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Mittwoch, 29. März 2017

Hart und oder aber fair?


Durch Zufall zappte ich nach einem langweiligen Krimi auf das Erste und sofort hatten Frank Plasberg und seine Gäste meine Aufmerksamkeit. Es ging um künstliche Befruchtung: gesetzliche Hintergründe, theologische Aspekte...Erfahrungsberichte. Sehr spannend, interessante Gäste und viele Erinnerungen wurde geweckt. Eine Filmemacherin berichtet von ihrem langen Weg zum Wunschkind, der sich mit 46 Jahren und mit Hilfe einer Eizellspende, endlich erfüllt hat. Auf Grund ihres Alters und weil sie und ihr Partnerschaft nicht verheiratet sind, erhielten sie keinerlei Unterstützung seitens Land und Krankenkasse. Ein langer Weg...eine Spirale aus der man nicht raus kommt, wie sie es beschreibt. Aufhören kam für sie, gegen den ehrlichen Rat ihres Arztes, nicht in Frage.
Hätte ich aufhören können? Wie hätten wir nach den 3 kassenunterstützen Versuchen und am Ende aller eingefrorenen Eizellen weiter gemacht, wenn es bis dahin nicht geklappt hätte? Wäre für uns ein Ausbruch aus der Spirale möglich gewesen? Hätten wir weitere Versuche aus eigener Tasche gezahlt?
Ich weiß es nicht...woher soll man auch wissen, wie man entschieden hätte. Man hangelt sich in dieser Zeit ja auch eher von Situation zu Situation, von anstehender Entscheidung zur nächsten nötigen Entscheidung.
Auf die Frage, wie sie diese Zeit durchgestanden hat, antwortet sie, dass sie das zurückblickend gar nicht genau sagen kann.
Ich habe mir auch schon oft die Frage gestellt, woher ich die Kraft für die zahlreichen Versuche und die wiederkehrenden Enttäuschungen genommen habe...trotzdem wieder nach vorn schauen zu können und weiter zu gehen. Und auch ich kann nur sagen...ich weiß es nicht. Man macht einfach immer weiter. Der große Wunsch nach einem Kind ist Antrieb und Kraftdepot. Die Spirale aus Spritzen, Medikamenten, Ultraschall, Punktion, Befruchtung, Transfer, Wartezeit und schließlich Tests hält einen fest umklammert und zeigt keinen Weg da raus. Würde man aufhören, wäre das Gleichbedeutend die Aufgabe des Wunsches. So lange man aktiv ist, etwas aktiv für die Erfüllung des Wunsches tut, ist man nicht untätig und hat immer noch eine Chance auf Erfüllung des Wunsches.
Der lange Weg zum Wunschkind ist ein Teil meines Lebens und hat mich auch zu dem Menschen gemacht, der ich bin. Ich kann es nicht streichen, nicht leugnen, nicht vergessen und nicht schönen.
Für uns hat sich der lange Weg absolut gelohnt und ich bin jeden Tag dankbar für das große Glück, welches wir mit unserem Matzel erfahren dürfen. Es hat sich einfach sowas von gelohnt!

Eure

Mittwoch, 1. März 2017

Ordnung ist das halbe Leben!

Schon als das Matzel anfing feste Nahrung zu sich zu nehmen, dachte ich mir, dass etwas nicht stimmt.
Während unserer Elternzeitreise hat sie zunehmend bei uns mitgegessen, am liebsten natürlich Nudeln aber auch sehr gern Reis und alles mögliche an Gemüse und Obst, was der Essenstisch halt so zu bieten hatte.
Wenn so ein kleines Würmchen anfängt mit den Händen Essen in die Essluke zu stopfen, geht das natürlich nicht ohne das ein oder andere Kleckern. Das ist ja auch absolut kein Problem, erst recht nicht, wenn man draußen sitzt.

Doch hatte eine Flugnudel erst einmal die unendlichen Weiten des Fußboden erreicht, war das Unglück komplett. Wild gestikulierend und jammernd machte das Matzel auf die am Boden liegende Leckerei aufmerksam. Da sich über die Dauer des Essens mit Sicherheit noch die ein oder andere Flugnudel dazu gesellen würde, winkten wir ab und erklärten dem Matzel, dass das überhaupt nichts mache und wir einfach am Ende des Essens alle Flugnudeln wieder einsammeln würden.
Doch so einfach wir Erwachsenen uns das auch denken....nö nö...so einfach ist es nicht. Keine weitere Nudel fand den Weg in den Matzelmund, selbst mit gutem Zureden oder füttern war da nichts zu machen. Der Blick des Matzels hing an der auf dem Boden liegenden Nudel und der große Zeigefinger zeigte immer wieder in die Blickrichtung, "da da da" tat sie außerdem lautstark kund.
Es war nichts zu machen, zuerst musste die Nudel aufgehoben werden, bevor das Matzel in Ruhe weiter essen konnte.

Was will ich eigentlich damit sagen? Nun ja, ich bin fasziniert von dem Ordnungssinn unserer Tochter. Ihr fallen Dinge auf, die anders sind als sie gehören und sie kann nicht anders, als es in Ordnung zu bringen.

Neulich im Supermarkt:
Im Gang vor dem Regal steht eine Kiste mit Flaschen Rapsöl. Die Flaschen stehen fein in Reih und Glied in der Kiste...bis auf Eine. Die ist umgekippt. Das Matzel entdeckt die umgekippte Flaschen, zeigt darauf, ein entsetztes, mitleidiges "ooohhhh" kommt aus ihrem Mund und schon hockt sie sich hin, hängt sich in die Kiste und angelt nach der Flasche um sie zu den anderen wieder in die Reihe zu stellen. Hochzufrieden kann sie nun an der Kiste vorbei gehen.

Solche Momente gibt es sehr oft in unserem Alltag und jedes Mal wundere und freue ich mich über dieses wunderbare Geschöpf, dem es wichtig ist, kleine Dinge in Ordnung zu bringen. Für uns kleine Dinge, die in ihrer noch so kleinen Welt sicherlich viel mehr Bedeutung haben, als in unserer. Wir würden mit Sicherheit einfach achtlos an der umgekippten Flasche vorbei gehen. Es wird sich ja schließlich schon ein anderer drum kümmern.

Ich hoffe und wünsche mir für das Matzel, dass sie diesen Blick für die "kleinen" Dinge im Leben, die man einfach und schnell in Ordnung bringen kann, nicht verliert.

Eure

Dienstag, 7. Februar 2017

Uhrwerke? Kleine Maschinen?

Funktionieren Kinder wie Uhrwerke? Müssen wir sie nur gut genug lenken und steuern, damit sie laufen wie eine gut geschmierte Maschine? Brauchen sie nur klare Regeln und Befehle, nach denen sie sich richten müssen?
Oder sind Kinder Menschen wie du und ich? Sind sie Menschen mit verschiedenen Stimmungen und Launen? Mit guten und nicht so guten Tagen? Mit Freud und Leid? Menschen, die mal besser und mal nicht so einfach in den Schlaf finden?
Das Matzel liegt ungefähr jeden Abend zur selben Zeit im Bett, plus minus...
Aber gerade unter der Woche, wo wir am nächsten Tag alle früh raus müssen und sie für die KiTa fit sein sollte, achten wir schon darauf. Es hat sich inzwischen auch ein recht festes Ritual eingespielt, welches in den Grundzügen jeden Abend wiederholt wird.

An vielen Tagen läuft das richtig gut. Nach dem Vorlesen und Lied singen möchte sie in ihr Bett und dann braucht man nicht neben dem Bett sitzen bleiben, dann kann sie allein noch ein Buch anschauen oder mit ihrem Teddy erzählen bis sie einschläft.
Nun ist es aber so, dass wir an manchen Tagen stark vom üblichen Ritual abweichen. Dann braucht sie noch was zu trinken, muss noch mal Pippi machen, möchte noch mal auf Mamas Schoß geschaukelt werden, möchte noch ein Buch vorgelesen haben....und und und...da kann es schon mal über eine Stunde dauern, bis sie zur Ruhe kommt und in den Schlaf findet.

Natürlich bin ich dann bei ihr und versuche, so gut ich kann, ihr zu helfen zur Ruhe zu kommen. Ich nehme sie auch zum dritten Mal aus ihrem Bettchen, schaukel sie auf meinem Schoß und singe in Dauerschleife La Le Lu. Schließlich wird es einen Grund für ihr Aufgewühltsein geben. 
Vielleicht das viele toben mit Papa vorm zu Bett gehen, oder in der KiTa war es besonders aufregend, oder die Zähne tun weh...oder oder oder.

Klar, gerade an Tagen, wo ich selber müde und kaputt bin, bedarf es da schon eine ganze Menge an Geduld... Aber ist das nicht das was Erwachsensein ausmacht? Der Unterschied zwischen Kind und Erwachsenen? Dass wir in der Lage sind, Gefühle zu kontrollieren und auf andere Menschen einzugehen, einfühlsam zu sein? Kinder sind ihren Emotionen vollkommen wehrlos ausgesetzt, sie können sie noch nicht steuern, sie können nur darauf reagieren...danach handeln...

Wie ist es nun mit dem Uhrwerk, den gut geschmierten Maschinen?
Braucht das Matzel die Nähe, Geborgenheit und  Aufmerksamkeit? Oder braucht es klare Grenzen, wo Schluss ist mit vorlesen, schaukeln und im Bett spielen? Braucht es eine klare Ansage, dass jetzt Schluss ist und liegen geblieben wird?

Ich sage Nein! Zumindest nicht so krass, wie ich es beschrieben habe. 
Natürlich gibt es auch mal eine Ansage wie "nach dem Toilettengang geht es aber gleich wieder ins Bett" oder "wenn du das Buch fertig angeguckt hast, mach ich das große Licht aus" oder "Leg dich mal hin, ich singe dir was vor". Aber niemals würde ich ihr die Bitte nach Nähe und Geborgenheit verweigern.

Wenn das Matzel abends allein im Bett liegt und mich braucht, nach Mama ruft oder weint, dann gehe ich natürlich zu ihr hin und versuche ihr zu helfen, für sie da zu sein. Was lernt sie denn, wenn ich nicht hin gehe? Dass Kommunikation zwecklos ist? Dass sie sagen kann, wenn sie ein Problem hat und es aber keinen interessiert?

Ich werde mich kaum erdreisten, zu behaupten, ich hätte Ahnung vom Einschlafen von Kindern, oder ich könne sogar Ratschläge dazu erteilen. Da gibt es genug sogenannte Fachleute, die schon einen Berg Bücher dazu verfasst haben (z.B. das umstrittene Buch "Jedes Kind kann schlafen lernen"), von denen ich nicht ein einziges gelesen habe. Das einzige worauf ich an solchen Abenden höre ist mein Bauch...und natürlich mein Herz!

Bildquelle: Kinderherzgedanke
In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Tag und einen ebenso schönen Abend!
Eure
 

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Das Matzel außer Haus

Irgendwann ist es einmal so weit....zwischen all den vielen "zum ersten Mal", die im Leben eines Babys und Kleinkindes ja quasi eigentlich jeden Tag passieren, gibt es auch ein "zum ersten Mal außer Haus"...also über Nacht meine ich.
Ein Feiertag stand an und Matzel-Papa und ich planten einen Tag nur für uns Zwei: gemütliches Frühstück und Saunatag. Eine herrliche Vorstellung.
Dann hatte ich plötzlich die Idee 'Warum den Tag für Zwei nicht schon am Abend vorher beginnen lassen?' !
Wir könnten gemeinsam essen gehen...und ins Kino...ungeahnte Möglichkeiten, was man ohne Kind alles unternehmen könnte, spielten sich zwischen all den Ängsten, die sich damit ebenfalls in meinen Kopf schoben, vor unseren Augen ab. Die Idee reifte zum Plan, die Ängste und Sorgen blieben.
Müssen nur noch Oma und Opa mitspielen. Natürlich war der Oma sofort die Sorge 'oh je...schaffen wir das' ins Gesicht geschrieben, aber trotzdem wagten sie sich an dieses Experiment und willigten ein.

Der Tag rückte näher. Der Tisch im Restaurant wurde reserviert, die Kinokarten gekauft.

Dann kam die Nacht vor 'außer Haus'...
In mir wuchs ein mulmiges Gefühl heran und Fragen wie "ist es nicht zu früh?"..."ist das Matzel nicht noch zu klein?"..."was wenn sie nach Mama ruft?"...trieben mich um, ebenso wie ein bisschen ein schlechtes Gewissen von wegen "abschieben".

 Die Nacht vor der Oma+Opa-Nacht war natürlich mega anstrengend. Das Matzel war ziemlich häufig wach und hat nach Mama gerufen, nichts konnte sie beruhigen außer im Wackel-Stuhl sitzen und kuscheln. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit schlief sie wieder ein und mein Sorgen-Kloß im Hals wurde dicker.

Am frühen Nachmittag packte ich die Sachen von dem Matzel, schrieb eine Gute-Tipps-Liste und es fühlte sich arg seltsam an. Es fühlte sich nach eine großen Kind an, dass immer selbstständiger wird, nicht nach einem Baby, was mein Matzel doch noch ist, oder?

Oma und Opa kamen, holten die Tasche und die guten Tipps ab und machten sich auf den Weg zur KiTa um auch das Matzel abzuholen. Ich verdrückte eine kleine Träne und schluckte den dicken Kloß im Hals einfach runter....vorerst.

Später am Nachmittag kam der Matzel-Papa nach Hause...ohne das Matzel...ein wirklich komisches Gefühl. Aber wir sind frohgemut, schließlich zeigten die letzten Statusnachrichten von Oma und Opa ein gut gelauntes Matzel, und so machten wir uns auf den Weg ins Restaurant. Nur wir Zwei...das fühlte sich mal wieder nach Paar an, ein schönes Gefühl...was in letzter Zeit viel zu kurz gekommen ist.
18:50 Uhr kommt die Nachricht, dass der Opa gerade das Matzel ins Bett bringt. Ok...schön!
19:00 Uhr schreibt der Opa "Matzel schläft"
WIE BITTE??? Das ging ja flott...so schnell schläft sie zu Hause von 50 Nächten vielleicht einmal ein! Das fängt ja sehr gut an. Der dicke Sorgen-Kloß schrumpft ein minikleinesbisschen.


Nach dem Essen gehen wir ins Kino und schicken eine letzte Nachricht, ab wann wir wieder erreichbar sind, Richtung Oma und Opa.
Als der Film zu Ende ist, schaue ich hektisch aufs Handy...nichts, keine Nachricht...und Oma und Opa schlafen mit Sicherheit schon.

Ich lege das Handy auf meinen Nachttisch und lasse es auf Vibration, damit ich auch ja keinen Notruf verpasse!

Am nächsten Morgen erwache ich gegen 7:30 Uhr weil eine Nachricht reinvibriert kommt. Darin steht "Guten Morgen, das Matzel hat super geschlafen und war kurz nach 6 Uhr wach. Jetzt frühstücken wir und dann geht der Opa mit dem Matzel auf den Spielplatz. Schönen Tag euch!"
Oh wie schön...ein großer Stein fällt mir vom Herzen und so kann ich ganz beruhigt den Wellness-Tag mit dem Matzel-Papa genießen!

Und die Moral von der Geschicht'....was bei Mama und Papa wird zum Problem, kann bei Oma und Opa locker gehn ;-)

Eure

Donnerstag, 24. November 2016

Nächtliche Gedanken

Heute morgen 4 Uhr....das Matzel schreit wie am Spieß in ihrem Bettchen. Ich laufe in ihr Zimmer, hebe sie aus ihrem Bettchen und da ist erstmal wieder Ruhe. Ich trage sie im dunkeln durchs Wohnzimmer, sie zeigt mir den Mond "Da....Moooon", den Wäscheständer auf dem Balkon "Daaaa" und den Peziball hinterm Esstisch "Ballll". Ich setze mich da mit ihr drauf und hüpfe ein wenig auf und ab. Sie kuschelt sich an meine Brust und schaut aus dem Fenster....ein Moment der keine Worte braucht.

Doch mir werden Beine und Arme schwer, meine Augenlider zieht es nach unten, ich bin so müde. Ich frage das Matzel, ob sie mit zu Mama und Papa ins Bett möchte. Sie nimmt den Nucki raus "Papaaa?". Wir gehen ins Schlafzimmer. Ich lege sie in unsere Mitte, sie fängt an zu weinen und macht das Zeichen für 'trinken'. Ich biete ihr die Trinkflasche mit Tee an. Sie weint und schiebt sie weg. "Möchtest du eine Milchflasche?" "Ja!"
Also trage ich sie in die Küche und mache ihr eine Flasche mit Milch warm. Sie zeigt voller Vorfreude auf die Flasche und sagt ihren Namen. Wieder in unserem Bett nuckelt sie die Flasche leer und weint wieder als sie leer ist. Sie zeigt Richtung Küche, denn dort gibt es schließlich noch mehr Milch. Schließlich beruhigt sie sich, wälzt sich hin und her und setzt sich auf um sich letztendlich ganz eng an mich ran zu kuscheln und nach einem zärtlichen "Mama" endlich ruhiger zu werden. Ich singe ganz leise, fast flüsternd "La le lu....".

Da liegt sie, dieser so kleine und hilflose, warme Körper ganz dicht an meinen gekuschelt, ich halte sie im Arm, spüre wie sich ihr Körper beim atmen hebt und senkt, wie ihr Atem immer gleichmäßiger wird. Während ich müde und doch schlaflos ihrem Atem lausche und ins Dunkel starre, denke ich an einen Post, den ich neulich gelesen habe: "Schlaflos".

Egal, wie müde man ist, egal wie erschöpft, wenn unser Kind uns nachts braucht, sind wir da...ohne Fragen, ohne Klagen, einfach da. Wir tragen, wir wiegen, wir singen, wir streicheln, wir sind einfach da. Wenn sich dann dieses kleine Wesen an mich kuschelt, zärtlich ein "Mama" nuschelt, da habe ich einfach nur ein Lächeln auf meinem Gesicht und fühle eine unbeschreiblich große Wärme in meinem Herzen!!

Eure müde


Mittwoch, 23. November 2016

Was es wird...

Nun da sich das Bäuchlein langsam gut sichtbar nach außen wölbt, ist der zu erwartende Nachwuchs kaum noch zu verbergen.
Und nach den zahlreichen Glückwünschen, die einen dann erreichen, gibt es zwei Fragen, die eigentlich sofort im Anschluss kommen.

1. Wann ist es denn so weit?
Diese Frage beantworte ich gern. Natürlich nicht mit dem konkreten Datum....den Fehler hab ich bei Wunschkind 1 gemacht. Rings um den Termin wurde ich ständig mit Fragen bombardiert, ob es schon da wäre, wann es denn komme, es wäre doch jetzt langsam Zeit, ach mach dich nicht verrückt, es kommt schon...usw. usf. Man ist schließlich selbst schon aufgeregt und nervös genug. Und wenn das Schatzl dann endlich auf der Welt ist, gibt es doch kaum etwas schöneres als endlich stolz allen Familienmitgliedern und Freunden den neuen Erdenbürger vorzustellen.

Womit wir zur Frage Nr. 2 kommen:
Wisst ihr schon was es wird?
Zuerst freue ich mich über die Diskretion, die in dieser Frage mit schwingt. Schließlich könnte die Frage auch "Was wird es denn?" lauten. Doch so versucht der Fragende erstmal herauszufinden, wie offen man dieser Frage selbst gegenüber steht. Man erkundigt sich also zuerst, ob es überhaupt schon bekannt ist. Diese Frage kann ich bisher nur mit einem ehrlichen "Nein" beantworten.
Dann wird natürlich sofort "Aber ihr lasst es euch schon sagen, oder?" nachgeschoben. Diese Frage kann ich ehrlich mit "Ja" beantworten. Die Namenssuche wird sich so schon arg schwierig gestalten, so können wir den Schwierigkeitsgrad immerhin halbieren.
Und dann die Forderung "Na wenn ihr es dann wisst, dann schreibst du mal...ja?"
Äähhh...nein?!
Meiner Meinung nach geht das nur die werdende Mama, den werdenden Papa und eventuell ganz enge Familienmitglieder etwas an. Seht ihr das anders? Ich denke, so viel Diskretion und Privatsphäre sollte man einem Elternpaar eingestehen, dass man einfach nicht erwartet, dass das Geschlecht des ungeborenen Kindes aller Welt mitgeteilt wird. Ein kleines süßes Geheimnis, dass man, so denke ich zumindest, akzeptieren sollte.

Während unserer langen Kinderwunschzeit gab es für mich schon Tabus, die natürlich immer noch gelten. Niemals würde ich ein kinderloses Paar fragen, warum sie keine Kinder haben. Niemals würde ich eine Familie, mit einem Kind fragen, warum sie nur ein Kind haben. Niemals würde ich einer Single-Frau sagen, dass es langsam Zeit für Kinder wäre...Tabus, Privatsphäre, die ich respektiere.
Warum ist das so? Weil ich ganz genau weiß, wie es im Herzen sticht und im Magen grummelt, wenn man solche Fragen gestellt bekommt...

Im Falle einer Schwangerschaft tut so eine Frage sicherlich nicht so weh, doch die Privatsphäre eines Paares wird dadurch, in meinen Augen, trotzdem verletzt.

Wie seht ihr das?

Ich freue mich auf eure Meinungen!
Bis bald, eure

Donnerstag, 10. November 2016

"Ihr werdet euch umgucken..."

Neulich war abends eine Freundin zu Besuch, zum gemütlichen Filmabend, vorher natürlich lecker essen und bisschen schwatzen...ein richtiger Frauenabend eben.
Natürlich kommt unser Gespräch auch zu meiner Schwangerschaft...und da fällt der Satz, der mir seit diesem Gespräch immer wieder im Kopf herumgeistert "Ihr werdet euch ganz schön umgucken, wenn erst das zweite Baby da ist. Ein Kind ist gar nichts, aber zwei und dann auch noch in so kurzem Abstand...das ist absolut stressig."
Ist ja grundsätzlich keine so verkehrte Aussage...aber erklärend sollte ich vielleicht hinzufügen, dass meine Freundin kinderlos ist. Auch nicht unbedingt gewollt, doch aber kinderlos.

Wenn ich den Satz jetzt aufschreibe, klingt er gar nicht mehr so hart. Aber warum beschäftigt er mich dann schon seit Tage immer wieder?

Vielleicht weil es meine eigenen Ängste benennt? Vielleicht weil ich mir wirklich einen Kopf mache, ob ich unserem Wunder-Wunschkind dann noch gerecht werden kann, oder ob ich dem Winzling die Aufmerksamkeit nebem dem Wunder-Wunschkind geben kann, die es braucht? Vielleicht weil ich jetzt schon manchmal so müde bin und mich dann frage, wie das erst mit zwei Kindern werden soll? Oder vielleicht nervt es auch nur, dass ich kluge Ratschläge und Hinweise bekomme, von jemanden der auch nur von anderen gehört hat? Warum lass ich mich von so einem blöden Kommentar so umtreiben? Warum kommt es nicht einfach ins Schubfach "gehört und gut"?

Ich habe nichts weiter geantwortet, außer "ich bin immer der Meinung, dass es auch ein wenig Einstellungssache ist, ob man etwas als Stress empfindet oder nicht".

Niemand kann vorher sagen, wie etwas werden wird. Außer Nostradamus vielleicht, aber selbst der lag nicht immer richtig.
Unser Wunder-Wunschkind war / ist ziemlich unkompliziert, hatte kaum mal Bauchweh, ist auch sonst nicht weinerlich sondern mehrheitlich gut drauf...ein "einfaches" Kind. Somit sind wir da eventuell ein wenig verwöhnt. Mit dem Winzling kann es alles anders werden, das ist mir klar. Doch als Mutter ist man doch Anpassungsfähig und erst recht stark wie ein Elefant. Man schafft viel mehr, als man sich selbst zugetraut vorher hätte. Außerdem sind wir (zumindest in den meisten Fällen) nicht allein.
Wir haben Männer, die Väter sind und ihren Anteil an Fürsorge leisten.
Wir haben Eltern, Omas und Opas, die sich auf die Enkel freuen und helfen, wenn sie gebraucht werden.
Wir haben Freunde, die einem gerade in der Eingewöhnung unterstützend unter die Arme greifen.

Sicherlich wird es eine Umstellung werden, klar, wäre auch komisch, wenn nicht. Doch deshalb freuen wir uns nicht weniger auf den Winzling und wir alle, und vor allem ich als Mutter, werden unser Bestes tun, um mit dieser neuen Herausforderung zu wachsen und sie zu meistern!

Ihr lieben Mehrfach-Mamis....wie habt ihr das Ankommen eines neuen Familienmitgliedes empfunden? Was haben euch für Gedanken während der Schwangerschaft begleitet? Waren da nur Freude und Liebe oder auch Ängste vor der neuen Herausforderung? Ich würde mich freuen, von euch zu lesen!

Eure


Donnerstag, 3. November 2016

Nebenher

Hey...wusstet ihr schon...ich bin wieder schwanger. Der Weg zum 2. Wunschkind war bisher bei weitem nicht so steinig wie der zum 1. Wunschkind.
Die Geburt unserer Tochter war ja (leider) ein Kaiserschnitt und so mussten wir ein Jahr warten, bevor eine neue Schwangerschaft ohne die Gefahr, dass die Narbe aufgehen könnte, möglich ist.
Erst kam es uns arg lang vor, ein ganze Jahr warten zu müssen. Schließlich haben wir schon so lange auf das Matzel gewartet, wer weiß, wie lange wir auf Wunschkind 2 warten müssen. Und jünger werden wir ja auch nciht mehr. Wir wollten so schnell wir möglich mehr Kinder um uns herum haben.
Doch schlussendlich war es gar nicht so schlecht das Jahr zu warten. Wie sagt man so schön..."das sind die Zwerge aus dem gröbsten raus".
Wir haben also (ungefähr) das Jahr gewartet und sind dann schon zeitnah wieder in die KiWu-Klinik gegangen. Und ganz schnell ist man wieder im alten Rhythmus, Tage zählen, Ultraschalltermine, Transfer, wieder Tage zählen und warten, Bluttest. Zum Glück hatten wir noch Eisbärchen, so dass mir die Hormonspritzerei erspart blieb.
Tja und dann....tadaaa, schon nach dem 2. Transfer war der Schwangerschaftstest dick und fett positiv.


Inzwischen bin ich schon in der 14. SSW und so langsam wölbt sich der Bauch und Übelkeit und Müdigkeit lassen langsam nach.

Doch um zum eigentlichen Thema dieses Posts zu kommen...nebenher.
Der Lebensmittelpunkt bei der 1. Schwangerschaft war die Schwangerschaft, zumindest war das bei mir so. Meine Gedanken drehten sich so gut wie ständig um das kleine Wesen, was ich unter meinem Herzen trug. Geht es ihm gut? Mach ich alles richtig? Hört es mich? Spürt es meine Hand auf dem Bauch? Hoffentlich mach ich nichts, was ihm schadet! usw. usf.

Der Lebensmittelpunkt nun bei der 2. Schwangerschaft ist das Matzel. Natürlich denke ich jetzt auch an das süße kleine Wesen in meinem Bauch und frage mich, ob es ihm gut geht. Doch wenn dann eher abends, im Bett, wenn es ruhig um mich herum wird, wenn das Matzel schläft, der Haushalt so weit erledigt ist, aufgeräumt ist, der nächste Tag vorbereitet ist...dann wandern meine Hände auf meinen Bauch und ich horche in mich zum Winzling hinein.

Manchmal plagt mich ein bisschen das schlechte Gewissen deswegen. Schon ungeboren bekommt der Winzling weniger Aufmerksamkeit als die große Schwester. Und das tut mir leid.
Aber ich denke auch, dass das wahrscheinlich einfach so ist. Der Alltag läuft weiter, das Matzel fordert uns und wir kümmern uns.
Ich denke, mit wachsendem Bauch wird der Winzling sich wortwörtlich mehr Platz in unserem Leben einräumen und ein weiterer Teil unserer Familie werden.

Wie seht ihr das? War / ist das bei euch ähnlich? Wie geht ihr damit um? Ich freue mich auf eure Kommentare.

Eure

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Bleibender Eindruck

Während der Schwangerschaft und der Geburt lernt man einige Hebammen kennen. Manche flüchtig auf der Station, manche ganz intensiv während der Entbindung und während der Nachsorge. Jede dieser Hebammen hinterlässt einen Fußabdruck in unserem Leben.

Neulich lag ich abends wach und konnte nicht einschlafen. Ich lag da und dachte, meine Gedanken schweiften ab und plötzlich war ich wieder im Krankenhaus. Ich war bei den Momenten vor der Geburt unserer Tochter, vor meinem inneren Auge lief alles noch mal ab.Und dabei dachte ich natürlich auch an die Hebammen, die mich und meine Tochter auf diesem Weg begleitet haben.

Da war zuerst die Hebamme, die uns zur Vor- und Nachsorge betreut hat. Eine sehr liebe Frau mit viel Erfahrung und vielen aufzubrauchenden Worten. Sie quasselte unheimlich viel. Wir mussten manchmal dazwischen grätschen, wenn wir unsere Frageliste abarbeiten wollten. Aber sie strahlte eine große Ruhe und Ausgeglichenheit aus. Sie tat gut.

Während der Zeit im Kreissaal durfte ich 2 Hebammen "näher" kennenlernen.
Ich möchte mit Hebamme 2 beginnen. Die Hebamme der Frühschicht. Sie lernte ich erst kennen, als ich schon eine Nacht im Krankenhaus verbracht hatte, die zweite durchgemachte Nacht...
Ich lag dauerhaft am CTG, mein  Kopf dröhnte vor Schmerzen und mein Blutdruck war viel zu hoch. Die Wehen, die über Nacht eingesetzt hatten und mich hoffnungsvoll auf eine baldige Entbindung blicken ließen, waren bis zum Morgen so gut wie wieder weg.
Und da war sie...Hebamme 2. Eine Seele von Mensch, einfühlsam, liebevoll, so freundlich, lächelnd. Sie hat sich gekümmert, mich informiert, mir Mut zugesprochen. Sie tat gut.
Leider war ihre Schicht irgendwann zu Ende.

Und da komme ich nun zu Hebamme 1. Die Hebamme der Spätschicht.
Die junge Frau mit dem eingefrorenen Gesicht hatte uns schon am Abend zuvor in den Kreissaal aufgenommen. Dezent genervt informierte sie uns, dass sie dann gleich das Gel für die Einleitung auftragen würde...? Das war zwischen Arztgespräch und Visite und es war bis dahin noch keine endgültige Entscheidung getroffen wurden, weder von uns noch vom Arzt.
Ich war froh, als ich vorerst auf Station kam und Hebamme 1 erstmal nicht mehr sehen musste.
Doch sie kam wieder, am nächsten Tag, nachdem Hebamme 2 Feierabend hatte.
Inzwischen hatte ich Wehen und die Abstände verkürzten sich rapide. Mein Kopf dröhnte immer noch vom viel zu hohen Blutdruck und den zwei langen Nächten, die hinter mir lagen. Ich lag also da, an Bett und CTG gefesselt und wehte vor mich hin, ich atmete und stöhnte, wie es mir halt gut tat. Und da sagte sie es...den Satz, der sich in mein Gedächtnis eingebrannt hat und mich bis heute, mehr als 16 Monate nach diesem Erlebnis, noch nicht in Ruhe lässt. Ich wehte und atmetet und stöhnte und da sagte sie "das sind aber noch keine richtigen Geburtswehen" ...

Von ihr flaks daher gesagt...von mir bis heute unverdaut.

Ich fühlte mich in dem Moment noch schwacher und hilfloser, als ich mich eh schon fühlte. Bin ich vielleicht gar nicht in der Lage eine Geburt durchzustehen? Bin ich jetzt schon viel zu empfindlich? Reagiere ich über auf das bisschen Gewehe? Ist mein Gestöhne und veratmen übertrieben?
Doch ich fühlte auch ein kleines bisschen Wut in mir aufsteigen. Woher wollte sie wissen, wie sich die Wehen für mich anfühlten? Was gab ihr das Recht über meine Art mit den Wehen umzugehen, zu urteilen? Mir war nach heulen zumute...

Ist diesen Frauen bewusst, wie prägsam sie auf uns wirken? Ist ihnen klar, dass sich ein Erlebnis wie eine Geburt in das Gedächtnis einer Frau einbrennt? Die Worte von den Hebammen um uns, wir nehmen sie vielleicht nur halb wahr, und doch reagieren wir auf sie und speichern Gesagtes ab.
Ich werde diese Frau und ihre Worte nie vergessen und das tut nicht gut.

Habt ihr ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Ich freue mich auf eure Kommentare.

Eure

Montag, 5. September 2016

Campen mit Baby?

Als unser Matzel 2,5 Monate alt war, haben wir das erste mal mit ihr auf einem Campingplatz im Auto übernachtet. Es war Sommer, es war warm...wir sahen kein Problem.
Wir packten Windeln, Schlafzeug, Spieluhr ins Auto und fuhren los.
Am frühen Abend erreichten wir den Campingplatz und checkten ein. Die Frau an der Rezeption "oh so ein kleines Ding...habt ihr euch das gut überlegt?" Äääähhh, ja? Was spricht denn dagegen? Mal ehrlich! Frische Luft ist doch fast so gut wie Muttermilch für die Zwerge und wo sie letztendlich zum Nachtschlaf gebettet werden, ist den Minis mit Sicherheit noch herzlich egal.
Wir machten also einen tollen Spaziergang am See, kochten uns ein leckeres Abendessen (Nudeln, was sonst?) und kuschelten uns alle zusammen zum schlafen in die Kuschelarea.

Für uns überhaupt kein Problem. Für manche eine unüberwindbare Barriere (im Kopf).
Auch während und nach unserer Elternzeit in Kroatien stießen wir immer wieder auf Meinungen wie

- "oh, das ist doch sicherlich total anstrengend mit dem kleinen Baby" (nicht anstrengender als zu Hause ... es isst, es schläft, es kackt, es spielt...all das tut es auch zu Hause...und überhaupt, wieso "anstrengend"?)

- "habt ihr denn da keine Angst?" (wovor denn, bitte? Mama und Papa sind rund um die Uhr um Kind drumherum, mehr Fürsorge erfährt es daheim auch nicht, wenn nicht sogar weniger davon, dann zu Hause ist immer irgendwas, was man zu tun hat und das einen vom Kind weg lockt - klar, es kann hinfallen, sich die Nase aufschlagen (beim Matzel wars die Lippe), eine Beule holen...aber all das kann zu Hause, auf dem Spielplatz, etc. genauso passieren)

- "und wenn es krank wird?" (dann wird es auch wieder gesund)

- "muss man da nicht total viel einpacken?" (das allerdings, zumindest wenn man sich nicht darauf verlässt, dass es ja doch alles zu kaufen gibt - aber letztendlich ist es so: Pampers gibt es weltweit, in jedem Mini-Mini-Tante-Emma-Laden in Hinter-Kroatien gab es Windeln und Babybrei, wenigstens eine Sorte...das nächste mal verlassen wir uns mehr darauf!)

Man erlebt miteinander viel wundervolle Dinge, man lernt sich als Familie komplett neu kennen. Schließlich ist man nicht mehr nur Paar, sondern auch Eltern. Jeden Tag entdeckt man etwas neues an seinem Kind und kann sich so intensiv mit dem Zwergl auseinander setzen, wie es mMn zu Hause nicht möglich ist.
Und die positiven Aspekte für das Kind sollte man nicht außer Acht lassen! Frischluftzufuhr ohne Grenzen, Fürsorge hoch 2, entdecken, entdecken, entdecken, Offenheit gegenüber anderen Menschen. Klingt komisch, doch ich denke, dass dies ungemein dazu beiträgt, dass ein Kind offen und relativ angstfrei (abgesehen von der natürlichen und gesunden Scheu beim Kennenlernen neuer Menschen) auf andere Menschen zugehen kann. Unserem Matzel ist fremdeln so gut wie fremd (ha ha...Wortwitz).

Schon lange vor der Schwangerschaft war ich immer der Meinung, dass die meisten Grenzen hinsichtlich "was man mit Kindern zusammen machen kann und was nicht" im Kopf der Eltern oder den Meinungsbildnern bestehen. Ich hatte natürlich keine Ahnung, wie ich dann tatsächlich darüber denken würde, wenn einmal ein Kind da wäre. Doch ich bin froh, dass wir offen in die Welt gehen und nicht sagen "das geht nicht", bevor wir es nicht probiert haben!

Wie seht ihr das? Erlebt ihr Grenzen seitens Außenstehender? Was macht ihr mit euren Kids, wo andere vielleicht den Kopf schütteln?
Ich freu mich auf eure Storys!

Eure

Montag, 29. August 2016

Erinnerungen: gone with the wind oder doch nicht?

Nach all den vielen Jahren ging ein lange ersehnter Traum in Erfüllung. Der Schwangerschaftstest war positiv, in mir wuchs Leben. Von diesem Moment an wollte ich jede Sekunde intensivst erleben, ihn in mich einsaugen, ganz fest abspeichern, niemals mehr auch nur eine Empfindung, ein Gefühl, ein Erlebnis vergessen.

Und nun....14 Monate nachdem unser Wunder das Licht der Welt erblickt hat? Gone with the wind. Ich will damit nicht sagen, dass ich alles was die Schwangerschaft betrifft, komplett vergessen habe, nein, ganz so ist es nicht. Aber an die vielen kleinen Mini-Sekunden, die ich so fest abspeichern wollte, kann ich mich kaum erinnern.

 Ich weiß noch, ...
... wie ich immer unter der Dusche das Schlaflied gesungen habe.
... wie das Matzel die Fernbedienung mit ihrenTritten zum tanzen gebracht hast.
... wie ich die Fahrradhose immer mehr geweitet habe, damit der Bauch da noch rein passte.
... wie wir abends immer die Spieluhr auf den Bauch gelegt haben und das Matzel eher unruhiger davon wurde.
... wie ich bald meinen Ehering nicht mehr vom geschwollenen Finger bekommen hätte.
... wie warm mir immer war.
.... wie sehr ich jedem Ultraschall entgegen gefiebert habe.
... wie langsam ich am Ende rumgewatschelt bin.
... wie das Matzel zur Welt kam!

Solche wundervollen Erinnerungen schwirren irgendwo auf meiner "Festplatte" rum und kommen immer mal wieder zum Vorschein.

Und doch gibt es so viele Dinge, die ich vergessen habe und wo ich mich heute frage, wie war das?

Ich weiß nicht mehr, ...
... was ich die langen 6 Wochen Mutterschutz gemacht habe.
... ob ich bis zum Schluss mit dem Fahrrad auf Arbeit gefahren bin.
... wie der Körper sich mit diesem erheblichen Mehr-Umfang angefühlt hat.
... wie ich meine Fußnägel geschnitten habe.
... ob ich besondere Essensgelüste zum Ende der Schwangerschaft hatte.
... ob ich sonderliche Beschwerden (außer so oft so schlimmes Sodbrennen) hatte.

Und das Resümee dieses Posts....an die wichtigen Dinge kann ich mich noch erinnern *lach*

Eure

Freitag, 17. April 2015

Intui....Was??

So eine Schwangerschaft ist schon was ganz besonderes. Der ganze Körper verändert sich und passt sich an die neuen Bedingungen und "zu erbringenden Leistungen" an. Es passiert unheimlich viel und es beeindruckt mich zutiefst, wie das alles so "von allein" funktioniert.

Natürlich besuche ich nun auch regelmäßig einen Geburtsvorbereitungskurs. Die Hebamme erzählt uns nun schon in der dritten Kurseinheit alles über gebären, entbinden, atmen, veratmen und alles was mit dem großen Wunder zu tun hat.
Ich und die 12 anderen Mädels hocken auf Matten und Gymnastikbällen um die Hebamme herum und lauschen gespannt. Die Hebamme holt Puppe und Kunstbecken immer wieder aus ihrer Kiste und stellt dar, wie sich das Baby auf den Weg durch unser Becken nach draußen macht. Sie erzählt sehr viel von ihren eigenen 4 Entbindungen und bringt so immer wieder persönliche Erfahrungen mit in den Kurs. Auch Dinge wie Einlauf, Darmbewegung, Schleimpfropf, Dammriss, Käseschmiere, Plazenta usw. usf. finden natürlich ausführliche Erwähnung.

Doch was hat das alles mit meinem Blogtitel zu tun? Nun ja,...ich bin doch etwas überrascht, wie manche der Frauen mit dem Thema Schwangerschaft und Geburt umgehen.
Beim Thema "es geht los" und Eröffnungsphase, kam es mir zwischenzeitlich vor, als hätten die Frauen gern eine Checkliste und einen Zeitplan, wie lang bzw. wie kurz Wehe und Wehenpausen sein dürfen, damit sie wissen "jetzt kann ich ins Krankenhaus fahren". Solche Fragen habe ich mir nie gestellt. Für mich war irgendwie immer klar, dass ich genau wissen werde, wann es Zeit ist in die Klinik zu fahren. Das nur als ein Beispiel.

Haben die Frauen von heute ihr Bauchgefühl, ihre Intuition verloren? Hören wir unsere innere Stimme nicht mehr? Geht uns der Draht zur Natürlichkeit verloren?
Wenn dem so ist, dann ist das ein großer Verlust, wenn nicht der Größte überhaupt. Denn dieses innere Bauchgefühl, die Intuition ist unser Barometer für richtig und falsch...unsere Entscheidungshilfe in allen Lebenslagen.
Doch wie oft lassen wir uns von Meinungsbildnern und gut gemeinten Ratschlägen beeinflussen und vergessen dabei völlig auf unsere innere Stimme zu hören. Manchmal denkt man sogar im Nachhinein "hätte ich es mal so gemacht, wie ich es am Anfang dachte..."

Ich möchte jetzt nicht wie ein Moralapostel klingen, nein bloß nicht...doch möchte ich gerade diese Dinge, die mich dahingehend während der letzten Monate beschäftigt haben, hier in meinem Blog teilen.
Vielleicht hilft es ja auch, wieder mehr Vertrauen in die eigene Intuition zu fassen.

Findet zurück zu eurer Mitte, vertraut auf euch und eure innere Stimme, schaltet sie nicht stumm, hört ihr zu...sie weiß was zu tun ist!

Liebe Grüße

Donnerstag, 12. Juni 2014

Hallo?!

Pünktlich zu 3 Jahren unerfüllter Kinderwunsch überkommt mich nun doch wieder ein klein wenig das Bedürfnis hier etwas nieder zuschreiben.
Im Juni vor 3 Jahren, ich kann mich erinnern, als wäre es gestern gewesen....haben wir uns geliebt...und mein Mann fragte mich, ob "es sicher" ist...ich sagte "nein" und er sagte "ach egal"...das war ein für mich sehr wunderbarer und emotionaler Moment. Der Moment, als wir uns bewusst und mit allen Konsequenzen für Kinder entschieden. 
3 Jahre ist das nun her. 

Eine Kinderwunschschwester hat nach einem sehr langen und steinigen Weg die erste Hürde geschafft. Sie ist schwanger.... Solche Wunder geben mir Hoffnung, geben mir Kraft, machen mir Mut, lassen mich weiter machen. Hanni.....meine Daumen sind dir sicher!!

Falls das hier heute etwas chaotisch rüber kommt....ich schreibe einfach, wie mir die Tasten unter die Finger geraten.

Interessiert es euch, wie es mir geht? Also....es geht mir gut. Ha! Damit habt ihr nicht gerechnet, oder? Ich lebe, ich lebe ein Leben ohne Kinder..im Moment. Und es fühlt sich gut an, im Moment. Mein Mann und ich, wir erleben im Moment so viel, es ist viel los....es ist beinah Sommer, wir sind jedes Wochenende unterwegs, erleben die Welt mit all ihren wunderbaren Seiten. Ich kümmere mich um mich, um meine Freunde..., ja es geht mir gut.

Manchmal sage ich zu meinem Mann so Sachen wie "wenn wir kinderlos bleiben, kaufen wir uns ein Paddelboot" oder "wenn wir zu zweit bleiben, mach ich den Motorradführerschein". Hat das was mit Abschließen zu tun? Ich denke nicht...nur mit Alternativen. Vor einem Jahr hätte ich mir nicht vorstellen können, dass ich jemals an den Punkt komme, an dem ich mögliche Alternativen sehe und mir überhaupt vorstellen kann. Doch scheinbar entwickelt man sich einfach immer weiter und passt sich an....

Immer mehr Meldungen von inzwischen schon Zweitgeborenen in unserem Freundeskreis machten in den letzten Monaten die Runde und kamen auf verschiedenen Wegen bei uns an. Das ein oder andere mal war ich sprachlos und brauchte einen Schnaps. Dann abends lieg ich neben meinem Mann im Bett und sage "jetzt kommt die 2. Kinderrunde und dann haben wir es überstanden". Ist das Resignation? Ich nenn es mal Selbstschutz...

Tja und nun? Wie geht es weiter bei uns? Nach der letzten ICSI hatte ich ja hier erstmal dicht gemacht und mich zurück gezogen. Ich wollte Abstand von dem Kinderwunschkram, mein Ruhe von Diagnosen, Behandlungen, Klinik und Co. Es geht mir einfach besser, wenn mich das ganze so wenig wie möglich tangiert.
Von der letzten Diagnose habe ich aber noch nicht erzählt, oder?
Nun ja, wir haben unsere Immunsysteme auf Kooperationsmöglichkeit untersuchen lassen.

An dieser Stelle hole ich gern mal etwas weiter aus. Alsoooo:
Es ist ja so, das die befruchtete Eizelle ja zu 50% ein Fremdkörper ist und es somit sein kann, dass die Einnistung nicht stattfinden kann, weil unser Immunsystem den Fremdkörper abstößt.
Nun wird man quasi geimpft gegen diesen Fremdkörper. Dazu werden die weißen Blutkörperchen vom Mann unter die Haut der Frau geimpft. Das Immunsystem fängt an auf den Fremdkörper zu reagieren und bildet Antikörper. Der Körper erkennt dann wohl die befruchtete Eizelle als Fremdkörper und denkt "ach ja, kenn ich schon...war nicht so schlimm, kann ich durchlassen" und somit erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass die Eizelle sich einnisten kann.
Wir haben eine mögliche Ursache.
Ich könnte jetzt ausführlich beschreiben, wie es mir damit ging und wie es mir inzwischen damit geht. Doch eigentlich habe ich darauf gar keine richtige Lust. Es ist wie es ist und wir können es nicht ändern.

Dieses Wochenende machen wir einen Ausflug an die Ostsee, denn am Montag haben wir den Termin in der Uniklinik Kiel. 4 Wochen haben wir auf den Termin gewartet.
Die Chancen nach der Behandlung schwanger zu werden steigen um 10%. 
Immerhin!

So und morgen steig ich wieder auf mein Fahrrad, fummel mir die Ohrstecker meines MP3-Players in die Ohren, mach ein Hörbuch an und vergesse die Welt um mich drumherum.

Vielleicht bis bald mal wieder!

Montag, 7. April 2014

Nachfrage

Auf Grund der großen Nachfrage nun doch eine kurze Erklärung...

Wie sich sicherlich der Großteil von euch denken kann, hat es wieder nicht geklappt. Nachdem ich 4 mal Embryonen transferiert bekommen habe, sind wir unserem Traum kein Stück näher gekommen.
Und ich habe einfach die Nase voll, um es mal milde auszudrücken. Ich habe die Nase voll davon, dem ... jetzt fällt mir hier kein passendes Wort ein, ich möchte nicht Problem schreiben....unerfülltem Kinderwunsch so viel Platz in unserem Leben einzuräumen.
Die Wochen der Stimulation und der Warteschleife waren die Hölle für mich. Ich war nicht ich selbst, absolut unausgeglichen, emotional, voller Angst...
Als ich das Ergebnis bekam (ich wusste es schon 2 Tage vor dem Bluttest und wir hatten somit genug Zeit zum trauern und weinen), war ich innerlich erleichtert. Nicht erleichtert, weil ich nicht schwanger war (um Gottes willen)...sondern erleichtert, dass dieses emotionale Chaos nun offiziell ein Ende hat. Ich darf wieder Herr über meinen Körper werden, ich weiß wieder was in mir Sache ist....ich kann wieder zu mir zurück kommen. Da wurde mir klar, wie stark mich die letzten Wochen belastet haben. Ich habe keine Warteschleife vorher als so belastend empfunden.

In einer "ich hab die Nase sowas von voll"-Phase habe ich den Blogtitel geschrieben, dass hier erstmal alles still gelegt ist. Ich möchte das auch erstmal so beibehalten. Ich möchte leben, fröhlich, flexibel und unabhängig sein. Ich möchte raus gehen und wunderbare Dinge mit meinem Mann erleben. Ich möchte die Welt wieder wahrnehmen, bewusst wahrnehmen.

Der unerfüllte Kinderwunsch bleibt Teil unseres Lebens....wir werden auch weiter machen, auf jeden Fall! 7 kleine Eisbären warten darauf transferiert zu werden. Aber es soll nur noch ein Teil meines Lebens sein....nicht mehr mein Leben.

Ich umarme euch alle und danke euch von Herzen, dass ihr alle so besorgt um mich seid. Es geht mir (wieder) gut und es geht weiter...es geht doch immer irgendwie weiter.

Sonnige Grüße!

Donnerstag, 30. Januar 2014

Back with a broken leg

Na guuuut, ganz so schlimm ist es dann doch nicht. Es ist nur ein Zeh und nicht das ganze Bein (aber "toe" reimt sich ja nicht auf back ;-) ). Und es ist auch nicht beim Skifahren passiert, sondern in der Sauna, oder um genauer zu sein, davor.
Doch der Reihe nach:
Tag 2 unseres gut gestarteten Winterurlaubs. Ich habe einen wunderbaren Tag auf der Piste hinter mir, es fetzt, Wetter passt, alle sind nett....einfach gut. Dieser Abend muss natürlich mit einem herrlichen Gang in die Sauna beendet werden.
Also rein in die Dusche, ordentlich abgeseift, wieder raus aus der Dusche und dann forschen Schrittes Richtung Sauna. Dann kommt alles zusammen (im wahrsten Sinne des Wortes): mein nackter Fuß gleitet über die glitschigen Fliesen, mein ebenfalls nacktes Hinterteil landet mit einem lauten platsch auf dem Boden und mein linker Fuß versucht noch mit aller Kraft die Saunatür aus dem Weg zu räumen....tja, die Saunatür war dann wohl unnachgiebiger als mein mittlerer Zeh, welcher nach der Kollision in eine Richtung zeigt, die er vorher so noch nie angezeigt hat. AUTSCH!
In einem Anflug von Wahnsinn (auch Schock genannt) greife ich nach meinem schiefen Zeh und richte ihn wieder auf. Mein Großhirn vermittelt mir die irrsinnige Vorstellung, alles würde einfach wieder gut sein, wenn nur der Zeh erstmal wieder gerade wäre. War es aber nicht! Zumal ich die komplette Aufrichtung dann doch irgendwie nicht hinbekommen habe.
Mein Mann hilft mir auf einen Stuhl...einen Korbstuhl mit Frontneigung. Was ich damit sagen will...nun ja, ich sitze heulend und zitternd, gerade mal notdürftig mit einem Handtuch bedeckt auf diesem Stuhl und starre auf meinen schiefen Zeh, ein zukünftiger Chirurg versucht sich in erster Diagnose und beguckt ebenfalls meinen Zeh...da kippt der Stuhl unter mir weg....ich sitze wieder mit nacktem Hinterteil auf dem Boden und denke innerlich, wie bescheuert die hier alle eigentlich sind, mich auf SO einen Stuhl zu setzen.
Mein Schamgefühl habe ich schon bei meinem Sturz vor der Saunatür mit dem Fuß weggeschleudert, also was solls.
Nachdem alle mal meinen Zeh beguckt haben, mir ihr Mitgefühl ausgedrückt haben, hilft mein Mann mir in Klamotten und ins Auto, mit welchem wir dann zum Arzt fahren.
Mein Zeh bekommt eine Betäubungsspritze bevor er noch das letzte Stück wieder gerade gerückt und mit Tape am Nachbarzeh festgebunden wird.
Von nun an darf ich die Berge, den Schnee, die Sonne und alles was es sonst noch so im Winterurlaub gibt, von der Talstation, durchs Fenster unserer Hütte oder durch Autoscheiben bewundern. Herrlich, soviel Zeit zum lesen, häkeln, rumsitzen, nachdenken. Ganz toll!
Aber hey...die ARME Schwangere konnte ja auch nicht Skifahren. Sie hatte mein vollstes Mitgefühl!

So viel zu meinem Urlaub....ich bin tiefentspannt und auch sonst ist alles total toll *grins von einem Ohr zum anderen* /Ironie aus!

Außerdem möchte ich euch noch was mit auf den Weg geben....den gestrigen Spruch des Tages, einer Freundin, die ganz plötzlich und unerwartet einen Untermieter im Uterus hat:
"Damit ist ja meine Theorie, dass es am besten ist, wenn man so gar nicht daran denkt, bestätigt!"

Ihr lieben Mitfühlenden, ich denke, der Großteil von euch wird meine Worte verstehen und sich in etwa vorstellen können, wie es mir geht und was mir bei solchen Worten im Kopf rum geht.

Für alle Anderen:
No Way!

Schönen Abend noch!

Freitag, 17. Januar 2014

Fachsimpeln II und Sorgenwellen

Teil 2 der Kategorie Fachsimpeln. Und heute, meine lieben LeserInnen widmen wir uns der Genetik. *Brille hochschieb*
Ein hochspannendes Thema, welches auch bei unerfülltem Kinderwunsch eine nicht unerhebliche Rolle spielt. *räusper*
Warum untersucht man die Genetik?
 Nun ja, wie wir alle schon im Biologieunterricht gelernt haben, werden bei der Befruchtung einer Eizelle die Chromosomen der Frau und des Mannes zusammengewürfelt, auf das was Neues entstehe.
Nun können schon dort Ursachen liegen, warum es zum Beispiel erst gar nicht zu einer Verschmelzung kommt oder die Weiterentwicklung einer befruchteten Eizelle stören.
Die genetische Beratung dient somit der Abklärung eventueller genetischer Ursachen der Sterilität sowie eventuell erhöhter genetischer Risiken für ein Kind.
Mit anderen Worten, man schaut ganz tief rein und weiß dann, ob es passt und wenn es passt, ob es Risiken für das Ungeborene gibt.
Kann einem sowas Angst machen? Ja! Mir schon.
Was ist wenn es nicht passt? Wenn es von ganz tief drinnen schon vorbestimmt ist, dass wir zwei uns nicht verschmelzen sollen?
Was ist wenn es passt und sich aber Risiken für das Ungeborene ergeben? Aufgeben? Trotzdem weiter machen und auf Glück hoffen, was uns schließlich schon lange genug verwehrt bleibt?
Ich weiß es nicht. Wir werden sehen, sagte der Stumme zum Blinden.
Am 04.Februar ist der Termin bei der Humangenetik. Das Ergebnis wird dann sicher eine Weile auf sich warten lassen.

Und sonst so?
Wir fahren morgen in den Winterurlaub. Bis hierhin alles gut. Bis gestern Vormittag alles gut. Gestern Abend hat sie mich dann gnadenlos überrollt, die Sorgenwelle.
Wir fahren mit einer ganzen Gruppe von Leuten in den Winterurlaub. Viele Menschen in unserem Alter und jünger. Viele davon schon Eltern, eine Schwangere.
Versteht ihr jetzt was ich meine?
Letztes Jahr war einer davon noch Single, dieses Jahr bringt er seine schwangere Freundin mit.
Letztes Jahr war ich felsenfest überzeugt, dieses Jahr schwanger zu sein. Ich bin es nicht, noch nicht.

Bis gestern Vormittag war alles bestens, ich war ganz und gar bei mir, glücklich in meinem Dasein. Doch dann kam, völlig unbeeindruckt von meinem neuen Lebensmut, die Sorgenwelle. Ich weiß, ich wiederhole mich. Ich finde nur grad eben nicht so die richtigen Worte. Ich frage mich halt, wie es sein wird, die ganze Zeit das junge Glück der werdenden Mutter und des werdenden Vaters und ihren Bauch vor meiner Nase zu haben. Klar, ich werde mein Nicht-Mutter-Dasein genießen, unbeeinflusst Skifahren, lange auf bleiben, mir den ein oder anderen Drink genehmigen...aber trotzdem....

Ski Heil!

Donnerstag, 16. Januar 2014

You'll be blessed


Eine Blogschwester hatte die wunderbare Idee, eine KiWu-Playlist ins Leben zu rufen. Danke dafür, liebe ZweiLinien!!
Lieder, deren Melodien und Texte uns bewegen, berühren, in denen wir uns in dieser Lebensphase wiederfinden, die uns auf dem Weg, den wir ungewollt gehen müssen, begleiten, die mit uns trauern oder uns aufmuntern.
Ein Lied aus dieser Liste hat mich zutiefst berührt. Es gibt meinem Wunsch Worte.
Elton John - You'll be blessed



Für meine lieben Leser, die sich nicht erst ausführlich mit dem Song auseinander setzen wollen und keinen Übersetzer bemühen möchten, hier der Text in deutsch. 

Hey, du, du bist ein Kind in meinem Kopf 
Du bist noch nicht gelaufen 
Deine ersten Worte müssen noch gesagt werden 
Doch ich schwöre, du wirst gesegnet sein

Ich weiß, noch bist du nur ein Traum 
Vielleicht sind deine Augen grün 
oder die blausten, die ich jemals sah 
Auf jeden Fall wirst du gesegnet sein

Und du, du wirst gesegnet sein 
Du wirst das Beste haben 
das verspreche ich dir 
Ich werde dir einen Stern vom Himmel holen 
Deinen Namen aus einem Hut ziehen

Ich verspreche dir, verspreche dir, verspreche dir 
Du wirst gesegnet sein

Ich brauche dich, bevor ich zu alt bin, 
um dich zu haben und zu halten, 
mit dir zu gehen und dich wachsen zu sehen 
Und zu wissen, dass du gesegnet bist

Freitag, 3. Januar 2014

Wir schreiben das Jahr 2014...

....ein weiteres Jahr geht in das Kapitel Kinderwunsch ein.

Ich wünsche euch allen, die hier immer mal einen Blick rein werfen, ein gesundes neues Jahr, mit vielen positiven Momenten!!

Ich fühle mich entzwei.
Die eine Seite denkt: ach komm ist doch alles wunderbar so, so entspannt, wir können Pläne von großen Reisen machen, ausschlafen, ich kann tun, wonach mir der Sinn steht, mein Hobby ausleben...es kann ruhig so bleiben, wie es grad ist.
Die andere Seite denkt: oh Gott, uns rennt die Zeit davon, schon wieder war Silvester ohne auch nur den kleinsten Funken einer Lösung für unser "KiWu-Problem". Ich sehe den Zwerg von Freunden und denke daran, wie ich geweint habe, bei der Verkündung der Schwangerschaft...der Zwerg läuft inzwischen und spricht in ganzen Sätzen...Nummer 2 wird in dieser Familie sicher nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Und wir? Wo bleibt unsere Nummer 1?

Manchmal sagt mein Trotzkopf "ach dann eben nicht, dann haben wir eben keine Kinder....mir doch egal, da schei* ich drauf, sollen die mir alle mal den Buckel runterrutschen mit ihrem Kinderkram..." Schutzreaktion? Vielleicht.

Natürlich machen wir weiter...Mitte Januar haben wir einen Termin zum erneuten Beratungsgespräch bei unserer Ärztin. Es gibt ein paar Dinge, die ich noch ansprechen und abklären lassen will. Mal sehen, wie das läuft.
Dann ist erstmal Winterurlaub und somit wirds mit der nächsten ICSI nichts vor März. Tja...ist halt so. Wieder ein viertel Jahr dahin.

Prosit Neujahr...

Montag, 16. Dezember 2013

Resignation?!

[Resignation, die]: das Resignieren; das Sichfügen in das unabänderlich Scheinende
Quelle: Duden.de

Seit Tagen ist da so ein Gefühl in mir...nun kann ich es endlich betiteln. Resignation.

Ich beschreibe mal kurz, wie es mir geht und dann begebe ich mich auf die Suche nach einem Grund.
Ein Kind zeugen, sich als Paar bewusst dafür zu entscheiden, ein Kind bekommen zu wollen, das sollte etwas schönes sein. Etwas was mit Glück, Freude und froher Erwartung zu tun hat. Zumindest entspricht das meiner romantischen Vorstellung vom "Eltern werden".
Bei uns hat der Kinderwunsch zu 90% mit Ängsten, Ärzten und Enttäuschungen zu tun. Im Moment bin ich an einem Punkt, wo ich denke, ich kann das nicht noch mal durchstehen! Durch die Pause habe ich wohl gemerkt, wie anstrengend und belastend die letzten Monate mit den Versuchen schwanger zu werden, wirklich waren. Das Auf und Ab der Emotionen, die Hoffnung und die erneute Enttäuschung, das kostet scheinbar doch enorme Kraft. Mehr, als einem in dem Moment bewusst wird.
Heute streubt sich alles in mir, das nochmal durchmachen zu müssen. Die Gedanken an die erneute Behandlung im Januar, die vielen Arzttermine, das Leben danach auszurichten, dass bangen, das hoffen, das warten, die Tränen...all das jagt mir jetzt schon einen Schauer über den Rücken.
Schaff ich das alles nochmal? Und wenn ja...wird es sich dann lohnen oder wird am Ende wieder nur Enttäuschung sein?


Und nun zur Ursachenforschung:
Weihnachtszeit? Gefühle werden mindestens 3fach so stark wahrgenommen wie zu "normalen" Zeiten? Alles und jeder ist hypersensibilisiert...es knirscht und kracht an allen Ecken und Enden. "Jahresendkoller" hat eine Freundin es gestern genannt. Kann es einfach "nur" das sein und ab Januar ist alles wieder gut? Kann ich dann wieder Hoffnung haben? Bin ich dann wieder stark genug für den weiteren Weg?



Mittwoch, 11. Dezember 2013

*Meld*

Ich dachte, ich melde mich noch mal. Meine letzter Eintrag ist ja schon ein Weile her und ihr fragt euch sicherlich warum ich euch so schändlich vernachlässige.
Das ist ganz einfach...es gibt nichts zum Thema Kinderwunsch zu schreiben, zumindest nichts Neues. Wir machen ja immer noch Pause....
Wie es mir damit im Moment geht? ...mal so mal so.
Die Vorweihnachtszeit zerrt gnadenlos an meinen Nerven und stellt meine Kräfte doch hin und wieder auf eine harte Probe. Ich schlender über den Weihnachtsmarkt und sehe leuchtende Kinderaugen, Mütter die kleine Heimlichkeiten für den Nachwuchs versorgen, Papas mit dick eingepackten Zwergen an der Hand....da wird mir schon mein kleines Kinderwunsch-kränkelndes Herzchen schwer. Um nur mal eine der 1000 Situationen zu beschreiben...
Es wird das Dritte Weihnachten sein, an dem ich mir nichts anderes als ein eigenes kleines Zwerglein wünsche. Wenn mir das in den letzten Tagen vermehrt ins Bewusstsein rückt, macht mir das Angst. Wohin rennt die Zeit? Was haben wir geschafft im letzten Jahr? Wir haben einiges geschafft....klar auf jeden Fall. Aber auf unseren Kinderwunsch bezogen? Nicht sehr viel, würde ich mal sagen:
Januar: Zwangspause wegen Winterurlaub
Februar: 3. IUI
März: 4. IUI
April: 5. IUI
Mai: 6. IUI
Juni: Donwregulierung für die ICSI
Juli: 1. ICSI
August: Zwangspause nach ICSI
September: 1. Kryo
Oktober: 2. Kryo

...weg ist es, das Jahr 2013. Ein in "Versuchen" gezähltes Jahr. Mehr ging nicht...für meinen Geschmack. Die Zeiten ausgenutzt, die Nerven strapaziert, auf vieles verzichtet...für nichts. Na ja, nicht ganz. Wir sind um einiges reicher...reicher an Erfahrungen. Wir sind gewachsen am Erlebten, sind stärker geworden, haben wieder etwas mehr gelernt damit umzugehen....bla bla bla!

Der Winter Anfang 2013 war lang, immer wieder schneite es und es war kalt. Ein schöner langer Winter, genau nach meinem Geschmack. Ich weiß noch, wie ich im Winter immer gesagt habe "von mir aus kann der Winter noch lange bleiben". Warum ich das gesagt habe? Nicht weil ich so ein riesiger Winterfan bin, sondern weil es mir das Gefühl gab, noch lange Zeit zu haben. So lange Winter war, war es noch früh im Jahr.
Doch der Frühling kam, und auch der Sommer und der Herbst.

Eigentlich wollte ich irgendwie noch mehr schreiben, aber ich finde grad nicht so die richtigen Worte.
Ich kann die Ängste und Gedanken, die im Zusammenhang mit der verrinnenden Zeit, was mir gerade zur Vorweihnachtszeit sehr bewusst wird, schwer beschreiben. Alles was ich sagen kann, dass ich das Gefühl habe, mir rinnt die Zeit durch die Finger und ich sehe irgendwie keine Chance etwas dagegen zu tun. Vielleicht habe ich auch Angst davor, weil ich nicht weiß, was wir noch machen können?! Was haben wir denn noch für Möglichkeiten? Wie kann es für uns weiter gehen?
Im Januar haben wir ein Gesprächstermin mit unserer Ärztin...wir werden sehen.

Desweiteren schluck ich jetzt den dicken Kloß in meinem Hals wieder runter und lege den Schalter "Verdrängung" wieder auf "An".

Meine lieben Leser/-innen,
ich wünsche euch ein ganz wundervolles Weihnachtsfest im Kreise eurer Liebsten! Genießt die Zeit der Ruhe und Besinnung, rückt nah zusammen und besinnt euch der vielen kleinen glücklichen Momente, die uns unser Leben jeden Tag schenkt, während wir auf das große Glück warten.





Liebe Grüße!!!