Dienstag, 16. Juli 2013

Transfer

Nachdem ich schon dezent darauf hingewiesen wurde, meinen Blog zu aktualisieren, möchte ich das nun auch tun. Ihr wartet sicher schon ungeduldig darauf, was es neues gibt und wie es beim Transfer war.

Mir fällt grad noch ein, hab ich eigentlich erzählt, wie das Telefonat mit dem Labor am Samstag war?
Nein....ok, dann hol ich das noch nach.
Auf einem kleinen Zettelchen, welches mein Mann vom Labor bekommen hat, steht eine Telefonnummer und "Sa 10Uhr". Heißt das jetzt, ich soll genau 10Uhr anrufen oder ich kann ab 10Uhr anrufen?? Egal, ab 9:45Uhr schaue ich minütlich auf die Uhr und Punkt 10Uhr wähle ich die auf dem Zettelchen notierte Nummer. Der Herr Biologe ist schnell dran und ich muss mein "Auskunftskennwort" sagen...sonst kann ja jeder anrufen und sich nach meinen Eizellen erkundigen.
Er sagt mir dann folgendes: "Es wurden 8 Eizellen entnommen, 7 konnten injiziert werden und aus 6 ist was geworden. Somit haben wir 4 Eizellen eingefroren und am Montag 9Uhr kommen Sie bitte zum Transfer um 2 Eizellen zurück zubekommen". Alles klar, vielen Dank...ich lege auf und freue mich! Ist doch ein guter Schnitt. So haben wir noch 4 Eizellen...fürs 2. und fürs 3. Kind ;-) (sagt der Optimist)! Den Rest des Tages bin ich immer mal wieder in Gedanken bei den 2 kleinen Eizellen, die nun hoffentlich fröhlich weiter wachsen!

Nun aber zum Transfer:
Ich fahre pünktlich 15 Minuten vor dem Termin  in die Klinik. Ich werde direkt ins Zimmer zu meinem Bett gebracht, wo ich mich ausziehe (siehe Kleiderordnung ;-) ) und ins Bett setze. Ich schnappe mir allerhand Magazine und fange an diese durchzublättern. Ratzfatz hab ich 3 Magazine durchgeblättert und frage mich, warum die Zeitschrift "Instyle Men" hier rum liegt. Es geht immer noch nichts los, ich fang mit den Magazinen von vorn an. Zum Glück bin ich mental auf die Wartezeit eingestellt, 2 Frauen ging es am Freitag ähnlich, die mit bei mir im Zimmer lagen. Dann kommt die Schwester und meint zu mir "die warten nur noch auf den Doktor, wenn ich sie wäre, würde ich mal auf die Toilette gehen". Dann tu ich das, obwohl ich in der Stunde Wartezeit nun schon zum 3. Mal gehe. Egal, es lohnt sich jedes mal ;-) !
Dann gehts also los, eine andere Schwester holt mich und ich lauf in den OP. Mein Bett wird hinter mir her gefahren und direkt neben dem Behandlungsstuhl aufgestellt.
Der Herr Doktor fragt mich nach meinem Befinden, welches 1a ist. Es geht mir gut, von der Punktion merke ich kaum noch was. Nur meine angeschwollenen Eierstöcke merke ich natürlich ab und an.
Er macht einen Ultraschall und wir sehen allerhand dicke Blasen an meinen Eierstöcken. Zu jedem vorher vorhandenen Follikel hat sich nun ein Gelbkörper am Eierstock gebildet. Diese Gelbkörper produzieren Progesteron und sorgen im Falle einer Schwangerschaft dafür, dass die Eierstöcke keine neuen Eizellen reifen lassen. Schon schlau so ein Körper ;-) !
Dann kommt der Biologe. Ich muss wieder meinen Namen und Geburtsdatum sagen, erneut wiederholen, wie viele Embryonen ich eingesetzt bekommen habe möchte. Wobei ich mich für einen kurzen Moment frage, was er tun würde, wenn ich jetzt 3 sagen würde.... Dann erklärt mir der Biologe noch, dass ich somit nun einen 8-Zeller und einen 10-Zeller bekomme. Ich bin begeistert. Auf 8-Zeller hatte ich gehofft..aber ein 10-Zeller...ich zeige mich beeindruckt. Der Biologe meint, das ist schon recht gut gewachsen und mehr geht eigentlich gar nicht in der Zeit.
Dann setzt der Herr Doktor die Instrumente an und erklärt mir sehr freundlich jeden Schritt, den er tut. Er muss zuerst eine Führungskanüle in den Gebärmutterhals einführen. Die Führungskanüle ist quasi wie ein Tunnel für die eigentliche Kanüle mit den Eizellen drin, welche gaaanz dünn und beweglich ist und höchstwahrscheinlich umknicken würde, beim Versuch, diese so durch den Gebärmutterhals zu führen. Ich merke nach einigem Rumgestocher ziemlich deutlich, wie die Führungskanüle an ihre Bestimmungsort gelangt *autsch*.
Dann kommt der Biologe mit den Eizellen in einer weiteren Kanüle. Diese wird nun durch den Tunnel geführt und die darin befindliche Nährlösung inklusive Embryonen in meine Gebärmutter gespritzt.
Mein Mann wollte gern wissen, wie der Arzt sich sicher sein kann, dass die Beiden auch an dort hin kommen, wo sie hin sollen und nicht in der Kanüle verbleiben. Die Antwort folgt direkt. Der Biologe nimmt die Kanüle wieder mit und kontrolliert sie unter dem Mikroskop ob die Embryonen raus sind.
Erst nach dem Ok von ihm, macht der Herr Doktor nochmal Ultraschall und zeigt mir den hellen Bereich in meiner Gebärmutter.
Er wünscht mir noch alles Gute, viele positive Gedanken und dann bis Mittwoch. Da soll ich nochmal zur Nachkontrolle kommen.
Dann möchte ich vom Stuhl steigen, aber das wird direkt mit vehementen "nein nein" verhindert. Ich soll mich direkt auf das neben dem Stuhl stehende Bett kullern und dort 20-30 Minuten auf dem Bauch liegen bleiben. Keine Ahnung, ob dass was bringt und was es bringen soll...aber man hat das Gefühl, man tut etwas. Ich werde ins Zimmer zurück geschoben und da lieg ich nun. Ich spreche zu den 2 Kleinen, sie mögen es sich schön gemütlich machen.
Nach einer reichlichen halben Stunde fahre ich heim und verbringe den Rest des Tages liegend auf dem Sofa...von meinem Mann so verordnet.

Abends im Bett wünschen "wir 3" meinem Mann eine gute Nacht und im Halbschlaf schiebt er seine Hand rüber und legt sie auf meinen Bauch.

Hach ist det schön!

Tja und jetzt: Warteschleife willkommen! Ich wusste, dass du kommst und werde mit dir umzugehen wissen. Du kannst mir nichts, ich bin seelig mit den 2 Kleinen in mir....mögen sie oder wenigstens eins davon, bei mir bleiben!

Freitag, 12. Juli 2013

Punktion

12 Stunden nichts essen ist gar nicht so schlimm wenn man 8 davon schläft, fällt mir heut morgen auf, als ich meinem Mann beim frühstücken zu schaue. Ich bin eh viel zu aufgeregt um Hunger zu fühlen.
Viel zu früh stehen wir vor der noch verschlossenen Tür der Klinik. Kurz nach der bestellten Zeit 7:30 Uhr erlaube ich mir, den Klingelknopf an der Tür der Klinik zu betätigen....eine nicht so gute Idee. Die herbeieilende Schwester weist mich bestimmt und gerade noch freundlich darauf hin, dass ich bitte nicht klingeln soll "die ist nur für uns intern". Aha, steht aber nicht dran...
Egal! Wir warten kurz im Wartezimmer und dann darf ich auch schon mein Bett für heute beziehen. Ich lege meine Imbiss für "danach" bereit und schon eilt ein älterer Herr ins Zimmer. Er stellt sich als Narkosearzt vor und erklärt mir die Kleiderordnung für heute: "ein Hemd bis hier (zeichnet dabei eine Linie auf seinem Oberschenkel kurz unterhalb des Schritts), keine Unterwäsche aber Brille ist erlaubt".
Ich ziehe mich also aus und lege mich schön gemütlich ins Bett. Dann baut sich der Narkosearzt schon wieder vor mir auf und schwingt eine Rede über den Verlauf der Narkose, der Bedeutung für den Körper, zwischendurch ist er bei Piloten und Flugzeugen....bla bla...mir erschließt sich der Zusammenhang nicht, wo soll ich unterschreiben?

Und dann gehts schon los. Ich lauf über den Gang in den OP, setz mich auf den Stuhl. Der "nette" Herr Doktor erwartet mich schon. Der Laborchef stellt mir noch mal ein paar Fragen, Name, Geburtstag, Anzahl einzupflanzender Embryonen, Name meines Mannes, noch eine Unterschrift.
Ich leg mich zurück und der gesprächige Narkosearzt fängt an in meinem linken Arm eine Ader zu suchen, erfolglos. Nach einigem rumgestocher wechselt er zum rechten Arm, wo er erfolgreich einen Zugang legt. Mit den Worten "jetzt bekommen sie erstmal einen Schnaps" wird mir von rechts kommend sehr warm und ein seltsames grinsen im Gesicht kann ich nicht verhindern.
Als nächstes wache ich in meinem Bett auf und alles ist schon vorbei. Ich schlafe immer mal wieder ein und eine liebe Schwester kommt alle 30 Minuten vorbei zum Blutdruck messen.
Von nun an soll ich viel trinken, mich langsam hinsetzen und meinen Imbiss zu mir nehmen. Ich tu dem so. Den restlichen Vormittag döse ich vor mich hin und bin erstaunt, wie gut es mir geht. Ich blute nicht, Kreislauf ist ok, Pippimachen funktioniert 1a. Langsam wird mir langweilig.
Ich bin froh als meine Mama erscheint um mich abzuholen. Es tut gut, ein vertrautes Gesicht zu sehen. Kurze Zeit später kommt auch die Assistenzärztin und führt das Nachgespräch mit mir.
Es wurden mir 8 Eizellen entnommen, von denen 6-7 reif waren. Morgen früh 10 Uhr darf ich im Labor anrufen und fragen, wie viele sich davon befruchten ließen.

Wie geht es mir?
Den ganzen Nachmittag liege ich auf dem Sofa rum und lass mich von meiner Mama verwöhnen. Mein Unterleib fühlt sich inzwischen an, als ob jemand von innen einen Ballon aufgepustet hätte...die Eierstöcke merke ich, es fühlt sich alles irgendwie aufgebläht an.

Die nächsten Tage werde ich mich schonen und voller Vorfreude auf Montag warten, wenn ich endlich die zwei kleinen wunderbaren Embryonen zurück bekomme.

Mittwoch, 10. Juli 2013

Follikel messen

Oh man, ich bin so aufgeregt, ich weiß kaum noch, wie ich still sitzen soll, geschweige denn mich konzentrieren.
Heute ist noch mal eine letzte Kontrolle vor der Punktion. Die Ärztin ist hellauf begeistert....und ich erst ;-) !
Die GMSH ist bei 12 (!!) mm, das ist echt super klasse. Alle relevanten Follikel sind bei 19 - 21 mm., also auch alle super schön ausgereift. Perfekte Voraussetzungen würde ich mal sagen.
Ich frage die Ärztin noch ein paar Details zur Punktion und Befruchtung ab. Mir werden also alle Eizellen entnommen, alle befruchtet und dann die 2 besten wieder zurückgegeben. Der Rest wird eingefroren für weitere Versuche ohne Stimulation.
Die Punktion wird der Herr Doktor übernehmen, von mir aus, da schlaf ich ja ;-) ! Den Transfer wird auch der Doktor machen, denn meine Ärztin hat Urlaub. Ich wünsche ihr einen schönen Urlaub.  "Wir sehen uns" meinte sie...ich hoffe nicht so schnell wieder...

Heut Abend soll ich mir den Rest aus dem Spritzenpen pünktlich 18Uhr spritzen. Dan pünktlich 20:15Uhr soll ich per Spritze den Eisprung auslösen. Durch diese Spritze wird das Ei in dem Follikel darauf vorbereitet, dass es Diesen demnächst verlassen wird. Das muss genau 36 Stunden vor der Punktion passieren. Diese Spritze darf mein lieber Mann mir wieder geben, denn die ist länger und dicker und beinhaltet viel mehr Flüssigkeit. Das schaff ich nicht allein...

Alles organisatorische bespricht die Schwester mit mir.
Ich bekomme allerhand Listen und Fragebögen (wieder mal). Am Freitag 7:30Uhr sollen wir da sein. Ich darf 12 Stunden vorher nichts essen, 6 Stunde vorher nichts trinken...kein Bonbon, kein Kaugummi...nichts. Oha...
Ich bin viel zu aufgeregt um zu wissen, ob ich irgendeine Frage gerade vergesse zustellen. War da noch was? Ich habe nicht die geringste Ahnung...

Zusatzinfo Punktion:
Bei der Punktion werden alle Eizellen aus den Follikeln entnommen. Dabei werden entsprechende Werkzeuge eingeführt und durch die Scheidenwand "gebohrt". Per Ultraschall sieht der Herr Doktor, wo sich die Eizellen befinden und kann diese dann absaugen. Es wird nichts aufgeschnitten und es muss nichts genäht werden. Das ganze wird unter Vollnarkose gemacht.

Ich bin aufgeregt, ich bin aufgeregt....äh nein falsch....ich bin gaaanz ruhig und entspannt... (das wird mein neues Mantra).
So denn, ich meld mich Freitag...bestimmt.

Dienstag, 9. Juli 2013

Follikel zählen Klappe die Vierte

Ich komme abgehetzt in der Klinik an, da ich irgendwie doch schon spät dran bin. Aber egal, vor mir stehen eh erstmal noch allerhand Frauen an der Anmeldung. Dann steh ich ganz vorn und schau die Schwester an und dann kommts..."Komm Sie ruhige ran, Frau XY"....sie spricht mich mit Namen an ohne vorher in meine Akte geschaut zu haben. Hmm, einerseits freu ich mich natürlich, dass die Schwester so nett zu mir ist, aber andererseits...will man das? Will man in der Kinderwunschklinik mit Namen angesprochen werden. Es gibt einem ein Gefühl von "du bist zu oft hier" und "so häuslich werden willst du hier nun wirklich nicht". Auf jeden Fall bin ich jetzt also Frau XY in der Klinik und jeder kennt mich...toll oder nicht oder wie auch immer.

Kaum dass ich sitze und meine ständig arbeitenden Gehirnwindungen in ein Nachrichtenmagazin vergraben habe, ruft mich die Ärztin auch schon auf. Ich erzähle ihr gleich von meiner Unsicherheit, dass ich kaum noch etwas von meine Eierstöcken spüre. Sie meint, sie hätte das schon mehrfach von Frauen gehört und das wäre kein Grund zur Sorge. 
Also rauf auf den Stuhl und nachgeschaut. Wow, die GMSH sieht super aus, 10mm...ein schönes weiches Polster. 
Dann sehen wir rechts 3 schöne große Follikel, so um die 18 - 19mm groß, und einen Kleineren bei 15mm. 
Links sehen wir 4 Follikel, alle so um die 15 - 17mm groß. Links braucht also noch etwas und rechts wartet derweil. 
Die rechten Follikel sind schon recht groß mit 19mm und eigentlich schon sprungreif, so dass ich Angst habe, dass die Eier bis Freitag (Punktion) hüpfen. Aber das können sie nicht unter dem Nasenspray, meint die Ärztin. Mein Körper kann unter dem Nasenspray sozusagen gar nichts allein. Ich brauche ein anderes Hormon, welches ebenfalls künstlich zugeführt werden muss, um den Eisprung auszulösen. Aber dazu am Mittwoch mehr.
Ich spritze also noch 2 Tage weiter die gleiche Dosis wie bisher und somit können die noch nicht ganz so reifen Follikel noch schön nachreifen!
Erleichtert verlasse ich das Sprechzimmer. Ich muss noch Blut abgeben für einen HIV- und Hepatitis-Test. Oh nein, die Schwester, die mich letztes mal so zerstochen hat, hat heut Dienst...aber mit etwas gutem Willen und Konzentration bekommt sie das heut besser hin...zum Glück, es ist schließlich T-Shirt-Wetter!

Termin für Mittwoch ist gemacht, da wird dann zusätzlich zum Folli-TV alles weitere zur Punktion am Freitag besprochen.
Jetzt gönn ich mir erstmal ein leckeres Eis und chille in der Sonne...ich bin zuversichtlich und gut gelaunt...alles wird gut!

Freitag, 5. Juli 2013

Follikel zählen Klappe die Dritte

Jetzt bin ich doch ein wenig enttäuscht. Doch der Reihe nach.

Heut morgen mach ich wieder fleißig Budenschwung, bevor ich zu meinem Ultraschalltermin gehe. Gemütlich radel ich zur Klinik und bin baff, ab 8Uhr ist Sprechstunde und ich bin 8:05Uhr da: das Wartezimmer ist gerammelt voll, ich bekomm gerade noch so einen Platz.
Leider muss ich heut auch etwas länger warten. Aber was solls, die Apotheke im Erdgeschoss macht ja eh erst 9Uhr auf.
Die Ärztin ruft mich auf und ich bin froh heute wieder ihr mein Intimstes offenbaren zu dürfen. Man wählt ja bekanntlich das geringere Übel...und das ist sie, im Vergleich zum Herrn Doktor.
Um es kurz zu machen: es stagniert etwas und es sind wohl nur 7 Follikel wirklich aktiv weiter gewachsen. Da bin ich jetzt doch etwas enttäuscht, ich hatte schon so mit 10 Follis gerechnet. Aber naja, lieber 7 Eier der Klasse 1a, als 15 der Klasse b. Man muss nehmen was man bekommt.
Aber natürlich versuchen wir, die Follikel, die noch unter 10mm sind, weiter zum wachsen zu bringen. Wir erhöhen die Dosis weiter, diesmal um einen deutlich größeren Sprung als bisher. Montag sehen wir weiter.
Die Ärztin gibt mir noch auf den Weg, ich solle mich schonen, viel trinken, mich wenig bewegen, nur leichten Sport, kein Gehüpfe (schade ;-) ) und nur Radfahren auf ebenen Strecken (da muss ich die Mountainbike-Tour wohl verschieben ;-) ).

Mein nächster Weg führt mich wieder mal zur Apotheke. Nachdem ich 10 Minuten bis zur Öffnungszeit davor rumgehangen habe wie ein Junkie, erkläre ich dem überfreundlichen Apotheker, dass ich 2 Spritzenpens brauche...ja jetzt drehen wir ordentlich auf. Er tütet alles ein, macht ein super Geschäft mit mir und entlässt mich in einen "schönen Tag".

Auf dem Bahnsteig rette ich einen wunderbaren großen braunen Käfer vor den viel zu hastigen und unaufmerksamen Füßen der Fahrgäste.
Damit entlasse ich euch ebenfalls in ein schönes Wochenende. Ich geh weiter brüten.

Mittwoch, 3. Juli 2013

Follikel zählen Klappe die Zweite

Ich hab nun also 2 Tage die nächsthöhere Dosis gespritzt und fein gebrütet ;-) !
Und heut war ich wieder beim Folli-TV.
Es geht mir nach wie vor gut, ich habe nur wenig Nebenwirkungen (leichte Kopfschmerzen, ab und an etwas Übelkeit und Haarausfall), es zieht und ziept weiterhin nur leicht im Unterleib, worüber ich doch recht froh bin. Ich habe vorher gedacht, dass mich die Stimu mehr einschränken oder beeinflussen wird. Aber ich kann alles genauso machen wie sonst auch, nur halt einmal täglich pieken und viermal täglich Nasenspray nehmen.

Ich bin heut morgen also zu selben Zeit wie immer aufgestanden und hatte dann noch ne Stunde Zeit, bis ich zur Klinik musste. Zum Glück ist die Klinik keine 5 Radlminuten von uns entfernt! Also hab ich erstmal das Bad geputzt, freie Zeit effektiv nutzen, sag ich da nur ;-) . Länger schlafen kann ja jeder =) !
Dann bin ich zur Klinik geradelt und nach kaum 5 Minuten Wartezeit werde ich aufgerufen. Eine Schwester bringt mich zum Herrn Doktor, der ne Weile braucht, bis er checkt, dass ich untenrum befreit dastehe und auf sein geschultes Auge warte....
Warum ich heut beim Doktor war? Naja, ich wollte halt einen zeitigen Termin und da war meine liebe Ärztin schon ausgebucht, aber am Freitag dann wieder.
Wenig einfühlsam wird die "Dildokamera" an den Ort ihres Einsatzes gebracht und dann gehts ans Follikel zählen und messen.
Ohne ein Wort zu mir zählt er einfach stupide auf und die Schwester schreibt mit:
"rechts 3+1, 12, 13, 12 ähh, 3+2, 2 unter 10; links 5, 12, 13, 11, 12, 10, noch weitere unter 8, Endo 6mm" Dann zu mir: "Sie können sich wieder anziehen und dann besprechen wir das weitere Vorgehen"
Um das mal zusammen zu fassen: es bleibt bei 8-10 etwa gleichgroßen Follikeln, wenn alle so schön gleichmäßig wachsen. Die GMSH ist immer noch bei 6mm, das sollte noch etwas mehr werden, es soll doch ein schönes weiches Bettchen für die Eizellen geben. Aber das wird schon noch...
Die Dosis wird für heute und morgen erhöht und Freitag schauen wir wieder nach. "Bis Freitag dann" ruft der Doktor mir noch hinterher...

Leicht traumatisiert verlasse ich das Sprechzimmer und erkundige mich nochmal an der Anmeldung, bei wem mein Termin am Freitag ist. Ach bei der Ärztin, na Gott sei Dank!

Dienstag, 2. Juli 2013

Follikel zählen Klappe die Erste

Ich bin so aufgeregt, kann mir mal einer sagen, warum ich so aufgeregt bin?
Ich mach mich eine Stunde früher von Arbeit auf den Weg zur Klinik und bin nervös. Warum nur? Zum Folli-TV war ich ja nun inzwischen oft genug, dass sich etwas Routine eingestellt haben könnte. Aber trotzdem ist es diesmal wohl etwas anderes, bedeutenderes. Es scheint mir einfach so surreal, dass da nun plötzlich mehr als der übliche eine oder maximal zwei Follikel in mir wachsen sollen.
Es ziept und zieht schon immer mal leicht, auf beiden Seiten, aber alles noch im Rahmen und nichts unerträgliches. Ich bin neugierig, wie die Stimu angeschlagen hat.
Nach nur wenigen Minuten Wartezeit werd ich aufgerufen. Die Ärztin meint, wir schauen einfach erstmal und besprechen dann das weitere Vorgehen. Gut so, ich will wissen was abgeht in mir. 
Sie fragt auch, wie es mir geht, wie ich mich fühle. Die leichten Kopfschmerzen, die Übelkeit, der Kreislauf...ja, das wäre alles auf die Stimu zurückzuführen.
Zuerst misst sie die Gebärmutterschleimhaut (GMSH), die ist schon bei 6mm. Sehr schön. Beim Eisprung sollte sie so bei 10mm sein, das läuft also schon mal gut.
Dann zählt sie rechts 3 Follikel und links 5 Follikel. Macht nach Adam Ries 8 Follikel. Die Ärztin meint dann leicht entschuldigend, dass wir ja mit einer sehr geringen Dosis angefangen haben, da ich ja noch jung (aha) und schlank (oha) bin und somit statistisch zu denen gehöre, die sehr gut auf eine Stimu reagieren. Sie meint, ich soll nicht enttäuscht sein. Bin ich nicht. Lieber langsam rantasten als volle Kanüle und dann abbrechen müssen. Wahrscheinlich hatte sie mehr erwartet. Sie meint dann noch, dass die jetzige Anzahl noch gar nichts über die endgültige Anzahl aussagt. Wir erhöhen die Dosis noch etwas und es können noch weitere Follikel nachziehen. Also noch alles drin.
Ideal wären so zwischen 10 - 15 reife Follikel. Ich bin dahingehend optimistisch, da geht sicher noch was. Noch habe ich Reserven, sagt zumindest mein AMH-Wert.

Zusatzinfo AMH-Wert:
Das Anti-Müller-Hormon kann zur Fertilitäts (Fruchtbarkeits-)diagnostik verwendet werden. Es korreliert mit der Funktion der Eierstöcke. Mit zunehmenden Alter sinkt der AMH-Spiegel der Frau entsprechend dem Verlust ovarieller Funktionsreserve ab. Mit anderen Worten: wenn die Reserve der im Eierstock noch vorhandenen Eizellen abnimmt, sinkt auch der AMH-Wert. Denn wir Frauen bekommen alle Eizellen schon bei der Geburt mit und bilden keine neuen Eizellen nach.

Am Ende des Gesprächs bekomme ich noch ein neues Rezept für einen neuen Spritzen-Pen und schon bin ich wieder draußen. Die Sonne scheint, ich trage (vorerst) 8 reifende Eichen mit mir rum, die Welt ist ok (für heute).

Am Mittwoch geh ich wieder zum Folli-TV. Mal schauen, was wir dann sehen.



Freitag, 28. Juni 2013

Beim ersten mal tats noch weh....

...beim zweiten mal nicht mehr so sehr und heut weiß ich, daran stirbt man nicht mehr.

Nun aber im ernst: ich habe mir gestern meine erste Spritze selbst gesetzt. Doch der Reihe nach.

Pünktlich 21 Uhr hole ich den Pen aus dem Kühlschrank, einen Wattepad und das Desinfektionsspray aus dem Bad. Ich baue alles auf dem Küchentisch auf. Stelle mich theatralisch vor meinen Mann und mache mit den Worten "es geht los" auf mich aufmerksam. Er stellt sich an die Spüle und wäscht ab, mit dem Rücken zu mir quasselt er mich ununterbrochen voll. Ich lese nochmal die Schritt-für-Schritt-Anleitung, informiere meinen Mann darüber, das ich mich nun konzentrieren müsse und führe alle Schritte sorgfältig aus. Ich schraube die Nadel auf den Pen, stelle die Dosierung hinten am Pen ein und ziehe die äußere Hülle von der Nadel. 
Ich sprühe ne ordentliche Ladung Desinfektionsspray auf die Gegend links neben meinem Bauchnabel und warte bis es verdunstet ist. Dann ziehe ich die innere Hülle von der Nadel und schau sie mir an...ich hatte sie kürzer in Erinnerung. 
Die Haut neben meinem Bauchnabel quetsche ich nun ordentlich zwischen zwei Fingern zusammen. Noch ein letzter kontrollierender Blick hin und her zwischen Bauchfalte und Pen. 
Ich denke "hmm und nun? Soll ich bis 3 zählen?" Doch eh ich mich versehe, nimmt meine Hand Anlauf und schon steckt die Nadel in meinem Bauchspeck. Hui...das ging ja leicht. So und nun? Ach ja, hinten das Drehdingens runterdrücken. Also gut, ich drücke und merke nichts, gut so! Ich zähle bissel und dann zieh ich die Nadel wieder raus....geschafft!
Ich tu das meinem immer noch abwaschendem Mann kund. Er freut sich, dass ich es allein hinbekommen hab. Ich bin stolz!
Nun fang ich an zu zittern, aber hinterher ists ja egal. 
Gleich noch das Nasenspray hinterher und schon bin ich wieder voll auf "Level".

So gehts nun erstmal weiter und am Montag schauen wir dann das erste mal, wie die Eierproduktion so läuft.
Ich wünsche ein angenehmes Wochenende.

Mittwoch, 26. Juni 2013

Morgen gehts los...

...und ich bin jetzt schon ein emotionales Wrack!
Ich stehe noch "nur" unter dem Einfluss der Hormone aus dem Nasenspray, aber scheinbar setzen die mir schon arg zu. Einen prall gefüllten Wassersack anpieken führt im Moment zum gleichen Ergebnis wie mich ansprechen. Wir laufen beide über, der Wassersack und ich.

Am Dienstag habe ich meine Periode bekommen, endlich. Selten so heiß herbei gesehnt. Ich habe dann direkt in der Klinik angerufen und gefragt, wann ich mit der Stimulation (ab sofort Stimu genannt) anfangen soll. Da unsere Klinik leider eine Privatklinik ist, wird da an Wochenenden nicht unbedingt gearbeitet. Somit wird der Stimu-Beginn an den ersten Ultraschalltermin angepasst. Ganz prickelnd, als würde sich ein weiblicher Zyklus (egal ob natürlich oder nicht) an Wochenenden halten!! Die nette Schwester am Telefon nennt mir also den Donnerstag als Beginn mit der Stimu. Außerdem werden auch gleich die nächsten 4 Kontrolltermine ausgemacht.
Also fang ich am Donnerstagabend an mich zu spritzen und ab Montag gehts dann alle 2 Tage in die Klinik zur Kontrolle. Ich fange an mit 75 Einheiten für die ersten 2 Tage, dann wird schon auf 100 Einheiten erhöht. Die erste Anpassung erfolgt dann nach dem Termin am Montag.

Zwischeninfo Stimulation:
Stimulation bedeutet, dass die Follikelproduktion und damit die Eizellreifung durch künstliche Hormone angeregt wird. Mein natürlicher Zyklus wurde durch das Nasenspray stillgelegt. Nur so wird das, was da kommen soll, für die Ärzte berechenbarer. Würden jetzt noch meine natürlichen Hormone damit mischen, könnte man nicht vorhersehen, was da passiert.
Mit Hilfe der Stimu sollen meine Eierstöcke angeregt werden, so viele Eizellen wie vertragbar (10 - 15, zur Erinnerung: normal reift da 1 (!!) Ei), gleichzeitig reifen zu lassen. Wenn diese dann alle reif sind, werden sie mir entnommen....doch dazu erst später.


Wie geht es mir damit?
Ich bin sehr nervös, aufgeregt und ich habe Angst. Aber ich freue mich auch und schaue voller Hoffnung auf das, was da kommt. Das ich so emotional bin, macht mir sehr zu schaffen und geht mir an die Nerven. Ich versuche, nicht die Kontrolle darüber zu verlieren. Mit anderen Worten, ich versuche, mich dem Gefühl nicht völlig hinzugeben, mich nicht gehen zu lassen, damit es nicht Überhand nimmt. Gelingt mir meistens nicht...aber ich bleib dran ;-) !

Ich werde von Anfang an versuchen mich diesmal selbst zu spritzen. So bin ich einfach unabhängiger, wenn mein Mann mal nicht da sein sollte. Wenn ich dann im "Notfall" allein dastehe, ist der Druck größer und dann schaff ich es vielleicht noch schlechter allein.

Ich bin gerührt, über die Kraft und den Zuspruch, den ich von außen erfahre. Worte wie "ihr schafft das" oder "ich bin immer da, wenn du jemanden brauchst" oder "du kannst immer vorbei kommen" zeigen mir, dass es die richtige Entscheidung war, unser "Problem" nach "außen" zu tragen. Mir tuen diese Worte unheimlich gut und sie geben mir das Gefühl, nicht allein zu sein. Klar, durchmachen müssen letztendlich nur wir das alles. Aber es ist schön zu wissen, dass es Menschen gibt, denen wir am Herzen liegen und die bei uns sind, für uns da sind!

Montag, 24. Juni 2013

Allein unter Müttern...

Der letzte Samstag sollte ein schöner Tag werden und ohne Zweifel war es auch ein schöner Tag. Es war schließlich der Junggesellinnenabschied einer lieben Freundin. Nur hat er mich unheimlich viel Kraft gekostet, so viel Kraft, dass ich heute, 2 Tage später immer noch nicht alle meine Schutzschilder repariert habe.
Was ist passiert?
Ich war den ganzen Tag umgeben von Müttern, vielen jungen und stolzen Müttern. Worüber sprechen junge und stolze Mütter größtenteils? Richtig! Über ihre Kinder...
Eine Mutter allein ist gut handle-bar, man kann sich die neuesten Stories gut anhören und dann das Gespräch "woanders hin" lenken. Doch 5 Mütter sind nicht zu steuern, jede hat etwas über ihren Knirps / ihre Knirpse beizutragen. Und das ist ja auch gut so, ich wäre sicherlich auch mitten drin statt nur dabei, wenn ich einen Knirps hätte.
Doch für eine fremd-hormongesteuerte, PMS-geplagte, zart besaitete Seele wie meine, war es sehr sehr anstrengend.
Eins nach dem anderen meiner unzählig vorhandenen Schutzschilder gab den Geist auf und zum Ende des Tages hätte ich gut einen Stock gebrauchen können um mich noch "aufrecht" zu halten.
Jetzt fühl ich mich ausgelaugt, kraftlos.

Ich möchte nicht mit Samthandschuhen angefasst werden, ich möchte keine extreme Rücksichtnahme oder Mitleid. Ich wünsche mir nur etwas Verständnis. Nicht von Menschen, die unsere Situation nicht kennen, das wäre verlangt hellsehen zu können. Aber von den Menschen, die unsere Situation kennen, auch wenn es wohl niemand nachempfinden kann, der es nicht erlebt.

Jetzt heißt es Schutzschilde reparieren und auftanken, für die nächste Herausforderung...der nächste Samstag...die Hochzeitsfeier!

Dienstag, 18. Juni 2013

erste Nebenwirkungen

Bis gestern dachte ich noch: Pah Nebenwirkungen, glaub ich nicht. Meine körpereigenen Hormone sind schon heftig genug, da werden mich so ein paar künstliche doch nicht beeindrucken.

Aber meine Kratzbürstigkeit, die unheimlich schlechte Haut und leichte Reizbarkeit haben mich eines besseren belehrt.
Meine Haut ist so schlimm wie schon sehr lange nicht mehr, da könnte ich echt heulen. Ich meine, ich hatte noch nie die beste Haut...aber mit einer bestimmten Pflegeserie (Danke an eine liebe Freundin ;-) ), hatte ich das echt gut im Griff. Jetzt kommen sie wieder raus, die großen, dicken und wirklich unansehnlichen Pickel. Ich hasse es!!!

Tja und die Kratzbürstigkeit bekommt gerade viel mein armer Mann zu spüren. Ich flippe schnell aus, wegen den kleinsten Kleinigkeiten und bin unheimlich schnell genervt von allem. Aber genauso schnell wie diese "Schübe" kommen, sind sie auch wieder weg.
Daher diese Bitte an meinen Mann: nimm mich in den folgenden Wochen lieber nicht allzu ernst :D !

Noch kann ich es mit einem Lächeln sehen und (in guten Phasen) als nicht so schlimm betrachten. Ich hoffe das bleibt so. Vielleicht sollte ich meine Liste wieder anfangen: jeden Tag mindestens ein Top of the Day küren. Das hilft die positiven Dinge im Leben nicht aus den Augen zu verlieren. (Auch da geht ein Danke an eine liebe Freundin, die mir diesen Tipp schon vor mehr als 2 Jahren gegeben hat...ich hab es nicht vergessen!)

So denn...ich geh jetzt wieder meine Hörner spitzen :D

Freitag, 14. Juni 2013

Downregulierung

Sachlicher Einstieg: am Dienstag hatte ich einen Termin zum Ultraschall und zum Blut abnehmen in der Klinik. Es sollte kontrolliert werden, ob der Eisprung schon war und ob ich nun also mit der Downregulierung beginnen kann.

Zusatzinfo Downregulierung:
Bei den Behandlungen zur künstlichen Befruchtung ist ein Eisprung nicht erwünscht, da die Eizellen ja aus den Eibläschen gewonnen werden (Punktion). Man gibt daher zusätzlich ein weiteres Hormon, welches die Hormonproduktion der Hirnanhangdrüse unterdrückt. Diese Maßnahme wird als "Downregulierung" bezeichnet. Üblicherweise wird damit in der zweiten Zyklushälfte, also nach dem Eisprung begonnen.

Um es mal mit meinen Worten zu sagen: ich muss ein Hormon nehmen in Form eines Nasensprays, 4x täglich, um meine eigenen Hormone zu unterdrücken. Und ob ich damit beginnen kann, wurde am Dienstag kontrolliert.

Ich bin also am Dienstag in die Klinik, aufgeregt, weil es nun wohl los geht. An der Anmeldung bekomm ich nochmal gefühlte 100 Zettel zum durchlesen und unterschreiben, zusätzlich zu den 500, die wir schon am Wochenende gelesen und unterschrieben haben.
Dann gehts zur Ärztin zum Ultraschall. Kein Follikel mehr da, also ist der Eisprung durch, meint sie. Außerdem sieht man schön die vielen Eibläschen, die darauf warten reif werden zu dürfen. Dazu meint die Ärztin, dass wir die Stimulation dann lieber mit sehr geringer Dosis beginnen und uns langsam rantasten. Sonst wachsen zu viele Eier zur gleich Zeit. Oh man, eine Wissenschaft für sich. Wenn das überstanden ist, kann ich eine wissenschaftliche Abhandlung dazu schreiben.

Nach der Untersuchung wird mir noch allerhand Blut abgezapft. Außerdem erklärt mir die Schwester den Umgang mit dem Spritzen-Pen, den ich mir demnächst jeden Tag in den Bauchspeck (welchen Bauchspeck? ;-) ) rammen darf. Sieht ganz simpel aus, Dosis am Rädchen einstellen, Kanüle aufsetzen, reinstechen, draufdrücken. Hm, das einzige was mich stört, ist die doch recht lange Nadel da vorn dran...hab ich mir kürzer vorgestellt.

Dann bekomm ich noch die Info, dass ich ab 12 Uhr anrufen soll, um meine Hormonwerte sowie die Info, ob ich mit der Downregulierung beginnen kann, abzufragen.

Mein nächster Weg führt mich in die Apotheke. Ich bekomme den Spritzen-Pen und das Nasenspray zur Downregulierung, lasse allerhand Geld da und mach mich auf den Heimweg. Ich programmiere mein Handy, damit es mich an die regelmäßige Einnahme des Nasensprays erinnert...4x täglich, ab sofort bis zur Follikelpunktion, was ungefähr in 4 Wochen sein wird. Die teuren Medikamente lege ich zu hause in den Kühlschrank und klebe einen gelben Zettel mit meinem Namen drauf, man weiß ja nie ;-) !

Ich rufe dann gegen 12Uhr an, die Schwester sagt, dass mein Progesteron noch sehr niedrig ist, zu niedrig um mit der Downregulierung zu beginnen. Bedeutet, dass mein Eisprung wohl gerade erst war. Sie will nochmal Rücksprache mit der Ärztin halten, ich soll nochmal anrufen. Wieder warten, nochmal anrufen. Ende vom Dienstag: ich beginne nicht mit der Downregulierung, sondern soll am Freitag nochmal zum Blut abgeben kommen.

So weit,so gut. Start verschoben auf Grund körperlicher Unstimmigkeiten. Einmal mehr lerne ich: man kann nichts planen!

Also bin ich heute, am Freitag, nochmal hin zum Blut abgeben. Es geht ratz fatz, nach kaum 10 Minuten bin ich wieder raus. Ein Ergebnis erfahre ich nach 11Uhr, ich soll anrufen.

11Uhr: ich rufe an und die Schwester sagt mir, dass mein Progesteron nun hoch genug ist und ich mit der Downregulierung beginnen darf. Heute Abend zwischen 21 und 23Uhr nehme ich das erste mal das Nasenspray.
Nun also geht es los. 3 Tage verzögert beginnt unsere Vorbereitung auf die ICSI, die künstliche Befruchtung.

Wie es weiter geht: Irgendwann demnächst werde ich ganz normal meine Periode bekommen. Da rufe ich dann in der Klinik an und die Schwester wird mir sagen, wann ich mit dem spritzen anfangen soll.

Dienstag, 11. Juni 2013

Jahrestag...der Zweite!

Zwei Jahre nun schon...ganze 2 Jahre warten wir nun schon auf unser Wunder. Was immer noch auf sich warten lässt. Nicht unbedingt ein schöner Anlass einen Jahrestag zu...hmm...eigentlich möchte ich nicht sagen "feiern"...nennen wir es "registrieren". Wir registrieren, dass wir nun schon 2 Jahre versuchen Eltern zu werden.
Zwei Monate vor unserer Hochzeit hatten wir spontan entschieden, nicht mehr warten zu wollen. Am Anfang macht man sich noch keinen Kopf, wenn sich der Wunsch nicht sofort erfüllt. Es gab ja allerhand Stress und "Störfaktoren". Doch mit der Zeit...naja, das Thema ist ja schon ausführlich besprochen wurden.
Ich für mich habe in der letzten Zeit oft genug die letzten 2 Jahre Revue passieren lassen, dafür brauch ich keinen Jahrestag. Ich sehe auch so, wie die Zeit nur so dahin rennt. Und ich registriere (da haben wir wieder das neu entdeckte Wort) viele Veränderungen, an mir, an uns als Paar, an meiner Umwelt, an meinem Umgang mit der Situation.
Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben...

Danke für die Erfahrungen der letzten 2 Jahre, die mich zu dem Menschen gemacht haben, der ich inzwischen bin. Danke für die Entwicklung, die ich durchgemacht habe, die Stärke, die ich daraus mitnehme. Danke für die unheimlich große Wertschätzung der Familie...nichts ist selbstverständlich!


Hoffnung ist nicht bloß ein Schimmer.
Sie ist eine eigene kleine Sonne,
die uns mit ihren Strahlen wärmt und neue Kraft schenkt.

Montag, 27. Mai 2013

Level 3: Der Aufstieg

Hallo :-)
Ich hab ne Weile nichts geschrieben, ich weiß....aber es ist auch ne Weile nichts passiert. Obwohl, ja ok, es ist doch was passiert. Ich habe meine Periode bekommen, wie zu erwarten war. Damit ist unsere 6. IUI negativ ausgegangen und wir gehen weiter, weiter auf Level 3.
Der Aufstieg zwingt uns noch einen Monat "Pause" auf, aber das ist ok so. Es fühlt sich an wie "Urlaub vom Kinderwunsch", falls es sowas überhaupt gibt. Denn schließlich ist der Wunsch ja immer irgendwie da.
So nun aber mal der Reihe nach.

Also: letzte Woche Donnerstag habe ich meine Periode bekommen und seit dem wollte ich jeden Tag in der Klinik anrufen um das weitere Vorgehen auszumachen. Doch ich habe es tatsächlich vergessen...ich habe am Donnerstag und am Freitag vergessen in der Klinik anzurufen! Erstaunlich, ich bin wirklich im Kinderwunsch-Urlaub.
Aber heute habe ich angerufen und einen Termin für den 20. Zyklustag gemacht, das wird der 11.06. sein, also noch eeeewig hin, zumindest gefühlt ewig.
Was wird da gemacht?
Es wird Ultraschall gemacht um zu kontrollieren, ob alles ok ist, ich keine Zysten habe und ob ich auch wirklich in der sogenannten 2. Zyklushälfte (nach dem Eisprung) bin. Außerdem wird mir Blut abgenommen um auch die entsprechenden Hormonwerte dazu zubekommen. Wenn das alles soweit passt, bekomme ich ein Rezept für ein Nasenspray (und das obwohl ich keinen Schnupfen habe).
Und warum wird das alles gemacht?
Um meine körpereigenen Hormone auszuschalten. Im nächsten Zyklus wird mein Körper durch künstliche Hormone angeregt, möglichst viele Eizellen gleichzeitig reifen zu lassen. Doch dazu später mehr....sonst überfordere ich euch mit all den Informationen.
Kurzinfo: ich nehme mit dem Nasenspray ein Hormon auf, was die körpereigene Hormonproduktion in der Hirnanhangsdrüse ausschaltet.
Damit fange ich dann wohl am 21. Zyklustag an. Wie oft und wie lange ich das nehmen muss, weiß ich auch noch nicht. Das wird man mir zum Arzttermin sagen.
Ungefähr am 28. Zyklustag werde ich dann wieder meine Periode bekommen und dann gehts los...unser 1. ICSI-Zyklus.

Und sonst so?
Och naja, ich muss sagen, es geht mir gut. Klar kleinere (oder auch größere) Hänger hab ich zwischendurch, aber die gibt es auch ohne unerfüllten Kinderwunsch in jedem Leben mal, oder??
Ich freue mich auf das was da kommt. Trotz der Belastungen, Termine und gesundheitlichen Risiken freue ich mich darauf....denn es birgt auch viel Hoffnung.

Montag, 13. Mai 2013

Wie ist sie gelaufen, die 6. IUI?

Die 6. und auch letzte IUI ist ziemlich schlecht gelaufen. Viele Faktoren haben einfach nicht gepasst oder waren nicht ideal. Aber der Reihe nach.

Mein Mann verabschiedet sich kurz vor 9Uhr zu seinem Termin in der Klinik. Ich bereite inzwischen unseren Kurzurlaub vor. Es regnet.
Er ist recht schnell wieder da und baut den restlichen Vormittag an unserem Schlafzimmerschrank rum.
Gegen 11:15Uhr machen wir uns gemeinsam wieder auf den Weg in die Klinik, ich habe 11:30Uhr Termin. Ich freue mich, dass mein Mann dabei ist. Wir sitzen im Wartezimmer und wir hören wie eine Frau an der Anmeldung gesagt bekommt, dass der Test positiv war. Danach hört man nur noch herzzerreißendes Schluchzen, was auf große Erleichterung schließen lässt. Mein Mann und ich schauen uns an, ich nehme seine Hand...ob wir auch jemals so eine Nachricht bekommen werden? Natürlich....oder?

Kurz nach 12Uhr werden wir aufgerufen. Wir gehen in den OP und die Ärztin bespricht das heutige Spermiogramm mit uns. Es ist schlecht, sehr schlecht. Das schlechteste Ergebnis seit der 1.IUI.
Gerade mal 420.000 Schwimmer (zum Vergleich 5.IUI: 6,75Mio (!!) Schwimmer) befinden sich in der Probe. Zu wenig zum schwanger werden, meint die Ärztin. Sie fragt uns, ob wir die IUI trotzdem machen wollen. Hmm, naja, wir haben ja schließlich schon bezahlt ;-) ! Wir entscheiden uns dafür.

Ich mach mich "frei" und wir machen noch mal Ultraschall. Und hier kommt der zweite unpassende Faktor ins Spiel. Der linke Folli ist gerade mal 17mm groß, gerade an der Schmerzgrenze. D.h. als wir den Eisprung per Spritze ausgelöst haben, war der Folli vielleicht gerade mal 16mm groß, zu klein um ein vollständig reifes Ei zu enthalten. Der rechte Folli ist bei 13mm stehen geblieben, also wird sich darin laut Ärztin keine Eizelle befinden.

Die Ärztin injiziert die Samenflüssigkeit in meine Gebärmutter. Die Ärztin zeigt uns anschließend im Ultraschall, dass die weiße Flüssigkeit an seinem Platz ist.
Für die anschließende Ruhezeit komme ich in ein Patientenzimmer, wo mir eine junge Frau das Ergebnis einer erfolgreichen ICSI (Level 3) präsentiert: Fotos ihrer 6 Monate alten Tochter. Das stimmt mich positiv und gibt mir Hoffnung. Nach 10 Minuten ruhen radeln wir bei strömendem Regen nach Hause.

Zusammenfassung: kein reifes Ei, keine Schwimmer, keine Schwangerschaft...so kann es also auch laufen.
Das Gute daran ist, kein "hibbeln", sondern entspanntes Warten auf die Mens. Das Schlechte, ein verschenkter Monat, ein verlorener Versuch.

Ich werde auch auf die Einnahme von Utrogest verzichten. Die Chancen stehen 1:1 Milliarde (wenn nicht noch mehr), dass sich da irgendwas getroffen hat in mir und deshalb sehen wir keine Sinn darin, den Zyklus unnötig künstlich (durch die Einnahme von Utrogest) zu verlängern.

Erstaunlicherweise geht es mir gut. Ich trauer dem Versuch nicht hinterher, ich freue mich auf das Kommende. Noch vor einem Jahr bin ich beim Gedanken daran, dass unser Kind in der Petrischale entstehen muss, in Tränen ausgebrochen. Jetzt freu ich mich darauf, denn es bedeutet für uns die größten Chancen Eltern zu werden.

Ach ja und den Kurzurlaub haben wir verschoben, wegen schlechtem Wetter...