Mittwoch, 24. August 2016

#4 Nach jedem Gewitter scheint auch wieder die Sonne

19.04.2016

Beim gestrigen Pläne schmieden kam heraus, dass wir diesen einsamen und nicht wirklich so schönen Ort schnell wieder verlassen und uns auf die Suche nach schöneren Plätzen machen.
Da sich bisher immer noch niemand von der Rezeption gezeigt hat, verhalten wir uns gaaanz still und machen uns schnell nach dem Frühstück auf den Weg. So bekommt "Special-Price" eine neue Perspektive.

Oma und Opa haben heute das gleiche Ziel wie wir, wählen aber einen anderen Weg. Man sieht sich!

Wir durchqueren das Land Richtung Küste bis nach Skradin. Unser heutiges Ziel ist der Nationalpark Krka.
Der Weg führt uns durch die Berge. Es ist landschaftlich sehr schön, große Weite, sanfte Hügel. Man kann sich wirklich vorstellen, warum Karl May dieses Land für seine Winnetou-Filme gewählt hat. Manchmal kommen einem die weiten Wiesen und Felder mit den Hügeln in der Ferne wirklich wie die Prärie vor.

Später geht die Route durch stark bewaldetes Gebiet mit viel Nebel und Feuchtigkeit. Es regnet fast die ganze Strecke und am kältesten Punkt, bei ca. 5° C, entscheiden wir uns dafür, Mittagspause zu machen. Schnell raus aus dem warmen Auto und rein ins warme Restaurant. Heute lassen wir uns mal bekochen.

Am frühen Nachmittag erreichen wir unser Ziel, Skradin beim Nationalpark Krka, genauer Autocamp Krka. Es regnet...strömender Regen, dicke Wolken, starker Wind, alles grau in grau. So hatte der Wetterbericht das nicht vorher gesagt.
Hier treffen wir sogar jemanden an der Rezeption und die nette Frau verspricht Wetterbesserung für den nächsten Tag. Sie meint, die Windrichtung pustet das schlechte Wetter weg und bringt gutes Wetter von der Küste. Na mal sehen...sie wird es ja wissen.

Oma und Opa sind schon vor uns da und wir parken unseren Lolek gegenüber vom Wohnanhänger.
Den Nachmittag verbringen wir im Wohnanhänger. Da ist es wenigstens etwas geräumiger als im Lolek. Wobei die Bewegungsmöglichkeiten bei 4 Erwachsenen, 1 Kleinkind und 2 Hunden dann doch auch arg eingeschränkt sind. Aber egal, Platz ist in der kleinsten Hütte.

Abends lassen wir uns Cevapcici mit Pommes aus der Camp-eigenen Küche schmecken.

20.04.2016

Wir können unseren Augen kaum glauben, was da draußen vor sich geht. Die Sonne strahlt von einem herrlich blauen Himmel, kein Wölkchen trübt diese Schönheit. Da hält uns nichts mehr in der Kuschelarea, raus müssen wir.
Es werden Stühle und Tische ausgeklappt und in der Sonne platziert. Wir tragen Geschirr, Kinderstuhl und alles was man für ein schönes Frühstück braucht, nach draußen. Unsere Laune strahlt wie die Sonne.
 
Frühstück
Nach dem Frühstück sind wir neugierig auf die Umgebung. Wir schnallen die Fahrräder ab, den Anhänger fürs Matzel an und los gehts, Umgebung erkunden.

Doch diese Gegend stellt sich schnell als fahrradunfreundlich heraus, keine Radwege, nur große Landstraßen, Straßen in Dörfer die zu Sackgassen werden. Wobei sich das durch ganz Kroatien fortsetzt. Kroatien hat keinerlei Fahrradkultur, es gibt nirgends Radwege, man sieht keine Fahrräder auf den Straßen, alle Wege werden per PKW zurückgelegt. Wir werden überall von den Menschen arg bestaunt, weil wir 1. per Fahrrad unterwegs sind und 2. einen Anhänger dabei haben, in dem auch noch ein Kind sitzt....seltsame Erscheinung.

Wir erreichen schnell den Eingang zum Nationalpark, welchen wir morgen erkunden wollen. Diese Art der abgesperrten Natur mit Schranke, Eintrittsgeld und Parkwächtern ist neu für mich. Das kenn ich so nicht. Bisher war Natur für mich immer frei verfügbar.

Aber wenn man sieht, wie die Kroaten teilweise mit ihrer Natur umgehen (wir machen dahingehend noch einige schockierende Erfahrungen und Entdeckungen), wird einem schnell klar, dass diese Natur geschützt werden muss!

Mit allerhand Informationsmaterial machen wir uns auf den Rückweg. Auf der Suche nach Abenteuern biegen wir an der ersten Möglichkeit nach rechts auf einen einsamen Feldweg ab. Endlich Ruhe, keine Autos, keine Touristen oder Parkwächter.
Wobei man sagen muss, wir sind ja sehr zeitig im Jahr unterwegs und die Zahl der Touristen hält sich noch arg in Grenzen. Doch wir präferieren absolute Einsamkeit...
Wir suchen uns ein stilles schattiges Plätzchen und machen eine gemütliche Mittagspause.

Mittagspause
Das Matzelchen erkundet neugierig die Gegend um sich herum. Steine, Blätter, Grashalme und die Nadeln der Krüppelkiefern um uns drumherum. Dass die pieksen bekommt sie schnell zu spüren, was jedoch die Neugier kaum bremst.

Schließlich radeln wir weiter, der Weg wird immer unwegsamer und schließlich müssen wir sogar die Fahrräder schieben. Doch im nächsten Ort kommen wir wieder auf die Straße. Hätte nicht gedacht, mich mal über eine Straße zu freuen. Wir fahren zurück zum Campingplatz und berichten Oma und Opa von den Erlebnissen und Entdeckungen.
Schnell beschließen wir, den morgigen Tag im Nationalpark zu verbringen.

Der Rest des Tages wird von sonnen, ausruhen und schwatzen bestimmt. Die Einzige die allerhand zu tun hat, ist das Matzel. Zahlreiche Steine wollen bestaunt und sortiert werden! So was erfordert höchste Konzentration und Genauigkeit.
Das Wetter ist einfach herrlich. So kann es bleiben!

Und nach getaner Arbeit ein Feierabend-Bier!




Bis demnächst, Eure Webril

#3 "Dobrodošli"

18.04.2016

Heute ist ein besonderer Tag. Heute wird unser Matzel 10 Monate jung. Wo ist die Zeit hin? Die letzen 10 Monate waren eine wundervolle, intensive und prägende Zeit. Ich habe sehr viel über mich, über Babys, übers Muttersein und Partnerschaft als Eltern gelernt. Es hat sich quasi alles geändert, vor allem unser Leben. Doch nie nie niemals würde ich eine Sekunde auf die Idee kommen, die Zeit zurück zu drehen um eventuelle Unabhängigkeiten oder Freiheiten zurück zu bekommen...Never!
Es ist das Anstrengendste, aber auch das Schönste...habe ich neulich gelesen.

Doch nun zurück zum Roadtrip.
Nach einem gemütlichen Frühstück mit Enten-Besuch ("Ente zum Frühstück"), packen wir unsere 5 Sachen wieder zurück in den Bus und auf gehts. Als wir an dem See vorbei fahren, bin ich fast ein wenig traurig, dass wir schon weiter fahren. Der See ist wirklich sehr schön, liegt umrandet von Wald und lädt eigentlich zu einer Wanderung ein. Aber uns zieht es erstmal in den vermeintlich warmen Süden.

Entenfrühstück
Unser Tagesziel heißt "Heart of Nature" im kroatischen Karlovac. Schnell verlassen wir Slowenien und erreichen nund schon unser eigentliches "Elternzeitland". Die Strecke ist sehr kurvig, doch landschaftlich sehr schön. Gegen Mittag erreichen wir schon unser heutiges Ziel. Der Campingplatz liegt zumindest so, wie es der Name verspricht....am Arsch, ääh, im Herzen der Natur. Er ist absolut einsam, nur ein einziger Wohnanhänger steht auf dem sehr kleinen Campingplatz. Und was ist das für ein Wohnanhänger? Der von Oma und Opa....oh, was für eine Überraschung, also für sie.
Zum Zeitpunkt unserer Ankuft sind sie gar nicht da, also schauen wir uns erstmal um und suchen die Rezeption auf. Nicht besetzt, verschlossen. Eine Klingel soll den Rezeptionisten rufen. Geklingelt, nichts....warten, erneut klingeln, wieder nichts. Das Spiel spielen wir noch 2 mal, dann lassen wir es. Einsamkeit bekommt hier eben eine ganz neue Bedeutung.

Während wir die sanitären Einrichtungen in Augenschein nehmen, fährt ein Auto zu dem einsamen Wohnanhänger. Oma und Opa steigen aus. Oma hat uns längst entdeckt und läuft schnurstracks den Weg zu uns hinauf...welch eine Freude, die Überraschung ist absolut gelungen. Ein paar Freudentränchen kullern, als die Oma das Matzelchen auf den Arm nimmt.

Meine Eltern sind zeitgleich mit uns auf ähnlicher Route unterwegs, denn "8 Wochen ohne das Matzelchen - ohne uns!". Wir wollen uns gelegentlich treffen, wenn es halt passt. Heute und hier passt es :-)

Als erstes gibt es jetzt Spaghetti zum Mittag, von Opa gekocht und anschließend erkunden wir ein wenig die nähere Umgebung.
Zwei Kartenleser: wo sind wir eigentlich? Und wo wollen wir hin?

Detailansichten
Wir lassen den Tag mit reden, ausruhen, essen, spielen und simplem Dasein ausklingen. Der Abend wir dann recht kühl, also ziehen wir uns in den Wohnanhänger zurück. Das Matzelchen schläft friedlich im Lolek und das Babyphone wacht über es. Die Großen sitzen bei Wein und Schokolade zusammen und schmieden Pläne für den nächsten Tag.
Bis jetzt hat sich immer noch niemand von der Rezeption blicken lassen.

Dienstag, 23. August 2016

#2 Frühstück bei Tiffanys....äääh Freunden

17.04.2016

Der Morgen ist noch taufrisch als wir wach werden. Oh Gott....was für eine Nacht. Uns tut alles weh, die Nacken sind jetzt schon total verspannt, von erholsamem Schlaf kann man nicht wirklich sprechen. Aber das macht uns nichts...der frühe Morgen lockt uns raus.
Wir ziehen uns warm an und dann machen wir einen Spaziergang zum Starnberger See. Die Natur schläft noch, die Morgendämmerung ist noch jung. Herrlich, ich liebe es so den Tag zu beginnen.
Das Matzel schläft in der Trage schnell wieder ein und wir genießen den Blick üder den See.


Zum Frühstück haben wir uns zu Freunden eingeladen. Also auf zum Bäcker und dann nach Starnberg. Die Freunde haben ein Kind, ca. 2 Monate älter als unser Matzel. Da sind die Gesprächsthemen beim Frühstück natürlich klar: was hat es, was kann es, was macht es alles schon / noch nicht?


Nun aber weiter, schließlich wollen wir in den Süden.
Gegen 11 Uhr fahren wir weiter Richtung Slowenien. Einmal quer durch Österreich. Da dem Matzel noch die letzte Nacht in den Knochen steckt, schläft sie schnell ein und wir können einiges an Kilometern schaffen.

Am frühen Abend erreichen wir den sehr schönen Campingplatz Bled am See. Wir suchen uns ein gemütliches Plätzchen und kochen lecker Nudeln. Das Matzel bekommt Brei, aber ein geringfügiges Interesse an den Nudeln ist doch schon da. Ganze 5 Stück mumpelt sie weg.

Im dicken Fleeceanzug plus Matschhose versucht sich das Matzel irgendwie zu bewegen. Mit maximal 17° C tagsüber und Wolken ist es aber auch einfach noch recht kühl. Sie kriecht und kraucht auf dem Boden rum und untersucht Steine, Stöcke, Gras und was da sonst noch so rum liegt...

Die sanitären Einrichtungen auf unserem ersten Campingplatz sind sehr schön, sauber und modern. Es gibt einen separaten Baby- und Kleinkindwaschraum. Leider entdecken wir den erst am nächsten Morgen. Die Messlatte ist nun direkt auf ein hohes Niveau geklettert. Kann es da noch besser kommen?

Ziemlich erschöpft vom ... ääh ja, von was eigentlich? ... vom draußen sein, vom wenig und schlecht schlafen, vom unterwegs sein, verkriechen wir uns recht zeitig am Abend in unsere Kuschelarea.

#1 On the Road again....

16.04.2016

Nach einem gefühlt wochenlangen Pack-Marathon geht es nun heute endlich los. 8 Wochen Roadtrip stehen uns bevor. 8 Wochen Minimalismus, 8 Wochen unbegrenzte Frischluftzufuhr, 8 Wochen Familie satt.

Das grobe Ziel? Kroatien.

10:30 Uhr ist nun scheinbar alles im Lolek (unser VW-Bus) verstaut. Immer wieder soll der Satz "man kann ja dort auch alles kaufen" gegen die aufkommende ich-hab-was-vergessen-Panik helfen. Trotzdem besteht der Kofferrauminhalt zum Großteil aus Windeln und Breigläschen.
Wir starten, es geht los. Das Matzel sitzt zufrieden in ihrem Kindersitz, Bespaßungsutensilien und Knabberzeug befinden sich in Reichweite.
Kaum auf der Autobahn - das Matzel schläft, so war der Plan.
Erster Stopp: München, Freunde besuchen.

Nach 450km und dem Ausschöpfen meines kompletten Bespaßungsvermögens, kommen wir gut in München an. Den Nachmittag verbringen wir chillig auf dem Spielplatz. Der Neid über die lange Auszeit ist uns sicher.

Gegen Abend, kurz nachdem das Matzel eindeutige Müdigkeitsanzeichen zeigt, geht es weiter Richtung Süden. Am nächsten Tag steht noch ein Besuch in Starnberg auf dem Programm.
Direkt am Starnberger See gibt es allerhand Golfplätze mit dazugehörigen Parkplätzen. Da man bekanntlich im dunkeln nicht Golf spielen kann, sind die Parkplätze um diese Zeit alle leer.
Somit verbringen wir unsere erste Nacht auf dem Parkplatz Roseninsel am Starnberger See. Gäähn...na dann gute Nacht!
viel viel später auf unserem Roadtrip

Freitag, 17. April 2015

Intui....Was??

So eine Schwangerschaft ist schon was ganz besonderes. Der ganze Körper verändert sich und passt sich an die neuen Bedingungen und "zu erbringenden Leistungen" an. Es passiert unheimlich viel und es beeindruckt mich zutiefst, wie das alles so "von allein" funktioniert.

Natürlich besuche ich nun auch regelmäßig einen Geburtsvorbereitungskurs. Die Hebamme erzählt uns nun schon in der dritten Kurseinheit alles über gebären, entbinden, atmen, veratmen und alles was mit dem großen Wunder zu tun hat.
Ich und die 12 anderen Mädels hocken auf Matten und Gymnastikbällen um die Hebamme herum und lauschen gespannt. Die Hebamme holt Puppe und Kunstbecken immer wieder aus ihrer Kiste und stellt dar, wie sich das Baby auf den Weg durch unser Becken nach draußen macht. Sie erzählt sehr viel von ihren eigenen 4 Entbindungen und bringt so immer wieder persönliche Erfahrungen mit in den Kurs. Auch Dinge wie Einlauf, Darmbewegung, Schleimpfropf, Dammriss, Käseschmiere, Plazenta usw. usf. finden natürlich ausführliche Erwähnung.

Doch was hat das alles mit meinem Blogtitel zu tun? Nun ja,...ich bin doch etwas überrascht, wie manche der Frauen mit dem Thema Schwangerschaft und Geburt umgehen.
Beim Thema "es geht los" und Eröffnungsphase, kam es mir zwischenzeitlich vor, als hätten die Frauen gern eine Checkliste und einen Zeitplan, wie lang bzw. wie kurz Wehe und Wehenpausen sein dürfen, damit sie wissen "jetzt kann ich ins Krankenhaus fahren". Solche Fragen habe ich mir nie gestellt. Für mich war irgendwie immer klar, dass ich genau wissen werde, wann es Zeit ist in die Klinik zu fahren. Das nur als ein Beispiel.

Haben die Frauen von heute ihr Bauchgefühl, ihre Intuition verloren? Hören wir unsere innere Stimme nicht mehr? Geht uns der Draht zur Natürlichkeit verloren?
Wenn dem so ist, dann ist das ein großer Verlust, wenn nicht der Größte überhaupt. Denn dieses innere Bauchgefühl, die Intuition ist unser Barometer für richtig und falsch...unsere Entscheidungshilfe in allen Lebenslagen.
Doch wie oft lassen wir uns von Meinungsbildnern und gut gemeinten Ratschlägen beeinflussen und vergessen dabei völlig auf unsere innere Stimme zu hören. Manchmal denkt man sogar im Nachhinein "hätte ich es mal so gemacht, wie ich es am Anfang dachte..."

Ich möchte jetzt nicht wie ein Moralapostel klingen, nein bloß nicht...doch möchte ich gerade diese Dinge, die mich dahingehend während der letzten Monate beschäftigt haben, hier in meinem Blog teilen.
Vielleicht hilft es ja auch, wieder mehr Vertrauen in die eigene Intuition zu fassen.

Findet zurück zu eurer Mitte, vertraut auf euch und eure innere Stimme, schaltet sie nicht stumm, hört ihr zu...sie weiß was zu tun ist!

Liebe Grüße

Donnerstag, 2. April 2015

--- aktuelle Meldungen ---

Oh mein Gott, wie die Zeit rennt....wo sind sie hin, die letzten Wochen und Monate? Hab ich nicht gerade erst noch den positiven Test in der Hand gehalten und auf dem Ultraschall ein winziges pumpendes Herzchen gesehen? Inzwischen misst meine Bauchumfang stattliche 97cm und es rumpelt und zappelt ordentlich rum in der Gebärmutter. Reden wir gar nicht erst vom Ultraschall, denn dort passt der Untermieter schon lange nicht mehr im Ganzen drauf.

Um die zahlreichen Fragen nach meinem Befinden zu beantworten: es geht uns gut! Es ist alles im grünen Bereich, der Untermieter wächst und gedeiht und hat es sich richtig schön gemütlich in seinem 1-Zimmer-Appartement gemacht! Manchmal scheint sich der Untermieter nach einer größeren Bleibe zu sehnen, denn dann zappelt es arg da drin rum.

Es fühlt sich alles so wunderbar und "normal" an...endlich läuft mal alles so wie es soll, zumindest bis hier her. Es zieht und sticht an allen Ecken und Enden meines Körpers, der Rücken macht schon lange nicht mehr mit, ich bin kurzatmig und watschelfüßig, ich hab Sodbrennen und Blähungen...wie gesagt, alles ganz normal.
Ich liebe das Gefühl, das kleine große Wunder unter meinem Herzen zu tragen, es zu spüren, wie es zappelt, wenn es von Schluckauf geplagt ist und eine Reaktion zu bekommen, wenn ich meine Hand auf dem Bauch lege. 

Ich kann mich wirklich nicht beschweren, ich erlebe ein tolle und beschwerdefreie Schwangerschaft...ich habe kein Wasser in den Beinen, das bisschen Übelkeit vom Anfang ist längst vergessen, ich kann immer noch gemütlich Fahrrad fahren und fleißig zum Bäuche-Yoga (Yoga für Schwangere) gehen. Mit dem Rad fühle ich mich sogar mobiler als zu Fuß. Zu Fuß bin ich schnell außer Atem und der Bauch wird hart...also lieber radeln. Das Yoga tut mir sooo gut, da kann ich mich entspannen und abschalten, die Übungen sind perfekt für meinen verspannten und schmerzenden Rücken.

Hinsichtlich Vorbereitungen kommen wir nur langsam voran. Ich steh im DrogerieMarkt in der Babyabteilung und denke immer....was davon brauch ich denn nun wirklich? Ich hab ein Buch gelesen, da steht drin, am Anfang braucht das Baby nur Muttermilch und unsere Liebe. Nun ja. zweiteres bekommts auf jeden Fall, ersteres hoffentlich auch. Erledigt, Haken dran...fertsch.
Ja ja, ganz so einfach ist es nicht, ich weiß. Wir haben immerhin schon einen Stubenwagen, einen Kinderwagen (der steht schon 3 Jahre im Keller), einen Wickelaufsatz für die Badewanne und ein paar Sachen. Einige wenige hab ich schon gekauft, und einige hab ich schon genäht. Wunderbare winzige Mützchen und kleine Hosen hab ich genäht...*hach* niedlich!
Naja wird schon....wenn ich erstmal im Mutteschutz bin, wird der Nestbautrieb schon einsetzen und mich in diverse Babyausstatter treiben.

Ist ja gar nicht mehr so lang hin, in 4 Wochen geh ich in Mutterschutz. Ich hoffe, ich bin dann noch so fit und Babylein lässt sich noch Zeit bis zum Ende, so dass ich die Zeit noch gut nutzen kann.

So damit seit ihr erstmal wieder aufm aktuellen Stand. :-)
Bis zum nächsten Mal!!

Liebe Grüße
euer angehendes Walros + Untermieter

Dienstag, 6. Januar 2015

etwas mehr als 16 Wochen

Geduldig habt ihr gewartet und jeden der Blogeinträge verfolgt um mit jedem Eintrag dem Ergebnis ein wenig näher zu kommen. Ihr habt es geschafft und kennt nun alle das Ergebnis.
Es ist nun schon mehr als 12 Wochen her, dass ich das positive Ergebnis erhalten habe. Mit anderen Worten...ich bin seit etwas mehr als 16 Wochen schwanger. Inzwischen spricht meine "leichte Wölbung" in der Körpermitte für sich und ich kann / will / muss es nicht mehr verheimlichen. Mit sehr viel stolz trage ich diese noch kleine Wölbung zur Schau, meine Hände wandern sehr oft am Tag zu dieser Wölbung und streicheln liebevoll darüber...ganz so, als ob  ich das Wunder darin direkt streicheln.
Denn es ist unser Wunder, welches sich nach langem Warten, zu uns auf den Weg gemacht hat. Immer wenn wir Freunden davon erzählen, erfahren wir so viel Mit-Freude...Tränen in den Augen, Umarmungen, Beglückwünschungen...ein erster kleiner Schritt ist geschafft, in mir wächst Leben!

Mir kommt es immer noch vor, als wäre es alles ein Traum. Morgens nach dem Aufwachen fühl ich mich komplett unschwanger...im Liegen ist der Bauch auch noch fast ganz flach. Mein Kopf arbeitet "Da soll ein Baby drin sein? Ach Quatsch! Das kann doch gar nicht sein!" Doch wenn ich dann aufstehe und vorm Spiegel stehe, da sehe ich sie wieder, die Wölbung in der Körpermitte und ein lächeln zaubert sich auf mein Gesicht...

Doch der Reihe nach:
2 Wochen nach dem positiven Ergebnis hatten wir den ersten Termin zum Ultraschall in der Klinik. Fragt nicht nach Sonnenschein! Ich war dermaßen aufgeregt...hab kaum geschlafen, innerlich war ich absolut unruhig. Mein Mann kam natürlich zu dem Termin mit. Nach einer gefühlt ewigen Wartezeit wurden wir endlich ins Untersuchungszimmer gerufen. Ohne langes Gerede durfte ich mich gleich freimachen und auf den Stuhl klettern, mein Mann stand direkt neben mir und hielt meine Hand.
Und dann sahen wir eine Fruchthülle und ein klitzekleines weißes Etwas darin...und das Wichtigste: ein winziges bubberndes Herzchen. Ich schluchzte in die Hand meines Mannes, der meine Wange streichelte. Ich schluchzte und konnte vor Tränen und Gewackel kaum noch was auf dem Bildschirm erkennen. Das ärgert mich, denn ich wollte doch eigentlich alles ganz genau sehen! Die Ärztin kontrollierte alles und schaute auch, ob sich vielleicht noch ein zweiter Winzling eingenistet hat. Doch sie fand keine weitere Fruchthülle. Und dann die erlösenden Worte "es sieht alles gut aus, es ist genau zeitgemäß"! Uns fielen ganze Felsbrocken vom Herzen.

Nun war ich also schwanger...von nun an versuchte ich auf alles mögliche zu achten. Ich wollte dieses winzige Leben, was komplett von mir abhängig ist, in keinem Fall irgendwie gefährden. Ich fuhr nur noch im Schneckentempo mit dem Fahrrad, hob bei jedem noch so kleinen Huckel den Hintern leicht an, studierte Inhaltsangaben auf Lebensmitteln, usw. usf..
Ständig drehten sich meine Gedanken um das kleine lebende Etwas in meiner Gebärmutter...geht es ihm gut, lebt es überhaupt noch, wächst es?
Und dann kamen die ersten Anzeichen....Übelkeit, Müdigkeit. Oh Gott, was war ich müde...mittags im Büro, ich konnte gar nicht mehr aufhören zu gähnen und hatte das Gefühl ich würde jeden Augenblick mit der Stirn auf der Tastatur aufschlagen. Abends war ich eigentlich zu nichts mehr zu gebrauchen, ich lag lethargisch auf dem Sofa und wartete nur darauf, dass endlich zu-Bett-geh-Zeit war...wenigstens bis 20Uhr wollte ich durchhalten. Die Übelkeit...ich musste mich nicht übergeben, mir war nur ziemlich übel und ich hatte das Gefühl, alles was ich gegen die Übelkeit unternehmen konnte, war essen...so bald mein Blutzuckerspiegel minimal absackte, kam die Übelkeit. Was mir richtig geholfen hat, war Quark....süßer Quark, Kräuterquark....hmm, ich hätte mich in Quark legen können.

Weitere 2 Wochen später saßen wir bei meinem Frauenarzt in der Praxis und ich war wieder furchtbar aufgeregt. Ist es noch da? Geht es ihm gut? Ist es gewachsen? Ist alles zeitgemäß?
Und nach kurzen Vorgeplänkel durfte ich endlich auf den Stuhl und der Arzt machte Ultraschall. Mein Mann stand wieder neben mir und hielt meine Hand.
Und da war es: unser winziges Würmchen...man konnte schon winzige Arm- und Beinstummelchen erkennen und das kleine Herzchen bubberte kräftig vor sich hin.

So hangelten wir uns von einem Ultraschalltermin zum nächsten. Alle 2 Wochen durften wir unser kleines Wunder auf dem Bildschirm betrachten. Immer war es absolut zeitgemäß entwickelt und zeigte keinerlei Auffälligkeiten. Mein Gott, sollten wir unserem Traum tatsächlich ein ganzes Stück näher gerückt sein? Es erschien mir alles so unwirklich.
Inzwischen kniffen meine Hosen vorn am Bauch...war der Bauch wirklich schon gewachsen oder bildete ich mir das nur ein? Ich hatte einfach das Bedrüfniss nach weicher, bequemer Kleidung.

In 3 Tagen dürfen wir wieder zum Ultraschall und unser Wunder sehen...der Bauch ist inzwischen nicht mehr mit "zu viel Süßkram über die Feiertage" zu verwechseln, es ist ein richtiger Babybauch und ich schiebe ihn voller Stolz vor mir her.

Ich hatte oft große Angst zwischendurch....vor allem möglichen, natürlich am meisten davor, dass unser Wunder nicht bei uns bleibt...auch jetzt ist die Angst noch oft da. Doch ich lasse sie mich nicht beherrschen...ich habe so ein großes Vertrauen in unser Wunder.Es hat den weg zu uns gefunden, es möchte bei uns sein.

Die Übelkeit ist inzwischen gänzlich verschwunden, die Müdigkeit ist bedeutend besser geworden...die Kurzatmigkeit und das schnelle Erschöpftsein ist geblieben. Ich fahre weiterhin Fahrrad im Schneckentempo, doch es tut mir gut, die gemächliche Bewegung, die frische Luft...herrlich!

Nun warte ich jeden Tag voller Spannung auf die ersten eindeutig zuordenbaren Bewegungen...
Ich bin so verliebt in unser Wunder...ich bin jetzt schon so neugierig darauf, wie es wohl aussehen mag...unser Wunder!

Sonntag, 21. Dezember 2014

Oktober: der Bluttest

Der Tag an dem der Bluttest war, der 8.Oktober...
11Uhr habe ich einen Termin in der Klinik zum Ultraschall, zur Kontrolle der Eierstöcke. 11Uhr erst, hmm...wenn ich da erst Blut abgebe, kann es sein, dass ich an diesem Tag das Ergebnis nicht mehr bekomme. Möchte ich das riskieren? Natürlich nicht!
Pünktlich 8Uhr zur Praxisöffnung stehe ich in der Praxis und bitte darum mir Blut abzuzapfen. Das wird auch bereitwillig getan. Ok, alles klar, dann bis später.

Kurz vor 11Uhr ich stehe in der Praxis in der Schlange an der Anmeldung...ich bin so unendlich nervös, ich tippel von einem Fuß auf den anderen. Eine junge Frau steht noch vor mir, eine andere junge Frau steht an der Anmeldung. Meine Lieblingsschwester macht die Anmeldung. Sie sieht mich in der Schlange stehen....sie schaut mich an, ich schaue sie an....ich mache ein fragendes Gesicht....sie grinst und streckt beide Daumen nach oben!!! Ich drehe fast durch, ich weiß nun gar nicht mehr wohin mit mir...mein Puls rast, ich schwitze...oh man, wie warm mir ist, ich muss die Jacke ausziehen, sofort!

Endlich bin ich an der Anmeldung: meine Lieblingsschwester sagt mir den HCG-Wert..146. Ist das ein guter Wert frage ich....ein solider Wert sagt sie.

Nach einer gefühlten Ewigkeit im Wartezimmer darf ich zur Ärztin ins Behandlungszimmer. Ich bin immer noch total hibbelig und bekomme alles nur durch einen Schleier mit. Sie macht einen Ultraschall und es sieht alles gut aus...also das was man sieht. Vom Embryo sieht man natürlich noch nichts, leider!!
Ich bekomme einen Termin für einen erneuten Ultraschall in zwei Wochen. Nach dem Warten ist vor dem Warten....

Mit einem grinsen im Gesicht verlasse ich die Praxis...ich fahre direkt zu meinem Mann zur Arbeit. Ich rufe ihn an, bitte ihn mal kurz rauszukommen...ich drehe mich von dem Eingang weg, sonst würde mein lächeln und die kullernden Tränen schon alles verraten. Kaum ist er da, falle ich ihm um den Hals, murmel etwas von "positiv" und schluchze....

Der erste kleine Schritt ist geschafft...wir sind schwanger!

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Oktober: der Test vor dem Test

Wir schreiben das Jahr 2014, Oktober...3 Tage vor Bluttest.
Ich bekomme leichte Schmierblutungen...toll, das wars dann wohl. War ja klar...warum sollte es denn ausgerechnet bei uns und ausgerechnet jetzt und überhaupt mal klappen? Ich setze eigenmächtig alle Medikamente ab....wozu noch weiter die Mens hinauszögern und so das Leid nur verlängern?
1 Tag vor Bluttest:
Immer noch keine Mens da, auch keine Schmierblutung mehr...alles schneeweiß, trotz absetzen der Medikamente. Da waren doch sonst immer schon wenigstens deutliche Schmierblutungen. Unsicherheit macht sich breit...und...Hoffnung.
Ich bin im Büro, ungeduldig, ein nervliches Wrack. Bei jedem Gang zur Toilette wird Schlüppi und Toipapier nach Anzeichen auf Blut untersucht...nichts.
Ok, dann mach ich jetzt so einen bescheuerten Test...dann hab ich wenigstens Gewissheit, dass es wirklich nicht geklappt hat und kann in Ruhe weiterleben.
Ich geh in die Drogerie...kaufe den billigsten und einfachsten Streifentest, den es gibt. Wieder zurück im Büro, ab aufs Klo und raufgepullert auf den billigsten und einfachsten Streifentest. Noch bissel drauf geguckt...nichts...zurück in die Packung das Ding, erstmal weglegen und zurück an den Arbeitsplatz.
Hmm, jetzt hab ich nicht mal die 3 Minuten abgewartet...also zurück aufs Klo, billigsten und einfachsten Streifentest aus der Packung gefummelt, drauf gestarrt...bei schlechtem gelben künstlichen Licht...seh ich da....einen zweiten Strich????!!! Mein Herz schlägt mir bis zum Hals. Wie jetzt? Verdunstungslinie? Hab ich doch zu lange gewartet, bis ich drauf geguckt habe?
Kann es Rest-HCG von einer Spritze sein? Eigentlich habe ich mir das letzte HCG zum Auslösen des Eisprungs gespritzt...ich sollte diesmal nichts nachspritzen, da meine Eierstöcke schon so dick genug waren und das nur eine Überstimulation gefördert hätte.
Ich rufe meinen Mann an "Schatz, ich habe es nicht mehr ausgehalten und den billigsten und einfachsten Streifentest gemacht....und...naja, nun ja...da ist ein zweiter Strich..." Antwort meines Mannes: "Aha...naja, warten wir mal den Bluttest morgen ab". Wahnsinn, wie ruhig er da bleiben kann...aber das holt mich wieder auf den Teppich zurück. Warten wir den Bluttest ab...

Mittwoch, 10. Dezember 2014

September: Transfer und Warteschleife

Eigentlich gibt es zum Transfer nicht so viel zu sagen. Alles lief ab wie immer, ich ging gegen 9Uhr in die Klinik und nicht viel später war ich auch schon dran. Die Ärztin beguckte meine immer noch sehr dicken Eierstöcke, verlängerte meine Krankschreibung und dann ging es schon los.
Die 2 Eizellen sind gut und genau zeitgemäß weitergewachsen und es zogen 2 schöne 4-Zeller ein. Zusätzlich sollte ich weiter etwas gegen  Thromobose spritzen, da meine Eierstöcke immer noch arg vergrößert waren und es sein kann, dass dadurch Flüssigkeit in den Bauchraum gelangt.
Außerdem gab es natürlich die tägliche Dosis Progesteron zur Unterstützung des Gelbkörpers.

Tja...und ab da hieß es wieder warten. Welcome Warteschleife...
Die lief eigentlich richtig angenehm ab. Ich war auf Grund der Beinah-Überstimulation den Großteil der Warteschleife krank geschrieben. So konnte ich die ganze Zeit zu hause sein und mich nur um mich, die beiden Zellklumpen und Dinge, die ich gern tu, kümmern. Das tat mir sehr gut!

Aber natürlich wurden die letzten 2 Tage vor dem Bluttest trotzdem wieder zu einer Zitterpartie, einem Auf und Ab in der Gefühlsachterbahn...wie das halt immer schon war und wie es auch immer sein wird.

Bis demnächst *winke*

Mittwoch, 3. Dezember 2014

September: Punktion

Mit all diesen guten Wünschen und Gedanken machte ich mich nun auf zur Punktion. Montagmorgen, nüchtern und müde, erschien ich in der Klinik. Ich kam in ein Zimmer mit 3 anderen jungen Frauen.
Einige der Frauen waren noch nicht vertraut mit dem Prozedere, andere waren schon das 2. mal zur Punktion...ich war inzwischen zum 3. mal da. Auch kein schöner Zimmer-Rekord.
Nach einer kurzen Wartezeit ging es los und ich wurde als 3. in den OP geholt. Die Narkoseärztin suchte in meiner linken Armbeuge nach einer geeigneten Vene, was sie sehr schnell aufgab und ans Handgelenk wechselte. Der Stich tat wahnsinnig weh...schlimmer als alle Blutabnahmen vorher, ich spürte es bis in die Finger ziehen.
Im Nachhinein bildete sich um mein Handgelenk ein extrem großer Bluterguss und mein Ringfinger war etliche Tage taub. Auch heute spüre ich noch ein ziehen im Ringfinger, wenn ich über die Einstichstelle streiche. Die gute Ärztin hatte scheinbar einen Nerv getroffen.
Naja, dann tauchte ich schnell in die Traumwelt ab und wachte erst im Bett wieder auf. Nachdem alle Frauen im Zimmer langsam aus der Narkose aufwachten, kamen sogar ein paar Gespräche auf...wir vertrieben uns die Wartezeit bis zur Nachuntersuchung mit quasseln, essen, trinken und Pippi machen.
Gegen Mittag wurden wir eine nach der anderen zum Nachgespräch geholt.
Der Arzt teilte mir mit, dass 18 Eizellen punktiert werden konnten. Wow...noch ein Rekord. So viele Eizellen hatten wir bisher noch nie. Wenn sich nur die Hälfte davon befruchten ließen, dann hätten wir ein schönes Polster.
Ich wurde nach hause entlassen und den Rest des Tages entspannte ich mich aufm Sofa und ließ mich von meinem Mann verwöhnen.
Meine Eierstöcke taten ganz schön weh....naja, schließlich haben sie 18 Eizellen gleichzeitig produziert.

Am nächsten Tag rief ich vormittags im Labor an und bekam die freudige Mitteilung, dass sich wirklich 9 Eizellen befruchten ließen. Ich war begeistert. Die 2 schönsten wurden weiter kultiviert und die anderen 7 kamen ab ins Eisfach. Und ich gehörte wieder zurück aufs Sofa...

Auf zum Transfer...

Mittwoch, 26. November 2014

September: Glauben

Das Wochenende vor der Punktion waren wir bei meinem Schwager und meiner Schwägerin zur Einschulung unseres Neffen.
Ich fühlte mich mehr als reif, meine Eierstöcke waren super beladen und dick und mein Bauch war stark aufgebläht. Zum Glück war das Wetter gut genug für ein weich fallendes Kleid.
Wir hatten diesmal niemandem exakt erzählt, wo wir gerade in der Behandlung standen, ob wir überhaupt gerade eine Behandlung machten. Diesmal machten nur wir zwei, mein Mann und ich, das ganz allein mit uns aus.
Die Einschulung war wirklich schön, wir hatten insgesamt ein sehr schönes Wochenende. Es wurde gefeiert, viel gegessen, spaziert übers Weindorf und durch Weinberge. Die Sonne strahlte, was wollte man mehr.

Kurz vor unserer Abreise kam das Gespräch mit meiner Schwägerin auf den kommenden Termin am Montag. Ich sagte nur so viel, dass wir am Montag einen Arzttermin haben und ich die darauf folgende Woche krank geschrieben sein werde. Mehr nicht. Doch meine Schwägerin kann ja 1 und 1 zusammen zählen und hatte ja unsere bisherige Geschichte aufmerksam verfolgt.

Später fuhren wir dann Richtung Heimat und in den Abschiedsworten lagen gute Wünsche für den kommenden Termin.
Wenig später, noch auf der Heimfahrt, piepste mein Handy und mich erreichte die Frage meiner Schwägerin, ob sie für unseren Termin am Montag beten dürfe. Ich war schlagartig tief berührt. Natürlich durfte sie das!
Einen Tag später schrieb sie mir, dass sie glaubt, dass Gott weiß, wie es uns geht und was wir brauchen...dass sie ihn bitten wird, bei uns zu sein und uns das zu schenken, was wir uns gerade wünschen und brauchen, Ruhe, Gelassenheit, Kraft...Gott ist groß und sein Wille geschehe, sie vertraue auf ihn!
Mein Tränchen kullerten einfach so drauf los...ich war unendlich gerührt. 

Mittwoch, 19. November 2014

September: Stimulation und deutsch-polnische Hochzeit

Wart ihr schon einmal auf einer polnischen Hochzeit? Ich sag euch....wenn nicht, dann habt ihr absolut was verpasst! Es war ja "nur" eine deutsch-polnische Hochzeit, doch das reichte schon aus, um es zur besten Hochzeit zu machen, auf der ich bisher gewesen bin.
Doch der Reihe nach.
Irgendwann Anfang September bekam ich meine Tage (so viel zu "im Urlaub" und "einfach mal enstpannen" Ha! ich krieg mich nur grade so wieder ein vor lauter Lacherei...) und damit ging es an Zyklustag 3 mit der Spritzerei wieder los. Kaum eine Woche nach Beginn der Spritzerei waren wir zu besagter Hochzeit eingeladen. Ich also versucht rauszufinden (gaaaaanz unauffällig), ob in der Pension, wo wir anschließend nächtigen sollten, ein Kühlschrank auf dem Zimmer ist. Nein....nur ein Bett und eine Kleiderstange...ganz einfach. Hmpf...und nun? Die Medikamente müssen kühl gelagert werden, zumindest wird es einem in der Apotheke immer so gesagt ("du wollen Kühlakku kaufen??"). Aber ich bin ja nich aufn Kopp gefallen...ich hab also mal den Beipackzettel studiert. Und dort steht drin, dass es nicht über 25°C gelagert werden soll und keinem direkten Sonnenlicht ausgsetzt werden soll. Ha! Sache geritzt...damit reichte also die Kühltasche mit Kühlakku völlig aus.
Wie gewohnt rannte ich schön alle 2 Tage zum Folli-TV und ließ die Gebärmutterschleimhaut und meine Eierstöcke begutachten. Es entwickelte sich alles prächtig, es waren allerhand Follikel zu erkennen. Diesmal arbeiteten sogar beide Eierstöcke eifrig mit. In Summe waren wir wohl so bei 14 sichtbaren Follikeln, die alle mehr oder weniger gleichmäßig wuchsen. Fette Ausbeute.
Doch nun zum eigentlichen Thema.
Ich also mitten in der Stimu und dann zur polnischen Hochzeit. *hach* war det schön! Die Trauung fand in Deutschland statt, war schön und emotional (welche Trauung ist das auch nicht?) und direkt im Anschluss ging es dann zum Ort der Feierlichkeit, nach Polen.
Im Festsaal waren 5 lange Tafeln aufgebaut und schön geschmückt. Kaum traf das Hochzeitsppar ein, ging es los mit der Feierei. Es wurde Essen aufgetischt, noch und nöcher...alle ausgehungert, stopften Lebensmittel in sich hinein. Doch nach dem "ersten Gang" war noch lange nicht Schluß. Es kam Essen über Essen, immer wieder anderes, immer wieder lecker. Man konnte also aufstehen, tanzen, reden, feiern und man hatte nicht das Gefühl "wann gibts eigentlich wieder was zu essen" oder "hab ich jetzt einen Gang verpasst?". Es stand einfach immer alles zum Verzehr bereit.
Eine andere "Leckerei" war der Vodka, der in Strömen floss. Auf jeder Tafel standen im Abstand von ca. 1m Vodka-Flaschen, an jedem Platz ein Gläschen und wenn eine Flasche leer war....da kam natürlich gleich eine neue, gut gekühlte Flasche. Mit fortschreitender Stunde wurde die Feier immer ausgelassener.
Zwischendurch habe ich mal panisch auf die Uhr geschaut, nur um festzustellen, dass ich schon "über die Zeit" war...ich also schnell aufs Zimmer und zu dem Vodka im Blut noch ne Portion Gonal in den Bauchspeck gespritzt.
Um das mal zusammenzufassen: es war ein rauschendes Fest, wir haben getrunken, gelacht, gefeiert, getanzt (ich hab ordentlich meine dicken Eierstöcke auf der Tanzfläche rumgewirbelt)...es war einfach nur ein toller Abend...eine tolle Nacht. Gegen 4:30Uhr machte der DJ plötzlich die Musik aus und meinte "ich hab keine Lust mehr"...da blieb uns nichts anderes übrig, als noch einen Schlummertrunk zu nehmen und ins Bett zu gehen.
Nur um ca. 6:30Uhr von den ersten Kindern auf dem Gang geweckt zu werden...tja, wer feiern kann usw. ;-)

Ich grüße euch lieb!

Mensch jetzt hätte ich es beinahe vergessen...es gab auch einen Schokobrunnen *hmmmm* LECKER! :-)

Mittwoch, 12. November 2014

August: Downregulierung und Triathlon

Total erholt und voller Tatendrang kamen wir aus dem Urlaub zurück...mit den Gedanken an den Rat der Kieler Ärztin wollten wir diese neue Energie in unsere nächste und letzte ICSI stecken. Die Eisbären sollten mal schön bleiben wo sie sind, schön sicher in ihrem Stickstoff-Bett...so junge Eier bekommt man nie wieder. Frische Eier sollten her, keine ausm Tiefkühlfach, ganz frische...alles auf neu.
Also ging ich direkt nach dem Urlaub in die Klinik...zum Blut abnehmen und Ultraschall, ob denn der Eisprung auch schon vorbei ist. Der Bluttest bestätigte was der Ultraschall schon vermuten ließ, der Eisprung war vorbei, ich konnte also mit der Downregulierung beginnen. In meiner gutgläubigen Naivität...es hätte ja vielleicht auf natürlichem Weg im Urlaub klappen können, fragte ich die Ärztin, ob die Downregulierung Einfluss auf eine eventuell bestehende Schwangerschaft haben könnte. Nein, hätte sie nicht. Es ist gut, dass wir den Zyklus trotzdem genutzt haben, meinte sie...sie persönlich würde auch keinen Zyklus auslassen.
Mit diesen Infos und einem langen und teuren Rezept (auch schon mit den Medikamenten für die demnächst beginnende Stimulation) verlasse ich also frohgemut die Klinik.

Um mich direkt auf die nächste große Herausforderung zu konzentrieren....*trommelwirbel* meine erste Triathlon-Teilnahme. Die Downregulierung lief so nebenbei, manchmal vergaß ich mein Nasenspray zu nehmen, nahm es dann etliche Stunden nach dem eigentlichen Zeitpunkt...naja was solls. Ich hatte andere Missionen, um die ich mich kümmern musste!
Um das mal genauer zu erklären, ich fahre ja sehr sehr gern Fahrrad. Ich habe eine Freundin, die schwimmt sehr gern und eine weitere Freundin, die läuft sehr gern. Jaaaa genau, das ist die perfekte Konstellation für eine Staffel-Teilnahme an einem Triathlon. Schon lange vorm Norwegen-Urlaub hatten wir uns angemeldet, der Teamname "die 3 Schnecken" ist Programm ;-) !
Auf jeden Fall war das alles wahnsinnig aufregend. Ich hatte mir ein Rennrad ausgeliehen und damit ein paar Proberunden auf den örtlichen Radwegen gedreht. Ein sehr schnittiges und schnelles Teil.
Am Tag des Wettkampfs regnete es als ob es kein Morgen gäb. Die Straßen klatschnass und rutschig und ich noch nie bei Regen mit dem Rennrad unterwegs gewesen. Mein "Mentor" (ein befreundeter Rennradfahrer) legte mir ans Herz nur auf den Geraden Power zu geben und in den Kurven schön vorsichtig zu fahren.
Gesagt getan! Der Startschuss ertönte und unsere Schwimmerin stürzte sich in die Fluten, nach ihrer ersten Runde machte ich mich bereit. Ich fröstelte und hopste auf und ab, um endlich meine Füße wieder zu spüren. Dann kam die Schwimmerin in die Wechselzone gerannt...wir klatschten ab und ich rannte aus der Wechselzone heraus. Am Start setzte ich auf...gott was hatte ich zittrige Knie. Selbst jetzt beim schreiben kommt die ganze Aufregung wieder hoch. Und ich radelte los...endlich, endlich ging es los. Ich fuhr die ersten schmalen Kurven vorsichtig aus dem "Zuschauer-Geschlängel" raus auf die Landstraße und dann gab ich Gas. Nicht zu viel, ich hatte ja noch ein paar Kilometer vor mir. Ich musste 4x die gleiche Runde fahren, so konnte ich gut meine Zwischenzeit kontrollieren. Ich fuhr nach der ersten Runde in das Ziel-Start-Gekurve und die Leute jubelten und applaudierten...was für ein tolles Gefühl! Und wieder raus in die 2. Runde. Meine Zwischenzeit war spitze...wenn ich das so hielt, würde ich meine Bestzeit fahren.
Mein Mann stand immer an der Strecke und jubelte mir zu, feuerte mich an und machte Fotos. Nach der 3. Runde schrie ich ihn an "Siehst du meine geile Zeit??" Ich war super unterwegs und hatte nur noch eine Runde vor mir. Natürlich hatte er keine Ahnung von meiner Zeit, aber nach meinem Ausruf hatte auch er ein gutes Gefühl :-) !
Die letzte Runde genoss ich einfach nur, ich fuhr meine konstante Geschwindigkeit und bedankte mich bei den Helfern an der Strecke fürs zujubeln und anfeuern. Der Regen störte mich nicht mehr...es fühlte sich einfach alles nur klasse an. Dann kam die Zieleinfahrt, die letzten 2 Kilometer gab ich nochmal alles was drin war. Kurz vor der Zeitmessung musste ich absteigen und durch das Ziel in die Wechselzone laufen. Wieder Stehen fühlte sich erstmal sehr komisch an und für eine kurze Sekunde musste ich meinen Beinen sagen, wie laufen ging. Meine Füße spürte ich vor Kälte eh schon nicht mehr. Ich rannte nun also durch das Ziel in die Wechselzone, wo schon unsere Läuferin aufgeregt auf und ab hüpfte. Sie fummelte mir die Startnummer ab, wir umarmten und knutschten kurz und schon war sie weg. Was für Endorphine da freigesetzt werden...ihr würdet es nicht für möglich halten. Ich konnte meine Zeit nicht fassen...jeder unserer "Betreuer" (Freunde, die mit vor Ort waren) und mein Mann mussten sich immer wieder anhören "habt ihr meine Zeit gesehen?". Schnell fing ich dann an zu bibbern, also zog ich erstmal trockene, warme und regensichere Klamotten an und dann stellten wir uns an die Strecke um unsere Läuferin anzufeuern und um am Ende mit ihr zusammen durch das Ziel zu laufen. Dann endlich kam sie, unsere Läuferin. Anfeuernd zu einem letzten Endspurt begleiteten wir sie die letzten Meter und rannten mit ihr durchs Ziel, was für ein Zielfoto, was für ein Gefühl...geschafft! Glücklich fielen wir uns in die Arme!

Um dem ganzen ein kurzes, aber deswegen nicht weniger schönes Ende zu bereiten....wir haben den 3. Platz gemacht. In unserer Sonderwertung "Drei-Weiber-Staffel" haben wir es auf Platz 3 geschafft!!! Wir bekamen einen Pokal und Urkunden, zusätzlich zu der Finisher-Medaille. Damit hätte ich niemals gerechnet. Was für ein tolles beflügelndes, stärkendes, motivierendes Erlebnis!

Und nun mal Butter bei die Fische: wenn das eine nicht klappt, dann öffnet sich woanders eine Möglichkeit ;-) !

Bis Baaahaaaald *winke*

Mittwoch, 5. November 2014

August: Urlaub

Wir haben Urlaub gemacht, 3 Wochen langen Urlaub. Wir haben alles was man so zum Leben braucht in unseren Bus gepackt und sind gen Norden gefahren. Die Fähre nach Trelleborg hatten wir schon im März gebucht, das Ziel Norwegen stand fest....also los gings.
Wir haben uns treiben lassen, sind geblieben wo es uns gefiel, haben Stopps eingelegt, wo es sich lohnte, haben an entlegenen Stellen übernachtet...haben die Seele baumeln lassen. Es war toll. Nach der letzten Enttäuschung mit den Eisbären, war das jetzt genau das richtige.
Ablenkung, Konzentration auf das Schöne im Leben, Aufzeigen von den positiven Seiten des Lebens....Sehen der Möglichkeit eines Lebens ohne Kinder.

Natürlich haben wir während des Urlaubs auch über unseren großen Wunsch gesprochen und wie oder was wir da weiter machen. Und natürlich haben wir den Zyklus nicht völlig ungenutzt verstreichen lassen...schließlich stirbt die Hoffnung doch zuletzt ;-)

Auf jeden Fall hatten wir eine tolle Zeit, weg von der Klinik, den Medikamenten, den Arztbesuchen, den Terminen...einfach nur abschalten.

Bleibt neugierig....bis bald!!