönen reifen Eichen die IUI. Versuch Nurmmer 4 startet!
Montag, 25. Februar 2013
Trübsal blasen an einem grauen Tag
Es sind noch 4 Tage bis zum Folli-TV und ich merke jetzt schon, wie in innerlich unruhig werde und sehr unausgeglichen bin.
Gestern war noch ein guter Tag, auch vorgestern noch. Ich war gut drauf, entspannt und selbstbewusst. Kleine Kinder, Schwangere oder Hiobsbotschaften von neuen Schwangerschaften konnten mir kaum etwas anhaben.
Doch schon heute sieht die Welt wieder anders aus. Ich fühl mich allein, schwach und missverstanden. Ich kann schwer in Worten beschreiben, wie es wirklich in mir aussieht. Vielleicht will das so genau auch gar keiner wissen (Oh ja...Selbstmitleid...das können wir sehr gut).
Wir hatten am Wochenende Besuch mit kleinen Kindern. Es war so schön meinen Mann mit den Kids spielen zu sehen. Er hat sie auf dem Schlitten gezogen, hat ihnen vorgelesen...der hübsche blonde kleine Knirps saß neben ihm auf dem Sofa und ich konnte die ganze Zeit nur denken "ich wünsche uns so sehr so einen kleinen süßen Zwerg". Aber das ist nicht der Grund, warum ich heute so "traurig" bin, dafür gibt es nicht wirklich einen Grund. Es gibt nur eben solche und solche Tage. Ich möchte es auf keinen Fall missen, die Zwerge um mich zu haben, nichts ist schöner als unsere Wohnung erfüllt von Kinderlärm und trampelnden Füßchen.
Die Hoffnung auf den neuen Versuch steigt. Ich bin schon innerlich bei Freitag, plane Zeiten und Vorgehen und hoffe und wünsche und schiebe und rechne und beobachte meinen Körper auf Zeichen, ob wir es bis Montag schaffen oder schon am Freitag die IUI machen müssen.
Ablenkung, ja Ablenkung soll helfen hab ich gehört. Ich hab genug Ablenkung, wir haben jeden Tag nach Feierabend etwas vor und sind ständig unterwegs...also daran mangelt es nicht. Aber es ist immer präsent...ich schaue meinen lieben Mann an und denke "ich wünsche uns ein Kind".
So jetzt Kopf hoch, Krone gerade rücken und weiter gehts.
Ich hoffe, ich kann das nächste mal wieder mit einer optimistischeren Stimmung schreiben.
Aber eigentlich ist ja der Blog auch dazu gedacht, euch an meinen Gefühlen und Ängsten teilhaben zu lassen, um Verständnis zu erfahren. Und es gibt leider auch solche Tage...vielleicht ist morgen ein Besserer!
Gestern war noch ein guter Tag, auch vorgestern noch. Ich war gut drauf, entspannt und selbstbewusst. Kleine Kinder, Schwangere oder Hiobsbotschaften von neuen Schwangerschaften konnten mir kaum etwas anhaben.
Doch schon heute sieht die Welt wieder anders aus. Ich fühl mich allein, schwach und missverstanden. Ich kann schwer in Worten beschreiben, wie es wirklich in mir aussieht. Vielleicht will das so genau auch gar keiner wissen (Oh ja...Selbstmitleid...das können wir sehr gut).
Wir hatten am Wochenende Besuch mit kleinen Kindern. Es war so schön meinen Mann mit den Kids spielen zu sehen. Er hat sie auf dem Schlitten gezogen, hat ihnen vorgelesen...der hübsche blonde kleine Knirps saß neben ihm auf dem Sofa und ich konnte die ganze Zeit nur denken "ich wünsche uns so sehr so einen kleinen süßen Zwerg". Aber das ist nicht der Grund, warum ich heute so "traurig" bin, dafür gibt es nicht wirklich einen Grund. Es gibt nur eben solche und solche Tage. Ich möchte es auf keinen Fall missen, die Zwerge um mich zu haben, nichts ist schöner als unsere Wohnung erfüllt von Kinderlärm und trampelnden Füßchen.
Die Hoffnung auf den neuen Versuch steigt. Ich bin schon innerlich bei Freitag, plane Zeiten und Vorgehen und hoffe und wünsche und schiebe und rechne und beobachte meinen Körper auf Zeichen, ob wir es bis Montag schaffen oder schon am Freitag die IUI machen müssen.
Ablenkung, ja Ablenkung soll helfen hab ich gehört. Ich hab genug Ablenkung, wir haben jeden Tag nach Feierabend etwas vor und sind ständig unterwegs...also daran mangelt es nicht. Aber es ist immer präsent...ich schaue meinen lieben Mann an und denke "ich wünsche uns ein Kind".
So jetzt Kopf hoch, Krone gerade rücken und weiter gehts.
Ich hoffe, ich kann das nächste mal wieder mit einer optimistischeren Stimmung schreiben.
Aber eigentlich ist ja der Blog auch dazu gedacht, euch an meinen Gefühlen und Ängsten teilhaben zu lassen, um Verständnis zu erfahren. Und es gibt leider auch solche Tage...vielleicht ist morgen ein Besserer!
Donnerstag, 14. Februar 2013
Februar 2013: 3. Insemination
Und schon finden wir uns im Februar wieder. Die dritte Runde steht unmittelbar bevor. Das alte Sprichwort sagt ja, dass angeblich aller guten Dinge 3 sein sollen. Aber bis hier hin waren die ersten 2 Dinge nicht unbedingt gut. Aber die Hoffnung ist groß, dass das "3. Ding" gut wird.
Ich fange schon an Zyklustag 1 an Tage zu zählen, wann könnte mein Eisprung sein, passt es mit den Wochentagen? Ich will einfach, dass es diesmal besser geplant abläuft. Aber wieder einmal soll es anders kommen als geplant.
Beim Tagezählen komme ich auf den wohl besten Termin für die IUI an einem Freitag. An genau diesem Freitag ist mein Mann dienstlich unterwegs. Er muss schon Donnerstag mittag losfahren. Also bete ich den Zyklusgott für ein schnelles Eichen an. Leider erhört mich der Zyklusgott nicht.
Zyklustag 11: Folli-TV
An einem Mittwoch noch im Januar geh ich zur ersten Ultraschalluntersuchung. Ich habe ein ungutes Gefühl, dass es noch nicht so weit ist, und Freitag würde ja nicht klappen. Mein Gefühl trügt mich wieder mal nicht, leider. Der Folli ist bei knapp 17mm, d.h. er bräuchte eigentlich noch 2 - 3 Tage zur Reifung. Die Ärztin meint, dass wir dann am Freitag die Insemination machen. Ich erkläre ihr die Situation, dass eigentlich nur der Donnerstag noch gehen würde...
Sie schlägt mir dann vor, die Auslösespritze nicht wie üblich einen Tag vor der IUI zu machen, sondern am Morgen vor der IUI und dann am Donnerstag mittag die IUI durchzuführen. Ich solle mir allerdings im klaren sein, dass die Bedingungen dann nicht ideal sind. Wir sollten dann unbedingt Freitag abend nochmal "nachlegen". Ich stimme dem Ablauf zu.
Ich gehe nach hause mit einem grummeln im Bauch. Warum kann denn nicht einmal alles passen?
Zyklustag 12: Insemination
Mein Mann geht morgens in die Klinik und gibt seine Probe ab. Er hat kein gutes Gefühl...denkt, dass es sich nicht wieder verbessert hat, denkt, dass es wieder schlechter ist. Wir werden sehen. Er macht sich auf den Weg zur Dienstreise.
Mit gemischten Gefühlen mach ich mich auf den Weg in die Klinik, das dritte mal zur Insemination, das zweite mal allein. Ich habe mich schön angezogen, fühle mich gut, selbstbewusst und stark.
Ohne lange Wartezeit werde ich heute direkt in den OP gebracht. Eine andere junge Ärztin macht heut die Insemination. Sie meint das Sperma dauert noch 3 Minuten, wird ganz frisch aufbereitet. Wir schauen im Ultraschall nach dem Follikel. Er ist kaum mehr gewachsen, gerade knapp 18mm, aber schön rund. Wenn so ein Follikel wächst, ist er oval, kurz vorm Sprung wird er kreisrund. Was man nicht alles lernt.
Die Ärztin ist gut gelaunt, wir scherzen und lachen, es ist eine entspannte Stimmung. Die Schwester kommt mit dem ganz frischem Sperma. Ich liege da und warte, während die Schwester Handschuhe anzieht. Dann geht es los. Ich habe noch keine Ahnung, wie viele Schwimmer auf die Reise gehen. Wir hatten noch keine Zeit das Spermiogramm anzuschauen.
Wir sprechen währenddessen über die Wiener-Studie, dass Lachen die Befruchtung fördert, ich muss lachen, trau mich kaum...ich habe Angst, ich könnte "etwas" verlieren. Wir schauen wieder mit dem Ultraschall, ob alles angekommen ist. Ist es. Es geht wieder los.
Wir schauen noch auf das Spermiogramm "das sieht absolut in Ordnung aus" meint die Ärztin. Die Gesamtanzahl hat sich mehr als verdreifacht, ich freu mich. Unterm Strich können wir 3 Mio Schwimmer auf die Reise schicken.
Im Ruheraum bin ich meinen Gedanken ausgeliefert. Ich starre auf die Zahlenwerte und versuche mir die vom letzten Mal ins Gedächtnis zu rufen. Ich weiß sie nicht mehr, aber ich sehe das T neben dem Wort Diagnose. Das O und das A sind weg. Aus 3 Einschränkungen ist eine geworden, es geht bergauf!! Ein hoffnungsvolles Lächeln auf meinem Gesicht.
Den Rest des Tages mache ich es mir daheim gemütlich, gönne mir einen entspannten Tag voller Nichtstun.
Dann beginnt der Kreis des Wartens erneut. Ich habe so ein gutes Gefühl diesmal. Die ersten 7 Tage bin ich absolut entspannt und richtig gut drauf. Natürlich achte ich auf all die bekannten Zeichen...oder sind sie diesmal nicht doch ein wenig anders, nein das zwicken und kneifen, das rummorren und drücken im Unterleib, das hatten wir alles so schon mal, oder? Ich bin erfüllt von Zuversicht, ich weiß nicht warum, aber es ist so und es fühlt sich gut an.
Noch 5 Tage bis zum Test...ich werde langsam unruhig. Ich fange an schlechter zu schlafen, wache oft auf. Meine Brüste fangen an weh zu tun...so spät erst? Sonst war das doch eher, das bedeutet sicher was gutes.
3 Tage vor dem Test habe ich einen wunderbaren Traum. Ich bringe einen wundervollen Jungen zur Welt, es ist ein schöner Traum, nach dem Aufwachen bin ich ganz erfüllt. Ich erzähle meinen Mann, dass ich eine anstrengende Nacht hatte. Er fragt, ob ich etwa eine Geburt hatte. Ich liebe ihn!
Einen Tag vorm Test, ich wache auf, nach einer sehr unruhigen Nacht, bin völlig gerädert und ungeduldig. Ich muss es jetzt wissen, diese Ungewissheit frisst mich auf.
Ich teste....negativ. Bin enttäuscht, ich habe so fest mit einem zweiten Strich auf dem Test gerechnet, ich war so sicher.
Ich fange schon an Zyklustag 1 an Tage zu zählen, wann könnte mein Eisprung sein, passt es mit den Wochentagen? Ich will einfach, dass es diesmal besser geplant abläuft. Aber wieder einmal soll es anders kommen als geplant.
Beim Tagezählen komme ich auf den wohl besten Termin für die IUI an einem Freitag. An genau diesem Freitag ist mein Mann dienstlich unterwegs. Er muss schon Donnerstag mittag losfahren. Also bete ich den Zyklusgott für ein schnelles Eichen an. Leider erhört mich der Zyklusgott nicht.
Zyklustag 11: Folli-TV
An einem Mittwoch noch im Januar geh ich zur ersten Ultraschalluntersuchung. Ich habe ein ungutes Gefühl, dass es noch nicht so weit ist, und Freitag würde ja nicht klappen. Mein Gefühl trügt mich wieder mal nicht, leider. Der Folli ist bei knapp 17mm, d.h. er bräuchte eigentlich noch 2 - 3 Tage zur Reifung. Die Ärztin meint, dass wir dann am Freitag die Insemination machen. Ich erkläre ihr die Situation, dass eigentlich nur der Donnerstag noch gehen würde...
Sie schlägt mir dann vor, die Auslösespritze nicht wie üblich einen Tag vor der IUI zu machen, sondern am Morgen vor der IUI und dann am Donnerstag mittag die IUI durchzuführen. Ich solle mir allerdings im klaren sein, dass die Bedingungen dann nicht ideal sind. Wir sollten dann unbedingt Freitag abend nochmal "nachlegen". Ich stimme dem Ablauf zu.
Ich gehe nach hause mit einem grummeln im Bauch. Warum kann denn nicht einmal alles passen?
Zyklustag 12: Insemination
Mein Mann geht morgens in die Klinik und gibt seine Probe ab. Er hat kein gutes Gefühl...denkt, dass es sich nicht wieder verbessert hat, denkt, dass es wieder schlechter ist. Wir werden sehen. Er macht sich auf den Weg zur Dienstreise.
Mit gemischten Gefühlen mach ich mich auf den Weg in die Klinik, das dritte mal zur Insemination, das zweite mal allein. Ich habe mich schön angezogen, fühle mich gut, selbstbewusst und stark.
Ohne lange Wartezeit werde ich heute direkt in den OP gebracht. Eine andere junge Ärztin macht heut die Insemination. Sie meint das Sperma dauert noch 3 Minuten, wird ganz frisch aufbereitet. Wir schauen im Ultraschall nach dem Follikel. Er ist kaum mehr gewachsen, gerade knapp 18mm, aber schön rund. Wenn so ein Follikel wächst, ist er oval, kurz vorm Sprung wird er kreisrund. Was man nicht alles lernt.
Die Ärztin ist gut gelaunt, wir scherzen und lachen, es ist eine entspannte Stimmung. Die Schwester kommt mit dem ganz frischem Sperma. Ich liege da und warte, während die Schwester Handschuhe anzieht. Dann geht es los. Ich habe noch keine Ahnung, wie viele Schwimmer auf die Reise gehen. Wir hatten noch keine Zeit das Spermiogramm anzuschauen.
Wir sprechen währenddessen über die Wiener-Studie, dass Lachen die Befruchtung fördert, ich muss lachen, trau mich kaum...ich habe Angst, ich könnte "etwas" verlieren. Wir schauen wieder mit dem Ultraschall, ob alles angekommen ist. Ist es. Es geht wieder los.
Wir schauen noch auf das Spermiogramm "das sieht absolut in Ordnung aus" meint die Ärztin. Die Gesamtanzahl hat sich mehr als verdreifacht, ich freu mich. Unterm Strich können wir 3 Mio Schwimmer auf die Reise schicken.
Im Ruheraum bin ich meinen Gedanken ausgeliefert. Ich starre auf die Zahlenwerte und versuche mir die vom letzten Mal ins Gedächtnis zu rufen. Ich weiß sie nicht mehr, aber ich sehe das T neben dem Wort Diagnose. Das O und das A sind weg. Aus 3 Einschränkungen ist eine geworden, es geht bergauf!! Ein hoffnungsvolles Lächeln auf meinem Gesicht.
Den Rest des Tages mache ich es mir daheim gemütlich, gönne mir einen entspannten Tag voller Nichtstun.
Dann beginnt der Kreis des Wartens erneut. Ich habe so ein gutes Gefühl diesmal. Die ersten 7 Tage bin ich absolut entspannt und richtig gut drauf. Natürlich achte ich auf all die bekannten Zeichen...oder sind sie diesmal nicht doch ein wenig anders, nein das zwicken und kneifen, das rummorren und drücken im Unterleib, das hatten wir alles so schon mal, oder? Ich bin erfüllt von Zuversicht, ich weiß nicht warum, aber es ist so und es fühlt sich gut an.
Noch 5 Tage bis zum Test...ich werde langsam unruhig. Ich fange an schlechter zu schlafen, wache oft auf. Meine Brüste fangen an weh zu tun...so spät erst? Sonst war das doch eher, das bedeutet sicher was gutes.
3 Tage vor dem Test habe ich einen wunderbaren Traum. Ich bringe einen wundervollen Jungen zur Welt, es ist ein schöner Traum, nach dem Aufwachen bin ich ganz erfüllt. Ich erzähle meinen Mann, dass ich eine anstrengende Nacht hatte. Er fragt, ob ich etwa eine Geburt hatte. Ich liebe ihn!
Einen Tag vorm Test, ich wache auf, nach einer sehr unruhigen Nacht, bin völlig gerädert und ungeduldig. Ich muss es jetzt wissen, diese Ungewissheit frisst mich auf.
Ich teste....negativ. Bin enttäuscht, ich habe so fest mit einem zweiten Strich auf dem Test gerechnet, ich war so sicher.
Mittwoch, 13. Februar 2013
Dezember 2012: 2. Insemination
Die Diagnose meines Mannes ist inzwischen von OAT 1° auf AT zurückgegangen. Wie schon beschrieben steht jeder Buchstabe für eine Eigenschaft der Spermien. Waren am Anfang noch alle 3 Eigenschaften (Anzahl, Beweglichkeit und Aussehen) eingeschränkt, bezieht sich die Einschränkung nunmehr nur noch auf 2 Eigenschaften. Nämlich auf die Beweglichkeit und das Aussehen.
Frust, Trauer, Wut und Unbegreiflichkeit macht sich in mir breit. Es wird nun schon das zweite Weihnachten vergehen, an dem unser großer Wunsch unerfüllt bleibt.
Das stimmt uns positiv und lässt uns auf weitere Verbesserung hoffen. Schuld war nur der Stress, der Baustress. Aber nun wird alles besser....
Direkt nach dem ersten fehlgeschlagenem Versuch starten wir Versuch Nummer zwei.
Am Zyklustag 1 rufe ich in der Kinderwunschklinik an und mache einen Termin fürs Folli-TV. Diesmal an Zyklustag 10, damit wir nicht wieder so in Stress verfallen wie beim letzten Versuch.
Zyklustag 10: Folli-TV
Der Follikel ist noch recht klein, gerade mal 16 mm groß. Wir haben noch Zeit. Ich bekomme für 2 Tage später einen neuen Termin.
Zyklustag 12: Folli-TV
Der Follikel ist bei knapp 18 mm. Es wird. Wir machen den Termin für die IUI für Freitag. Mein Mann soll gegen 9 Uhr vorbei kommen um die Probe abzugeben. Ich soll mittags zur OP kommen.
Ich freue mich, dass es diesmal entspannter läuft und wir an einem Freitag im Dezember in Ruhe die Insemination machen können. Schön wäre es gewesen...
Mein Mann hat an diesem besagtem Freitag leider einen wichtigen dienstlichen Termin und muss spätestens 8:30 Uhr vor Ort sein. Das Kartenhaus über mir fällt zusammen. Was nun? Ich ruf in der Kinderwunschklinik an um den Termin vorzuverlegen. Sie meinen, das Labor hat ja auch seinen Plan und muss die Proben der Reihenfolge nach bearbeiten, bla bla. Erst am nächsten Tag könne man mir sagen, ob da was möglich ist.
Ein Tag voller innerer Panik und Angst, den Versuch fallen lassen zu müssen, vergeht.
Am nächsten Morgen ruf ich erneut an und erkläre unsere Misere. Sie schlägt vor, dass wir uns ein Becherchen abholen, die Probe daheim gewinnen und innerhalb 20 Minuten körperwarm transportiert in die Klinik bringen. Mir fällt ein Stern vom Herzen. So machen wir es! Mein Mann darf auch schon 7:30 Uhr vorbei kommen und die Probe abgeben, obwohl die Klinik erst 8 Uhr aufmacht. Was für ein Nervenstress!
Zyklustag 14: Insemination
Eine neue Situation für mich, wir gewinnen die Probe daheim. Mein Mann steckt das Becherchen unter sein Unterhemd und bringt die Probe pünktlich und schön warm in die Klinik.
11 Uhr spaziere ich in die Klinik. Ich bin sehr aufgeregt. Wie hat sich das Sperma entwickelt? Hat es sich wieder verbessert oder ist es schlechter, wegen der stressigen Situation vorher?
12Uhr betrete ich den OP. Die Ärztin bespricht mit mir das neue Spermiogramm. Es ist noch besser als das letzte, 5 Mio vorwärts bewegliche Spermien werden bei mir einziehen. Ich bin total überwältigt von dieser guten Nachricht. Ich breche in Tränen aus, Freudentränen.
Die Ärztin geht dann ganz behutsam mit mir um, da sie meine emotionale Anspannung merkt. Das ist wirklich sehr lieb von ihr.
Ich geh nach hause und ruhe mich aus. Lege die Hand auf meinen Bauch und wünsche den Schwimmern eine gute Reise. Von 5 Mio muss es nur ein einziges schaffen...das muss doch zu schaffen sein. Bitte Bitte Bitte.
12 Tage warten, 12 Tage Utrogest mit allem was dazu gehört...
In meinem Kopf spielen sich wundervolle Szenarien ab, wie wir zu Weihnachten unserer Familie sagen, dass ich schwanger bin. Was wäre das für eine Freude... Mein Gehirn ist anstrengend. Es ist zu gut im Kopfkino.
4 Tage vor Weihnachten teste ich negativ. Frohe Weihnachten...
Frust, Trauer, Wut und Unbegreiflichkeit macht sich in mir breit. Es wird nun schon das zweite Weihnachten vergehen, an dem unser großer Wunsch unerfüllt bleibt.
November 2012: 1. Insemination
Oktober 2012:
Fast ein Jahr ist vergangen seit der Diagnose OAT 1°. Ein Jahr voller Aufs und Abs, Zyklus für Zyklus. Die Hoffnung ist jedes mal groß, die Enttäuschung auch.
Ich habe mich viel belesen, weiß alles über die Medikamente, den Ablauf, Follikelreifung, Gebärmutterschleimhaut, Gelbkörper, Östrogen, Hcg, Progesteron und so weiter und so fort. Ich möchte einfach wissen, was da auf mich zu kommt und was mit mir passiert.
Nach einem erneuten Gespräch in der Kinderwunschklinik geht im ersten Moment alles ziemlich schnell. Wir entscheiden uns also für die Insemination (kurz IUI) und bekommen einen Behandlungsplan für die Krankenkasse. 50% der Behandlungskosten übernimmt die Krankenkasse.
Wir also mit dem Behandlungsplan zur Krankenkasse, 8 Versuche werden unterstützt. Also auf gehts! Hoffnung und frohe Erwartung keimt auf. Ich bin voller Tatendrang, es geht los...wir machen etwas für unseren Traum!
Beim 1. Ultraschall stellen wir allerdings fest, dass das Ei wohl am Wochenende sprungreif sein wird. Aber an Wochenenden wird in freien Praxen nicht gearbeitet. Die Ärztin macht uns den Vorschlag Sex nach Plan zu machen (mal was ganz neues :-/ ). Wir bekommen eine Spritze mit nach hause und dann soll sich das ganze Wochenende alles um die schönste Sache der Welt drehen.
Am Samstagabend probieren wir uns das erste mal im selbst spritzen. Wir "mischen" die Zutaten, wie uns erklärt wurde, zusammen und dann heißt es Bauchfalte zusammen kneifen und Spritze hineinjagen, natürlich bis zum Anschlag. Ich bin furchtbar aufgeregt und sehr sehr froh, dass mein Mann das Spritzen übernimmt. Ich leg mich hin und kneif die Augen zusammen. Er macht das hervorragend, es tut kaum weh.
Obwohl in diesem Zyklus eigentlich nicht wirklich etwas anders ist als in all den Zyklen davor, steigt meine Hoffnung. Ich habe einfach das Gefühl aktiv etwas zu tun.
Umso herber ist die Enttäuschung als ich 14 Tage später den negativen Test in der Hand halte. Doch es wird gleichzeitig auch neue Hoffnung geweckt, denn der nächste Zyklus wird unser erster IUI-Versuch werden.
Zusatzinfo Insemination:
Was bedeutet Insemination? Die IUI ist quasi Level 1 mit dem geringsten Grad an Eingriff sowohl in den Zyklus als auch in den Ablauf einer natürlichen Befruchtung. Die Follikelreifung (Eibläschen, in dem das Ei reift) wird per Ultraschall beobachtet und zu einem bestimmten Zeitpunkt der Reife, wird der Eisprung per Medikament (per Spritze) unterstützt. Der Mann gibt eine Spermaprobe ab. Diese wird "aufbereitet". D.h. die Spermien kommen in eine Nährlösung, die den Spermien Energie geben sollen. Außerdem werden die Guten von den nicht so Guten getrennt. Diese aufbereitete Lösung wird dann der Frau, zum bestmöglichen Zeitpunkt unmittelbar vor dem Eisprung, direkt in die Gebärmutter injiziert. Den Spermien wird so der lange Weg durch die böse saure Flora der Scheide und durch die Gebärmutter erspart.
November 2012, Zyklustag 11: Termin zum Folli-TV
Ich habe den ersten Termin zum sogenannten Folli-TV. D.h. per Ultraschall wird die Größe des Follikel und die Dicke der Gebärmutterschleimhaut gemessen. Ich habe das Gefühl, ich bin schon recht weit im Zyklus und hoffe, das Ei ist noch nicht gesprungen und wir haben die Chance verpasst. Das sag ich auch der Ärztin und siehe da, der Follikel ist schon 19mm groß. So ein Ei hüpft wenn der Follikel zwischen 20 und 22 mm groß ist. Die Ärztin meint, dann machen wir die IUI gleich heute. Und wieder einmal geht es alles sehr schnell.
Ich bekomme sofort die Spritze, die den Eisprung unterstützen soll, in den Po (autsch) und mein Mann muss Sperma abgeben. Meine Hände sind kalt und nass, ich bin aufgedreht und voller freudiger Erwartungen. Ungefähr 2 Stunden später sitzen wir vor dem OP, in der Reihe mit einigen anderen Paaren und Frauen. Es gibt so viele Paare, denen es ähnlich wie uns geht. Es tut gut zu wissen, dass man nicht allein ist!
Wir gehen in den OP, mein Mann darf bei mir bleiben. Die Ärztin zeigt uns das aktuelle Spermiogramm. Auf den ersten Blick sieht es gut aus. 1Mio vorwärts bewegliche Spermien ziehen bei mir ein. Laut Ärztin ist das gerade so die Grenze, bei Werten unter 1Mio würde ein IUI keinen Sinn machen. Ernüchterung...
Per Ultraschall wird nochmal nach dem Follikel geschaut, er sieht schön aus, schön rund, wie kurz vorm Sprung. Die Schwester bringt eine Spritze mit einer langen Kanüle. Darauf steht der Name meines Mannes. Mittels der langen Kanüle wird die Nährlösung mit den Spermien direkt in meine Gebärmutter gegeben. Ich spüre fast nichts, nur ein leichtes ziehen.
Anschließend wird per Ultraschall kontrolliert, ob alles am richtigen Fleck gelandet ist. Es sieht toll aus, die Flüssigkeit wabbert in meiner Gebärmutter hin und her! Ein tolles Gefühl, ich bin euphorisch!
Direkt im Anschluss darf ich mich in einem Nachbarraum noch ca. 20 Minuten ausruhen.
Wir bekommen eine Kopie des Spermiogramms mit und ich vergleiche die Werte mit allen schon vorhandenen Werten. Es ist deutlich eine Verbesserung zu erkennen, alle Werte haben sich verbessert. Ich bin noch euphorischer.
2 Tage nach der IUI muss ich für 12 Tage Tabletten zur Unterstützung des Gelbkörperhomones zu nehmen. Utrogest, 2 Tabletten jeden Abend, vaginal. Ich mag es nicht. Es schmiert, es zerstört meine eh schon empfindliche Flora, es ist einfach unangenehm. Aber wir haben ja einen Traum.
Nach den 12 Tagen soll ich einen Schwangerschaftstest machen, wenn er negativ ist, soll ich Utrogest absetzen und danach werde ich meine Periode bekommen.
12 Tage bangen, warten, hoffen, ablenken und warten, warten, warten. Diese Zeit des Wartens auf den Test ist für mich die schlimmste Zeit. Ich bin unruhig, meine Gedanken kreisen meist nur darum, ob es geklappt hat oder nicht.
Dank Utrogest habe ich alle Anzeichen von starkem PMS, angeschwollene, schmerzende Brüste, Schwindel, Stimmungsschwankungen bis zu Heulanfällen, Übelkeit...das volle Programm. Bei jedem aufkeimenden Symptom horche ich ganz genau in mich rein, ob das nicht vielleicht auch ein Anzeichen sein könnte. All diese Anzeichen können Anzeichen sein...müssen es aber nicht.
Man kann während der 12 Tage des Wartens nichts dafür und nichts dagegen machen, man kann nur warten. Man ist diesem Gefühl der Hilflosigkeit völlig ausgeliefert. Ich bin teilweise felsenfest davon überzeugt, dass es geklappt hat.
Noch 3 mal schlafen bis zum Test. Ich bin nervös, drücke ständig an meinen Brüsten rum, ob sie noch weh tun oder nicht, achte auf jedes Zeichen meines Körpers. Zweifel und Angst kommen auf. Ich fühle mich ziemlich schwanger, mir ist übel und ich habe Schwindelanfälle. Ich schlafe schlecht, träume vom testen, vom schwanger sein.
Dann ist der Tag des Tests da: negativ....Enttäuschung, Tränen...das schwarze Loch ist groß, in das ich falle.
Fast ein Jahr ist vergangen seit der Diagnose OAT 1°. Ein Jahr voller Aufs und Abs, Zyklus für Zyklus. Die Hoffnung ist jedes mal groß, die Enttäuschung auch.
Ich habe mich viel belesen, weiß alles über die Medikamente, den Ablauf, Follikelreifung, Gebärmutterschleimhaut, Gelbkörper, Östrogen, Hcg, Progesteron und so weiter und so fort. Ich möchte einfach wissen, was da auf mich zu kommt und was mit mir passiert.
Nach einem erneuten Gespräch in der Kinderwunschklinik geht im ersten Moment alles ziemlich schnell. Wir entscheiden uns also für die Insemination (kurz IUI) und bekommen einen Behandlungsplan für die Krankenkasse. 50% der Behandlungskosten übernimmt die Krankenkasse.
Wir also mit dem Behandlungsplan zur Krankenkasse, 8 Versuche werden unterstützt. Also auf gehts! Hoffnung und frohe Erwartung keimt auf. Ich bin voller Tatendrang, es geht los...wir machen etwas für unseren Traum!
Beim 1. Ultraschall stellen wir allerdings fest, dass das Ei wohl am Wochenende sprungreif sein wird. Aber an Wochenenden wird in freien Praxen nicht gearbeitet. Die Ärztin macht uns den Vorschlag Sex nach Plan zu machen (mal was ganz neues :-/ ). Wir bekommen eine Spritze mit nach hause und dann soll sich das ganze Wochenende alles um die schönste Sache der Welt drehen.
Am Samstagabend probieren wir uns das erste mal im selbst spritzen. Wir "mischen" die Zutaten, wie uns erklärt wurde, zusammen und dann heißt es Bauchfalte zusammen kneifen und Spritze hineinjagen, natürlich bis zum Anschlag. Ich bin furchtbar aufgeregt und sehr sehr froh, dass mein Mann das Spritzen übernimmt. Ich leg mich hin und kneif die Augen zusammen. Er macht das hervorragend, es tut kaum weh.
Obwohl in diesem Zyklus eigentlich nicht wirklich etwas anders ist als in all den Zyklen davor, steigt meine Hoffnung. Ich habe einfach das Gefühl aktiv etwas zu tun.
Umso herber ist die Enttäuschung als ich 14 Tage später den negativen Test in der Hand halte. Doch es wird gleichzeitig auch neue Hoffnung geweckt, denn der nächste Zyklus wird unser erster IUI-Versuch werden.
Zusatzinfo Insemination:
Was bedeutet Insemination? Die IUI ist quasi Level 1 mit dem geringsten Grad an Eingriff sowohl in den Zyklus als auch in den Ablauf einer natürlichen Befruchtung. Die Follikelreifung (Eibläschen, in dem das Ei reift) wird per Ultraschall beobachtet und zu einem bestimmten Zeitpunkt der Reife, wird der Eisprung per Medikament (per Spritze) unterstützt. Der Mann gibt eine Spermaprobe ab. Diese wird "aufbereitet". D.h. die Spermien kommen in eine Nährlösung, die den Spermien Energie geben sollen. Außerdem werden die Guten von den nicht so Guten getrennt. Diese aufbereitete Lösung wird dann der Frau, zum bestmöglichen Zeitpunkt unmittelbar vor dem Eisprung, direkt in die Gebärmutter injiziert. Den Spermien wird so der lange Weg durch die böse saure Flora der Scheide und durch die Gebärmutter erspart.
November 2012, Zyklustag 11: Termin zum Folli-TV
Ich habe den ersten Termin zum sogenannten Folli-TV. D.h. per Ultraschall wird die Größe des Follikel und die Dicke der Gebärmutterschleimhaut gemessen. Ich habe das Gefühl, ich bin schon recht weit im Zyklus und hoffe, das Ei ist noch nicht gesprungen und wir haben die Chance verpasst. Das sag ich auch der Ärztin und siehe da, der Follikel ist schon 19mm groß. So ein Ei hüpft wenn der Follikel zwischen 20 und 22 mm groß ist. Die Ärztin meint, dann machen wir die IUI gleich heute. Und wieder einmal geht es alles sehr schnell.
Ich bekomme sofort die Spritze, die den Eisprung unterstützen soll, in den Po (autsch) und mein Mann muss Sperma abgeben. Meine Hände sind kalt und nass, ich bin aufgedreht und voller freudiger Erwartungen. Ungefähr 2 Stunden später sitzen wir vor dem OP, in der Reihe mit einigen anderen Paaren und Frauen. Es gibt so viele Paare, denen es ähnlich wie uns geht. Es tut gut zu wissen, dass man nicht allein ist!
Wir gehen in den OP, mein Mann darf bei mir bleiben. Die Ärztin zeigt uns das aktuelle Spermiogramm. Auf den ersten Blick sieht es gut aus. 1Mio vorwärts bewegliche Spermien ziehen bei mir ein. Laut Ärztin ist das gerade so die Grenze, bei Werten unter 1Mio würde ein IUI keinen Sinn machen. Ernüchterung...
Per Ultraschall wird nochmal nach dem Follikel geschaut, er sieht schön aus, schön rund, wie kurz vorm Sprung. Die Schwester bringt eine Spritze mit einer langen Kanüle. Darauf steht der Name meines Mannes. Mittels der langen Kanüle wird die Nährlösung mit den Spermien direkt in meine Gebärmutter gegeben. Ich spüre fast nichts, nur ein leichtes ziehen.
Anschließend wird per Ultraschall kontrolliert, ob alles am richtigen Fleck gelandet ist. Es sieht toll aus, die Flüssigkeit wabbert in meiner Gebärmutter hin und her! Ein tolles Gefühl, ich bin euphorisch!
Direkt im Anschluss darf ich mich in einem Nachbarraum noch ca. 20 Minuten ausruhen.
Wir bekommen eine Kopie des Spermiogramms mit und ich vergleiche die Werte mit allen schon vorhandenen Werten. Es ist deutlich eine Verbesserung zu erkennen, alle Werte haben sich verbessert. Ich bin noch euphorischer.
2 Tage nach der IUI muss ich für 12 Tage Tabletten zur Unterstützung des Gelbkörperhomones zu nehmen. Utrogest, 2 Tabletten jeden Abend, vaginal. Ich mag es nicht. Es schmiert, es zerstört meine eh schon empfindliche Flora, es ist einfach unangenehm. Aber wir haben ja einen Traum.
Nach den 12 Tagen soll ich einen Schwangerschaftstest machen, wenn er negativ ist, soll ich Utrogest absetzen und danach werde ich meine Periode bekommen.
12 Tage bangen, warten, hoffen, ablenken und warten, warten, warten. Diese Zeit des Wartens auf den Test ist für mich die schlimmste Zeit. Ich bin unruhig, meine Gedanken kreisen meist nur darum, ob es geklappt hat oder nicht.
Dank Utrogest habe ich alle Anzeichen von starkem PMS, angeschwollene, schmerzende Brüste, Schwindel, Stimmungsschwankungen bis zu Heulanfällen, Übelkeit...das volle Programm. Bei jedem aufkeimenden Symptom horche ich ganz genau in mich rein, ob das nicht vielleicht auch ein Anzeichen sein könnte. All diese Anzeichen können Anzeichen sein...müssen es aber nicht.
Man kann während der 12 Tage des Wartens nichts dafür und nichts dagegen machen, man kann nur warten. Man ist diesem Gefühl der Hilflosigkeit völlig ausgeliefert. Ich bin teilweise felsenfest davon überzeugt, dass es geklappt hat.
Noch 3 mal schlafen bis zum Test. Ich bin nervös, drücke ständig an meinen Brüsten rum, ob sie noch weh tun oder nicht, achte auf jedes Zeichen meines Körpers. Zweifel und Angst kommen auf. Ich fühle mich ziemlich schwanger, mir ist übel und ich habe Schwindelanfälle. Ich schlafe schlecht, träume vom testen, vom schwanger sein.
Dann ist der Tag des Tests da: negativ....Enttäuschung, Tränen...das schwarze Loch ist groß, in das ich falle.
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