Dienstag, 15. Mai 2018

Styx - der schwarze Wasserfall

15.5.

Der erste Punkt des Tages ist natürlich frühstücken. Das Thermometer am Auto zeigt 13 Grad Außentemperatur. Wir hosen die Kinder viel zu warm an, denn die Sonne strahlt kräftig und wärmend.

Zweiter Punkt des Tages heißt abwaschen und Zähne putzen. Das wird am klaren und kalten Gebirgsbach erledigt. Da macht es sogar dem Matzel richtig Spaß und sie hilft fleißig mit.

Dritter Punkt des Tages ist die Wanderung zum Wasserfall Styx. Wir packen reichlich Mittagessen, Vesper und Trinkwasser in die Kraxen. Die Kinder können es kaum erwarten, endlich einzusteigen und schon wandern wir los. Gleich hinter unserem Stellplatz geht es in den Wald hinein. Wir wandern durch einen märchenhaften Wald, lauter knochige Bäume und alles so unangetastet. Locker eine Stunde geht es durch den Wald bergan.
Irgendwann wird der Wald lichter und erlaubt einen Blick auf die umliegende Berglandschaft.
Der Weg geht immer weiter hinauf. Inzwischen wechseln sich Geröll und Wald ab.
Die Kräfte schwinden langsam und deshalb machen wir in einer Scharte mit Blick auf einen tollen Talkessel Rast. In dem Talkessel sind allerhand Schneefelder und Bäche und ein Wasserfall zu sehen. Das ist aber noch nicht der Ziel-Wasserfall. Nach Nudelsalat und Sesamgebäck geht es weiter hinauf und oft fragen wir uns, wo es denn da noch weiter geht.
Der Mann meint, nur noch um die Ecke und dann müssten wir den Wasserfall sehen können. Man könnte dann noch weitere 200 Höhenmeter hoch wandern, zum Fuß des Wasserfalls, aber das muss nicht unbedingt sein.
Also gut, packen wir es.
Es geht nun über Geröllfelder, teils seilversichert. Wobei die Seile ihre besten Tage auch schon hinter sich haben. Der Pfad ist teilweise nicht vorhanden oder gerade mal Stiefelbreit. Eine gewisse Trittsicherheit sollte vorhanden sein. Ich merke, dass ich nicht mehr so trittsicher bin wie ich es mal war. Das liegt vielleicht daran, dass unsere letzte Hochalpin-Tour ne Weile her ist und höchstwahrscheinlich auch daran,dass ich die Motte auf dem Rücken trage. Ich trage nicht mehr nur mein Leben auf meinen Beinen.
Plötzlich schau ich nach rechts oben in die Wand und da ist er, der Wasserfall. Der hat seinen Namen wirklich verdient, denn die ganze Wand hinter dem Wasserfall ist wirklich schwarz. Der Wasserfall an sich ist wenig spektakulär, da fast versiegt. Im Sommer ist er bestimmt noch kleiner. Ich atme tief durch, denn nun geht es nur noch bergab. Aber erstmal machen wir noch eine Pause. Der Mann und das Matzel erkunden ausgiebig ein Schneefeld und die Motte und ich lassen uns mit Schneebällen bewerfen. Dann treten wir den Rückweg an.

Ich bin froh, als wir die Geröllfelder hinter uns gebracht haben und wieder auf dem super ausgebauten Wanderweg sind. Trotz erneuter Rast mit Keksen und Obst, sind die Knie schon ganz schön weich.
So langsam erkennt man dieses und jenes am Weg wieder und jedes mal denke ich, jetzt ist es nicht mehr weit. Der Weg durch den Wald zieht sich dann doch noch hin und ich bin nun ziemlich ko. Das zusätzliche Gewicht auf dem Rücken macht sich doch bemerkbar.
Noch ein letzter Fluss ist zu queren und dann sehen wir schon das Auto. Geschafft! Ich falle am Ufer des Gebirgsbachs auf einen Stein und beweg mich erstmal nicht mehr...also nachdem ich meine Schuhe ausgezogen hab. Der Mann räumt alles auf und kommt dann splitterfasernackt angelaufen um zu verkünden, dass er jetzt noch baden geht. Wir schauen uns das vom Ufer aus an. Sieht recht erfrischend aus. Schon tönt das Matzel...ich will auch und zieht sich schon die Hose runter. Der Mann geht mit ihr noch mal rein und das Matzel hält tapfer durch, obwohl sie schwer japst vor Kälte. Nun will ich es auch noch wissen. Ich hocke erstmal am Ufer und wasche mich so bisschen. Aber dann kommt Mann und meint, warum ich denn nicht die tolle Badewanne nutze, die er extra gebaut hat. Da lass ich mich nicht lange bitten und leg mich auch kurz ins eiskalte Wasser. Auch wenn einem schon auf dem Weg zur Badewanne fast die Füße abfrieren.

Nach diesem tollen Tag und dem erfrischenden Bad schlafen wir alle zeitig ein.

Gute Nacht
Eure Kati mit Familie