Dienstag, 2. Juli 2013

Follikel zählen Klappe die Erste

Ich bin so aufgeregt, kann mir mal einer sagen, warum ich so aufgeregt bin?
Ich mach mich eine Stunde früher von Arbeit auf den Weg zur Klinik und bin nervös. Warum nur? Zum Folli-TV war ich ja nun inzwischen oft genug, dass sich etwas Routine eingestellt haben könnte. Aber trotzdem ist es diesmal wohl etwas anderes, bedeutenderes. Es scheint mir einfach so surreal, dass da nun plötzlich mehr als der übliche eine oder maximal zwei Follikel in mir wachsen sollen.
Es ziept und zieht schon immer mal leicht, auf beiden Seiten, aber alles noch im Rahmen und nichts unerträgliches. Ich bin neugierig, wie die Stimu angeschlagen hat.
Nach nur wenigen Minuten Wartezeit werd ich aufgerufen. Die Ärztin meint, wir schauen einfach erstmal und besprechen dann das weitere Vorgehen. Gut so, ich will wissen was abgeht in mir. 
Sie fragt auch, wie es mir geht, wie ich mich fühle. Die leichten Kopfschmerzen, die Übelkeit, der Kreislauf...ja, das wäre alles auf die Stimu zurückzuführen.
Zuerst misst sie die Gebärmutterschleimhaut (GMSH), die ist schon bei 6mm. Sehr schön. Beim Eisprung sollte sie so bei 10mm sein, das läuft also schon mal gut.
Dann zählt sie rechts 3 Follikel und links 5 Follikel. Macht nach Adam Ries 8 Follikel. Die Ärztin meint dann leicht entschuldigend, dass wir ja mit einer sehr geringen Dosis angefangen haben, da ich ja noch jung (aha) und schlank (oha) bin und somit statistisch zu denen gehöre, die sehr gut auf eine Stimu reagieren. Sie meint, ich soll nicht enttäuscht sein. Bin ich nicht. Lieber langsam rantasten als volle Kanüle und dann abbrechen müssen. Wahrscheinlich hatte sie mehr erwartet. Sie meint dann noch, dass die jetzige Anzahl noch gar nichts über die endgültige Anzahl aussagt. Wir erhöhen die Dosis noch etwas und es können noch weitere Follikel nachziehen. Also noch alles drin.
Ideal wären so zwischen 10 - 15 reife Follikel. Ich bin dahingehend optimistisch, da geht sicher noch was. Noch habe ich Reserven, sagt zumindest mein AMH-Wert.

Zusatzinfo AMH-Wert:
Das Anti-Müller-Hormon kann zur Fertilitäts (Fruchtbarkeits-)diagnostik verwendet werden. Es korreliert mit der Funktion der Eierstöcke. Mit zunehmenden Alter sinkt der AMH-Spiegel der Frau entsprechend dem Verlust ovarieller Funktionsreserve ab. Mit anderen Worten: wenn die Reserve der im Eierstock noch vorhandenen Eizellen abnimmt, sinkt auch der AMH-Wert. Denn wir Frauen bekommen alle Eizellen schon bei der Geburt mit und bilden keine neuen Eizellen nach.

Am Ende des Gesprächs bekomme ich noch ein neues Rezept für einen neuen Spritzen-Pen und schon bin ich wieder draußen. Die Sonne scheint, ich trage (vorerst) 8 reifende Eichen mit mir rum, die Welt ist ok (für heute).

Am Mittwoch geh ich wieder zum Folli-TV. Mal schauen, was wir dann sehen.



Freitag, 28. Juni 2013

Beim ersten mal tats noch weh....

...beim zweiten mal nicht mehr so sehr und heut weiß ich, daran stirbt man nicht mehr.

Nun aber im ernst: ich habe mir gestern meine erste Spritze selbst gesetzt. Doch der Reihe nach.

Pünktlich 21 Uhr hole ich den Pen aus dem Kühlschrank, einen Wattepad und das Desinfektionsspray aus dem Bad. Ich baue alles auf dem Küchentisch auf. Stelle mich theatralisch vor meinen Mann und mache mit den Worten "es geht los" auf mich aufmerksam. Er stellt sich an die Spüle und wäscht ab, mit dem Rücken zu mir quasselt er mich ununterbrochen voll. Ich lese nochmal die Schritt-für-Schritt-Anleitung, informiere meinen Mann darüber, das ich mich nun konzentrieren müsse und führe alle Schritte sorgfältig aus. Ich schraube die Nadel auf den Pen, stelle die Dosierung hinten am Pen ein und ziehe die äußere Hülle von der Nadel. 
Ich sprühe ne ordentliche Ladung Desinfektionsspray auf die Gegend links neben meinem Bauchnabel und warte bis es verdunstet ist. Dann ziehe ich die innere Hülle von der Nadel und schau sie mir an...ich hatte sie kürzer in Erinnerung. 
Die Haut neben meinem Bauchnabel quetsche ich nun ordentlich zwischen zwei Fingern zusammen. Noch ein letzter kontrollierender Blick hin und her zwischen Bauchfalte und Pen. 
Ich denke "hmm und nun? Soll ich bis 3 zählen?" Doch eh ich mich versehe, nimmt meine Hand Anlauf und schon steckt die Nadel in meinem Bauchspeck. Hui...das ging ja leicht. So und nun? Ach ja, hinten das Drehdingens runterdrücken. Also gut, ich drücke und merke nichts, gut so! Ich zähle bissel und dann zieh ich die Nadel wieder raus....geschafft!
Ich tu das meinem immer noch abwaschendem Mann kund. Er freut sich, dass ich es allein hinbekommen hab. Ich bin stolz!
Nun fang ich an zu zittern, aber hinterher ists ja egal. 
Gleich noch das Nasenspray hinterher und schon bin ich wieder voll auf "Level".

So gehts nun erstmal weiter und am Montag schauen wir dann das erste mal, wie die Eierproduktion so läuft.
Ich wünsche ein angenehmes Wochenende.

Mittwoch, 26. Juni 2013

Morgen gehts los...

...und ich bin jetzt schon ein emotionales Wrack!
Ich stehe noch "nur" unter dem Einfluss der Hormone aus dem Nasenspray, aber scheinbar setzen die mir schon arg zu. Einen prall gefüllten Wassersack anpieken führt im Moment zum gleichen Ergebnis wie mich ansprechen. Wir laufen beide über, der Wassersack und ich.

Am Dienstag habe ich meine Periode bekommen, endlich. Selten so heiß herbei gesehnt. Ich habe dann direkt in der Klinik angerufen und gefragt, wann ich mit der Stimulation (ab sofort Stimu genannt) anfangen soll. Da unsere Klinik leider eine Privatklinik ist, wird da an Wochenenden nicht unbedingt gearbeitet. Somit wird der Stimu-Beginn an den ersten Ultraschalltermin angepasst. Ganz prickelnd, als würde sich ein weiblicher Zyklus (egal ob natürlich oder nicht) an Wochenenden halten!! Die nette Schwester am Telefon nennt mir also den Donnerstag als Beginn mit der Stimu. Außerdem werden auch gleich die nächsten 4 Kontrolltermine ausgemacht.
Also fang ich am Donnerstagabend an mich zu spritzen und ab Montag gehts dann alle 2 Tage in die Klinik zur Kontrolle. Ich fange an mit 75 Einheiten für die ersten 2 Tage, dann wird schon auf 100 Einheiten erhöht. Die erste Anpassung erfolgt dann nach dem Termin am Montag.

Zwischeninfo Stimulation:
Stimulation bedeutet, dass die Follikelproduktion und damit die Eizellreifung durch künstliche Hormone angeregt wird. Mein natürlicher Zyklus wurde durch das Nasenspray stillgelegt. Nur so wird das, was da kommen soll, für die Ärzte berechenbarer. Würden jetzt noch meine natürlichen Hormone damit mischen, könnte man nicht vorhersehen, was da passiert.
Mit Hilfe der Stimu sollen meine Eierstöcke angeregt werden, so viele Eizellen wie vertragbar (10 - 15, zur Erinnerung: normal reift da 1 (!!) Ei), gleichzeitig reifen zu lassen. Wenn diese dann alle reif sind, werden sie mir entnommen....doch dazu erst später.


Wie geht es mir damit?
Ich bin sehr nervös, aufgeregt und ich habe Angst. Aber ich freue mich auch und schaue voller Hoffnung auf das, was da kommt. Das ich so emotional bin, macht mir sehr zu schaffen und geht mir an die Nerven. Ich versuche, nicht die Kontrolle darüber zu verlieren. Mit anderen Worten, ich versuche, mich dem Gefühl nicht völlig hinzugeben, mich nicht gehen zu lassen, damit es nicht Überhand nimmt. Gelingt mir meistens nicht...aber ich bleib dran ;-) !

Ich werde von Anfang an versuchen mich diesmal selbst zu spritzen. So bin ich einfach unabhängiger, wenn mein Mann mal nicht da sein sollte. Wenn ich dann im "Notfall" allein dastehe, ist der Druck größer und dann schaff ich es vielleicht noch schlechter allein.

Ich bin gerührt, über die Kraft und den Zuspruch, den ich von außen erfahre. Worte wie "ihr schafft das" oder "ich bin immer da, wenn du jemanden brauchst" oder "du kannst immer vorbei kommen" zeigen mir, dass es die richtige Entscheidung war, unser "Problem" nach "außen" zu tragen. Mir tuen diese Worte unheimlich gut und sie geben mir das Gefühl, nicht allein zu sein. Klar, durchmachen müssen letztendlich nur wir das alles. Aber es ist schön zu wissen, dass es Menschen gibt, denen wir am Herzen liegen und die bei uns sind, für uns da sind!

Montag, 24. Juni 2013

Allein unter Müttern...

Der letzte Samstag sollte ein schöner Tag werden und ohne Zweifel war es auch ein schöner Tag. Es war schließlich der Junggesellinnenabschied einer lieben Freundin. Nur hat er mich unheimlich viel Kraft gekostet, so viel Kraft, dass ich heute, 2 Tage später immer noch nicht alle meine Schutzschilder repariert habe.
Was ist passiert?
Ich war den ganzen Tag umgeben von Müttern, vielen jungen und stolzen Müttern. Worüber sprechen junge und stolze Mütter größtenteils? Richtig! Über ihre Kinder...
Eine Mutter allein ist gut handle-bar, man kann sich die neuesten Stories gut anhören und dann das Gespräch "woanders hin" lenken. Doch 5 Mütter sind nicht zu steuern, jede hat etwas über ihren Knirps / ihre Knirpse beizutragen. Und das ist ja auch gut so, ich wäre sicherlich auch mitten drin statt nur dabei, wenn ich einen Knirps hätte.
Doch für eine fremd-hormongesteuerte, PMS-geplagte, zart besaitete Seele wie meine, war es sehr sehr anstrengend.
Eins nach dem anderen meiner unzählig vorhandenen Schutzschilder gab den Geist auf und zum Ende des Tages hätte ich gut einen Stock gebrauchen können um mich noch "aufrecht" zu halten.
Jetzt fühl ich mich ausgelaugt, kraftlos.

Ich möchte nicht mit Samthandschuhen angefasst werden, ich möchte keine extreme Rücksichtnahme oder Mitleid. Ich wünsche mir nur etwas Verständnis. Nicht von Menschen, die unsere Situation nicht kennen, das wäre verlangt hellsehen zu können. Aber von den Menschen, die unsere Situation kennen, auch wenn es wohl niemand nachempfinden kann, der es nicht erlebt.

Jetzt heißt es Schutzschilde reparieren und auftanken, für die nächste Herausforderung...der nächste Samstag...die Hochzeitsfeier!

Dienstag, 18. Juni 2013

erste Nebenwirkungen

Bis gestern dachte ich noch: Pah Nebenwirkungen, glaub ich nicht. Meine körpereigenen Hormone sind schon heftig genug, da werden mich so ein paar künstliche doch nicht beeindrucken.

Aber meine Kratzbürstigkeit, die unheimlich schlechte Haut und leichte Reizbarkeit haben mich eines besseren belehrt.
Meine Haut ist so schlimm wie schon sehr lange nicht mehr, da könnte ich echt heulen. Ich meine, ich hatte noch nie die beste Haut...aber mit einer bestimmten Pflegeserie (Danke an eine liebe Freundin ;-) ), hatte ich das echt gut im Griff. Jetzt kommen sie wieder raus, die großen, dicken und wirklich unansehnlichen Pickel. Ich hasse es!!!

Tja und die Kratzbürstigkeit bekommt gerade viel mein armer Mann zu spüren. Ich flippe schnell aus, wegen den kleinsten Kleinigkeiten und bin unheimlich schnell genervt von allem. Aber genauso schnell wie diese "Schübe" kommen, sind sie auch wieder weg.
Daher diese Bitte an meinen Mann: nimm mich in den folgenden Wochen lieber nicht allzu ernst :D !

Noch kann ich es mit einem Lächeln sehen und (in guten Phasen) als nicht so schlimm betrachten. Ich hoffe das bleibt so. Vielleicht sollte ich meine Liste wieder anfangen: jeden Tag mindestens ein Top of the Day küren. Das hilft die positiven Dinge im Leben nicht aus den Augen zu verlieren. (Auch da geht ein Danke an eine liebe Freundin, die mir diesen Tipp schon vor mehr als 2 Jahren gegeben hat...ich hab es nicht vergessen!)

So denn...ich geh jetzt wieder meine Hörner spitzen :D

Freitag, 14. Juni 2013

Downregulierung

Sachlicher Einstieg: am Dienstag hatte ich einen Termin zum Ultraschall und zum Blut abnehmen in der Klinik. Es sollte kontrolliert werden, ob der Eisprung schon war und ob ich nun also mit der Downregulierung beginnen kann.

Zusatzinfo Downregulierung:
Bei den Behandlungen zur künstlichen Befruchtung ist ein Eisprung nicht erwünscht, da die Eizellen ja aus den Eibläschen gewonnen werden (Punktion). Man gibt daher zusätzlich ein weiteres Hormon, welches die Hormonproduktion der Hirnanhangdrüse unterdrückt. Diese Maßnahme wird als "Downregulierung" bezeichnet. Üblicherweise wird damit in der zweiten Zyklushälfte, also nach dem Eisprung begonnen.

Um es mal mit meinen Worten zu sagen: ich muss ein Hormon nehmen in Form eines Nasensprays, 4x täglich, um meine eigenen Hormone zu unterdrücken. Und ob ich damit beginnen kann, wurde am Dienstag kontrolliert.

Ich bin also am Dienstag in die Klinik, aufgeregt, weil es nun wohl los geht. An der Anmeldung bekomm ich nochmal gefühlte 100 Zettel zum durchlesen und unterschreiben, zusätzlich zu den 500, die wir schon am Wochenende gelesen und unterschrieben haben.
Dann gehts zur Ärztin zum Ultraschall. Kein Follikel mehr da, also ist der Eisprung durch, meint sie. Außerdem sieht man schön die vielen Eibläschen, die darauf warten reif werden zu dürfen. Dazu meint die Ärztin, dass wir die Stimulation dann lieber mit sehr geringer Dosis beginnen und uns langsam rantasten. Sonst wachsen zu viele Eier zur gleich Zeit. Oh man, eine Wissenschaft für sich. Wenn das überstanden ist, kann ich eine wissenschaftliche Abhandlung dazu schreiben.

Nach der Untersuchung wird mir noch allerhand Blut abgezapft. Außerdem erklärt mir die Schwester den Umgang mit dem Spritzen-Pen, den ich mir demnächst jeden Tag in den Bauchspeck (welchen Bauchspeck? ;-) ) rammen darf. Sieht ganz simpel aus, Dosis am Rädchen einstellen, Kanüle aufsetzen, reinstechen, draufdrücken. Hm, das einzige was mich stört, ist die doch recht lange Nadel da vorn dran...hab ich mir kürzer vorgestellt.

Dann bekomm ich noch die Info, dass ich ab 12 Uhr anrufen soll, um meine Hormonwerte sowie die Info, ob ich mit der Downregulierung beginnen kann, abzufragen.

Mein nächster Weg führt mich in die Apotheke. Ich bekomme den Spritzen-Pen und das Nasenspray zur Downregulierung, lasse allerhand Geld da und mach mich auf den Heimweg. Ich programmiere mein Handy, damit es mich an die regelmäßige Einnahme des Nasensprays erinnert...4x täglich, ab sofort bis zur Follikelpunktion, was ungefähr in 4 Wochen sein wird. Die teuren Medikamente lege ich zu hause in den Kühlschrank und klebe einen gelben Zettel mit meinem Namen drauf, man weiß ja nie ;-) !

Ich rufe dann gegen 12Uhr an, die Schwester sagt, dass mein Progesteron noch sehr niedrig ist, zu niedrig um mit der Downregulierung zu beginnen. Bedeutet, dass mein Eisprung wohl gerade erst war. Sie will nochmal Rücksprache mit der Ärztin halten, ich soll nochmal anrufen. Wieder warten, nochmal anrufen. Ende vom Dienstag: ich beginne nicht mit der Downregulierung, sondern soll am Freitag nochmal zum Blut abgeben kommen.

So weit,so gut. Start verschoben auf Grund körperlicher Unstimmigkeiten. Einmal mehr lerne ich: man kann nichts planen!

Also bin ich heute, am Freitag, nochmal hin zum Blut abgeben. Es geht ratz fatz, nach kaum 10 Minuten bin ich wieder raus. Ein Ergebnis erfahre ich nach 11Uhr, ich soll anrufen.

11Uhr: ich rufe an und die Schwester sagt mir, dass mein Progesteron nun hoch genug ist und ich mit der Downregulierung beginnen darf. Heute Abend zwischen 21 und 23Uhr nehme ich das erste mal das Nasenspray.
Nun also geht es los. 3 Tage verzögert beginnt unsere Vorbereitung auf die ICSI, die künstliche Befruchtung.

Wie es weiter geht: Irgendwann demnächst werde ich ganz normal meine Periode bekommen. Da rufe ich dann in der Klinik an und die Schwester wird mir sagen, wann ich mit dem spritzen anfangen soll.

Dienstag, 11. Juni 2013

Jahrestag...der Zweite!

Zwei Jahre nun schon...ganze 2 Jahre warten wir nun schon auf unser Wunder. Was immer noch auf sich warten lässt. Nicht unbedingt ein schöner Anlass einen Jahrestag zu...hmm...eigentlich möchte ich nicht sagen "feiern"...nennen wir es "registrieren". Wir registrieren, dass wir nun schon 2 Jahre versuchen Eltern zu werden.
Zwei Monate vor unserer Hochzeit hatten wir spontan entschieden, nicht mehr warten zu wollen. Am Anfang macht man sich noch keinen Kopf, wenn sich der Wunsch nicht sofort erfüllt. Es gab ja allerhand Stress und "Störfaktoren". Doch mit der Zeit...naja, das Thema ist ja schon ausführlich besprochen wurden.
Ich für mich habe in der letzten Zeit oft genug die letzten 2 Jahre Revue passieren lassen, dafür brauch ich keinen Jahrestag. Ich sehe auch so, wie die Zeit nur so dahin rennt. Und ich registriere (da haben wir wieder das neu entdeckte Wort) viele Veränderungen, an mir, an uns als Paar, an meiner Umwelt, an meinem Umgang mit der Situation.
Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben...

Danke für die Erfahrungen der letzten 2 Jahre, die mich zu dem Menschen gemacht haben, der ich inzwischen bin. Danke für die Entwicklung, die ich durchgemacht habe, die Stärke, die ich daraus mitnehme. Danke für die unheimlich große Wertschätzung der Familie...nichts ist selbstverständlich!


Hoffnung ist nicht bloß ein Schimmer.
Sie ist eine eigene kleine Sonne,
die uns mit ihren Strahlen wärmt und neue Kraft schenkt.

Montag, 27. Mai 2013

Level 3: Der Aufstieg

Hallo :-)
Ich hab ne Weile nichts geschrieben, ich weiß....aber es ist auch ne Weile nichts passiert. Obwohl, ja ok, es ist doch was passiert. Ich habe meine Periode bekommen, wie zu erwarten war. Damit ist unsere 6. IUI negativ ausgegangen und wir gehen weiter, weiter auf Level 3.
Der Aufstieg zwingt uns noch einen Monat "Pause" auf, aber das ist ok so. Es fühlt sich an wie "Urlaub vom Kinderwunsch", falls es sowas überhaupt gibt. Denn schließlich ist der Wunsch ja immer irgendwie da.
So nun aber mal der Reihe nach.

Also: letzte Woche Donnerstag habe ich meine Periode bekommen und seit dem wollte ich jeden Tag in der Klinik anrufen um das weitere Vorgehen auszumachen. Doch ich habe es tatsächlich vergessen...ich habe am Donnerstag und am Freitag vergessen in der Klinik anzurufen! Erstaunlich, ich bin wirklich im Kinderwunsch-Urlaub.
Aber heute habe ich angerufen und einen Termin für den 20. Zyklustag gemacht, das wird der 11.06. sein, also noch eeeewig hin, zumindest gefühlt ewig.
Was wird da gemacht?
Es wird Ultraschall gemacht um zu kontrollieren, ob alles ok ist, ich keine Zysten habe und ob ich auch wirklich in der sogenannten 2. Zyklushälfte (nach dem Eisprung) bin. Außerdem wird mir Blut abgenommen um auch die entsprechenden Hormonwerte dazu zubekommen. Wenn das alles soweit passt, bekomme ich ein Rezept für ein Nasenspray (und das obwohl ich keinen Schnupfen habe).
Und warum wird das alles gemacht?
Um meine körpereigenen Hormone auszuschalten. Im nächsten Zyklus wird mein Körper durch künstliche Hormone angeregt, möglichst viele Eizellen gleichzeitig reifen zu lassen. Doch dazu später mehr....sonst überfordere ich euch mit all den Informationen.
Kurzinfo: ich nehme mit dem Nasenspray ein Hormon auf, was die körpereigene Hormonproduktion in der Hirnanhangsdrüse ausschaltet.
Damit fange ich dann wohl am 21. Zyklustag an. Wie oft und wie lange ich das nehmen muss, weiß ich auch noch nicht. Das wird man mir zum Arzttermin sagen.
Ungefähr am 28. Zyklustag werde ich dann wieder meine Periode bekommen und dann gehts los...unser 1. ICSI-Zyklus.

Und sonst so?
Och naja, ich muss sagen, es geht mir gut. Klar kleinere (oder auch größere) Hänger hab ich zwischendurch, aber die gibt es auch ohne unerfüllten Kinderwunsch in jedem Leben mal, oder??
Ich freue mich auf das was da kommt. Trotz der Belastungen, Termine und gesundheitlichen Risiken freue ich mich darauf....denn es birgt auch viel Hoffnung.

Montag, 13. Mai 2013

Wie ist sie gelaufen, die 6. IUI?

Die 6. und auch letzte IUI ist ziemlich schlecht gelaufen. Viele Faktoren haben einfach nicht gepasst oder waren nicht ideal. Aber der Reihe nach.

Mein Mann verabschiedet sich kurz vor 9Uhr zu seinem Termin in der Klinik. Ich bereite inzwischen unseren Kurzurlaub vor. Es regnet.
Er ist recht schnell wieder da und baut den restlichen Vormittag an unserem Schlafzimmerschrank rum.
Gegen 11:15Uhr machen wir uns gemeinsam wieder auf den Weg in die Klinik, ich habe 11:30Uhr Termin. Ich freue mich, dass mein Mann dabei ist. Wir sitzen im Wartezimmer und wir hören wie eine Frau an der Anmeldung gesagt bekommt, dass der Test positiv war. Danach hört man nur noch herzzerreißendes Schluchzen, was auf große Erleichterung schließen lässt. Mein Mann und ich schauen uns an, ich nehme seine Hand...ob wir auch jemals so eine Nachricht bekommen werden? Natürlich....oder?

Kurz nach 12Uhr werden wir aufgerufen. Wir gehen in den OP und die Ärztin bespricht das heutige Spermiogramm mit uns. Es ist schlecht, sehr schlecht. Das schlechteste Ergebnis seit der 1.IUI.
Gerade mal 420.000 Schwimmer (zum Vergleich 5.IUI: 6,75Mio (!!) Schwimmer) befinden sich in der Probe. Zu wenig zum schwanger werden, meint die Ärztin. Sie fragt uns, ob wir die IUI trotzdem machen wollen. Hmm, naja, wir haben ja schließlich schon bezahlt ;-) ! Wir entscheiden uns dafür.

Ich mach mich "frei" und wir machen noch mal Ultraschall. Und hier kommt der zweite unpassende Faktor ins Spiel. Der linke Folli ist gerade mal 17mm groß, gerade an der Schmerzgrenze. D.h. als wir den Eisprung per Spritze ausgelöst haben, war der Folli vielleicht gerade mal 16mm groß, zu klein um ein vollständig reifes Ei zu enthalten. Der rechte Folli ist bei 13mm stehen geblieben, also wird sich darin laut Ärztin keine Eizelle befinden.

Die Ärztin injiziert die Samenflüssigkeit in meine Gebärmutter. Die Ärztin zeigt uns anschließend im Ultraschall, dass die weiße Flüssigkeit an seinem Platz ist.
Für die anschließende Ruhezeit komme ich in ein Patientenzimmer, wo mir eine junge Frau das Ergebnis einer erfolgreichen ICSI (Level 3) präsentiert: Fotos ihrer 6 Monate alten Tochter. Das stimmt mich positiv und gibt mir Hoffnung. Nach 10 Minuten ruhen radeln wir bei strömendem Regen nach Hause.

Zusammenfassung: kein reifes Ei, keine Schwimmer, keine Schwangerschaft...so kann es also auch laufen.
Das Gute daran ist, kein "hibbeln", sondern entspanntes Warten auf die Mens. Das Schlechte, ein verschenkter Monat, ein verlorener Versuch.

Ich werde auch auf die Einnahme von Utrogest verzichten. Die Chancen stehen 1:1 Milliarde (wenn nicht noch mehr), dass sich da irgendwas getroffen hat in mir und deshalb sehen wir keine Sinn darin, den Zyklus unnötig künstlich (durch die Einnahme von Utrogest) zu verlängern.

Erstaunlicherweise geht es mir gut. Ich trauer dem Versuch nicht hinterher, ich freue mich auf das Kommende. Noch vor einem Jahr bin ich beim Gedanken daran, dass unser Kind in der Petrischale entstehen muss, in Tränen ausgebrochen. Jetzt freu ich mich darauf, denn es bedeutet für uns die größten Chancen Eltern zu werden.

Ach ja und den Kurzurlaub haben wir verschoben, wegen schlechtem Wetter...

Mittwoch, 8. Mai 2013

Folli-TV: Doppelproduktion

Mein Termin zum Folli-TV ist 8Uhr morgens. Diesmal bin ich arg unsicher, da ich irgendwie nicht so richtig weiß, wo ich im Zyklus bin. Es zwickt und zwackt sowohl links als auch rechts im Unterleib, aber sonst hab ich noch keine weiteren Anzeichen, die auf erhöhte Fruchtbarkeit schließen lassen.
Ich spreche vorher mit meinem Mann alle Varianten durch, da wir ja eigentlich am Donnerstag in Kurzurlaub fahren wollen.
Variante 1: mein Ei ist reif und wir können am Mittwoch die IUI machen und Donnerstag in Kurzurlaub fahren.
Variante 2: mein Ei wird erst Freitag reif sein, wir machen die IUI am Freitag und canceln den Urlaub.
Variante 3: mein Ei wird erst zum Wochenende reif, wir canceln die IUI und machen die Downregulierung für die ICSI schon einen Monat früher als geplant. Dafür müsste ich erst an Zyklustag 20  wieder in die Klinik und wir könnten in Ruhe in Kurzurlaub fahren.
Ok, alles ist besprochen und nichts ist planbar.
Ich radel gemütlich zur Klinik. Es steht mal keine lange Schlange an der Anmeldung, ich bin erstaunt. Nach kaum 10 Minuten Wartezeit gehts zur Untersuchung.
Wir schauen rechts...ein Follikel von ca. 13mm, der hat also ca. noch 4 Tage Zeit. Aber vielleicht ist links ein größerer Follikel. Wir schauen links...noch ein Follikel von knapp 14mm. Ui, was ist das denn? So entstehen Zwillinge meint die Ärztin. Es reifen 2 Eier gleichzeitig heran.
Entweder die zanken noch ums Vorrecht und einer setzt sich durch oder sie wachsen beide weiter. Wir entscheiden uns dafür, die IUI am Freitag zu machen. Da wird ja noch mal Ultraschall gemacht und da können wir sehen, wie es sich entwickelt hat. Falls es dann immer noch 2 Follikel sind, müssen wir unterschreiben, dass wir die IUI trotzdem machen, wegen des erhöhten Risikos einer Zwillingsschwangerschaft.
Und machen wir die IUI dann trotzdem? Obwohl es Zwillinge werden könnten? Klar machen wir es trotzdem. Es sind nur 2, nicht 5. Natürlich kennen wir die Risiken, die eine Zwillingsschwangerschaft mit sich bringt. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass beide befruchtet werden, ist so verschwindend gering, wir lassen den Zyklus nicht ungenutzt.
Bedeuten 2 reife Eier doppelte Chance? Hmm, schwer zu sagen, denn die gleiche Anzahl Schwimmer teilen sich ja so auf 2 Eier auf. Aber sie haben zweimal die Chance ein Ei zu befruchten. Hin wie her, ein befruchtetes würde uns ja schon reichen.

Ach und in Urlaub fahren wir trotzdem, es wird ein verkürzter Kurzurlaub. Freitagnachmittag gehts los!


Montag, 6. Mai 2013

"Funktionieren, muss funktionieren"

Aufstehen, frühstücken, zur Arbeit gehen, arbeiten, einkaufen, Sport machen, Abendessen machen, schlafen gehen...ich funktioniere so vor mich hin. 
Ich habe ein Tief, ein tiefes Tief. Ich komm da grad gar nicht raus. Bin lustlos, unmotiviert, antriebslos. Kann mich kaum überwinden, irgendwas aus Freude daran zu tun. Ich mach es einfach, weil ich es immer so mache und weil ich es machen muss. Es kostet mich irgendwie viel Kraft. Fühl mich ausgelaugt, irgendwie "grau", falls man sich wie eine Farbe fühlen kann.
Worauf soll ich mich denn noch freuen? 
Unser Urlaub ist unsicher, wann und wie wir den überhaupt machen können. Wegen der Kinderwunsch-Behandlung.
Unser nächster Kurzurlaub zum paddeln im Spreewald fällt wahrscheinlich ins Wasser, wegen der Kinderwunsch-Behandlung.
Alles ist unsicher und alles ist nur warten. Und alles ist immer "wegen der Kinderwunsch-Behandlung".
Wie sagte mein Mann neulich so passend "die Jahre sind so verloren"....
Es gibt im Moment nur 2 Orte an denen ich mich wohl fühle: in den Armen meines Mannes und mit meinem Mann draußen in der Natur, irgendwas unternehmen, raus und an nichts denken müssen.

In diesem Sinne....morgen ist Folli-TV für die 6.IUI.

Dienstag, 30. April 2013

Beratungsgespräch

Beratungsgespräch in der Klinik. Obwohl ich schon so viel zum Ablauf und den Vorgängen im und außerhalb des Körpers weiß, bin ich aufgeregt. Ist halt doch was anderes, wenns dann einen selbst angeht.

Schon der Gang zur Anmeldung zeigt, wie "abgelenkt" wir vom Thema sind. Wir haben alle Informationsunterlagen, die wir eigentlich zum Gespräch wieder mitbringen sollten, vergessen. Na egal, wir wissen wie es abläuft, so theoretisch und kennen die Risiken, so theoretisch.

Wir sitzen vor der Ärztin, sie erklärt den nächsten Behandlungsschritt, Level 3, die ICSI.

Zusatzinfo ICSI, intrazytoplasmatische Spermatozoeninjektion:
Der natürliche Zyklus wird künstlich stillgelegt. 
14 Tage lang wird die Eizellenreifung mit künstlichen Hormonen stimuliert. Durch die künstlichen Hormone wachsen bis zu 15 Follikel gleichzeitig, d.h. es reifen 15 Eizellen gleichzeitig heran. Der Wachstum der Follikel wird ständig per Ultraschall kontrolliert, damit die Dosis der künstl. Hormone jederzeit angepasst werden kann. 
Sind die max. 15 Eizellen reif werden sie per Punktion unter Vollnarkose entnommen. Anschließend werden alle entnommenen Eizellen sofort befruchtet. 
Sie werden befruchtet, in dem eine Spermazelle von meinem Mann per Spritze direkt in die Eizelle eingebracht wird. Von da an sind sie sich selbst überlassen. 
Es kann zu einer Verschmelzung kommen, muss es aber nicht. 
Anschließend wachsen die befruchteten Eizellen 2-3 Tage in der Petrischale. 
2 von den gut wachsenden Eizellen bekomme ich dann in meine Gebärmutter eingesetzt. Die anderen werden eingefroren, für weitere Versuche ohne vorherige Hormonstimulation.

Soweit die Theorie. Nun zur Praxis.
Wir werden diesen Zyklus noch einmal die IUI (Level 1) versuchen. Dann kommt ein Zyklus Pause, in dem Zyklus wird die sogenannte Downregulierung gemacht (Stilllegung des natürlichen Zyklusses). Danach geht es los, jeden Tag spritzen, alle 2 Tage zum Ultraschall, hoffen, beten, fürchten.
Es gibt Risiken, klar, jede Menge.
Am meisten fürchte ich die Überstimulation. Das ist nicht ohne...
Die Eierstöcke werden schließlich zu einer Überproduktion angeregt und die Grenze zur Überstimulation ist nah. Aber durch die häufigen Kontrollen in der Klinik, hoffe ich mal, dass dem schnell entgegen gesteuert werden kann.

Im Anschluss an das Gespräch wird mir noch Blut abgenommen. Es soll das Anti-Müller-Hormon bestimmt werden. Das AMH sagt aus, wie viele Eizellen ich noch auf Lager habe. Aufgrund dieses Wertes kann die Stimulation mit den künstlichen Hormonen genau eingestellt werden.
Die Schwester wirkt etwas unsicher...nachdem mein rechter Arm durchlöchert wurde und nichts bei raus kam, hat sie sich am linken versucht. Der sieht nun wie nach einem Massaker aus...blau, gelb, lila, rot in einer Größe von 3x3 cm ! Das kann ja heiter werden.

Nach dem Termin sind wir beide irgendwie niedergeschlagen. Die Warterei in der Klinik und das ganze drumherum nervt jetzt schon und es wird ja nicht besser. Wir hatten uns das Eltern werden wohl anders vorgestellt....ganz anders...irgendwie schöner.

Wir steigen auf, auf Level 3. Ein Aufstieg den wir uns gern erspart hätten.
Wie ist die Stimmung? Nun ja, gemischt. Ich schwanke zwischen Hoffnung, Optimismus, Angst und Traurigkeit.

Freitag, 19. April 2013

Weiß wie Schnee

Ich habe gut geschlafen, wow...wer hätte das gedacht. Vielleicht lags am Baldrian, den ich gestern Abend vorsorglich genommen habe, vielleicht aber auch daran, dass man sich immer mehr an das Prozedere gewöhnt. Es läuft immer alles in einem wiederkehrendem Kreislauf ab, man tut immer das gleiche, die aufkommenden Emotionen sind immer die gleichen, das Ergebnis ist immer das gleiche.

Ich halte heut morgen wieder einen schneeweißen Test in der Hand. Klar zittern wieder meine Hände und mir ist ganz schummerig vor Aufregung. Aber das ebbt recht schnell ab und ich fühle mich wieder "normal". Fühlen kann ich irgendwie direkt nach dem Test nichts. Eigentlich schlimm, wie schnell man dann einfach weiter macht, waschen, frühstücken, fertig machen fürs Büro, läuft alles automatisch.
Mein Mann und ich umarmen uns, er meint zum Ergebnis "war ja klar". Ich erinnere ihn an die Hoffnung, die wir nicht aufgeben dürfen und an den Fall einer Bekannten, die mit ähnlichen Bedingungen und gleicher Behandlung vor kurzem schwanger geworden ist, es kann also so klappen. Er meint "nur bei uns nicht".

Ich zitiere an dieser Stelle mal eine liebe Freundin "Verdammte Scheiße!!!" (mit 3 Ausrufezeichen)

Nächstes greifbares Ziel: Beratungsgespräch in einer reichlichen Woche.

Donnerstag, 18. April 2013

graue Haare....

Vor einer ganzen Weile, ich glaube es dürfte so ein knappes Jahr her sein, hat meine liebe Frau Mama graue Haare in meinem Haupthaar entdeckt. Das war für mich damals ein Schock. Ich wollte es erst gar nicht glauben, doch ein sehr genauer Blick in den heimischen Spiegel offenbarte die furchtbare Wahrheit. Eigentlich hatte ich vor, meine natürliche Haarfarbe voll und ganz zur Geltung kommen zu lassen, doch nach dieser schockierenden Neuigkeit, rief eine innere Stimme "her mit der künstlichen Haarfarbe".
Ich also eine Farbe namens "mittelblond" in meine Haupthaar geschmiert. Irgendwie hatte ich anschließend den Eindruck, ich hätte leicht rötliche Haare. Aber von mir aus, alles besser als grau.
Nach einem langen Urlaub mit viel Sonne, sahen meine Haare dann ganz moderat erblondet aus. Ich meinte auf Fragen nur "von der vielen Sonne..." .
Tja, aber wie das so ist, Haare wachsen und damit verabschiedet sich die künstliche Schönheit und das alte Elend findet wieder den Weg zurück ans Tageslicht.
Und nun...kommt es mir vor, als entdecke ich jeden Tag ein neues graues Haar. Was sicher auch damit zu tun hat, dass es ja nun morgens Tageslicht-hell im Badezimmer ist.

Jetzt fragt ihr euch sicher, warum zur Hölle schreibt sie das hier?? Nun ja, unter anderen Umständen wäre mir die spontane Ergrauung und damit die offensichtlichen Zeichen, dass ich älter werde, egal. Ich würde sie wahrscheinlich kaum wahrnehmen bis zu dem Zeitpunkt der kompletten Ergrauung.
Aber in Verbindung mit dem Kinderwunsch ist es für mich sooo schwer zu ertragen. Es kommt mir vor, als wenn meine Uhr nicht mehr nur laut tickt, sondern nun auch noch wie ein Damoklesschwert über meinem Kopf (womit wir den Kreis zum Haupthaar schließen) hängen.

Wahrscheinlich kann kaum jemand diese Gedankengänge nachvollziehen. Müsst ihr ja auch nicht...
Aber das sind meine Gedanken und die teile ich mit euch, so wirr und unverständlich sie auch sein mögen.
Ich höre schon die Kommentare "ihr habt doch noch Zeit"; "so alt bist du nun auch wieder nicht"; "manche haben erst viel später Kinder bekommen". Ja klar, das ist alles richtig .... und total rational. Doch Gefühle sind irrational und halten sich nicht an rationale Vorgaben.


Nächste Woche wird ein Termin bei der Friseurin meines Vertrauens gemacht!

Bis Bald.

Montag, 15. April 2013

Hoffnung

Zitat Duden:
[Hoffnung]: das Hoffen; Vertrauen in die Zukunft; Zuversicht, Optimismus in Bezug auf das, was [jemandem] die Zukunft bringen wird; positive Erwartung, die jemand in jemanden, etwas setzt.

Am Wochenende musste ich immer wieder an die Hoffnung denken, an die Bedeutung, allgemein und für mich.

Warum? Weil Hoffnung eine sehr große Rolle spielt auf unserem Weg zum Wunschkind. Auch wenn ich enttäuscht bin, oder mal wütend, oder einfach traurig oder neidisch (ja ich bin auch neidisch), dann ist da trotzdem immer Hoffnung. Sie ist da wie ein fester Bestandteil, darauf konnte ich mich bisher immer verlassen, die Hoffnung ist immer da. Wie ein guter Freund, der den Arm um einen legt und sagt "hey, ich bin noch da".

Ok, manchmal ist sie wie ein durchsichtiger grauer Schleier, kaum erkennbar zwischen all den anderen sehr dominanten Gefühlen wie Angst, Neid, Wut, Trauer, Enttäuschung. Aber sie ist immer da. Dann wieder steht sie vor allen anderen und schiebt sich in den Vordergrund, sie darf das.

Ich verdanke ihr viel, mein Durchhaltevermögen zum Beispiel, die Kraft das alles durchzustehen und immer weiter zu machen, das Vermögen meinen lieben Mann in den Arm zu nehmen und Trost zu schenken und meinen Glauben, dass eines Tages alles gut werden wird.

Danke, Hoffnung! Was tät ich nur ohne dich?